Der Große Preis von Monaco am Sonntag wurde zu einem echten Strafen-Krimi. Zahlreiche Fahrer mussten wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse mit Strafen klarkommen.
Pierre Gasly verlor aufgrund von zwei Vergehen sein Podium. Alpine wollte das allerdings nicht so stehen lassen und forderte sein „right of review“ an.
Gasly darf nun doch auf ein Podium hoffen. © IMAGO / NurPhotoAlpine gewinnt „right of review“
Vor dem heutigen Treffen des Teams mit der FIA und der FOM durfte man einen Etappensieg bejubeln. In einem Statement wurde beschrieben, warum sich Alpine über den Sieg freuen darf.
„Die bei der Berechnung der offiziellen F1-Zeitnahme (und damit der Geschwindigkeit in der Boxengasse) verwendete Distanz war ungenau und führte zu einer Überschätzung der Geschwindigkeit von Auto 10.“
Laut „The Race“ soll das Team zusätzlich unter anderem Daten vorgelegt haben, die gezeigt haben, dass Gasly den Geschwindigkeitsbegrenzer bereits vor der Einfahrt in die Boxengasse aktiviert habe.
Auch sollen die Daten gezeigt haben, dass Gasly nie die 60 km/h überschritten hatte. Außerdem soll der Franzose in einer Zeugenaussage beteuert haben, dass er vorsichtig vorgegangen sei, nachdem seine Ingenieure gewarnt hatten.
Nun wird in der nächsten Instanz offiziell darauf geschaut, ob die Zeitstrafen rückgängig gemacht werden. Das könnte bedeuten, dass Pierre Gasly sein Podium in Monaco zurückbekommt – und Isack Hadjar auf den vierten Platz abrutscht.
Marc Surer glaubte bereits an einen Messfehler. © IMAGO / Beautiful SportsMarc Surer hatte Vorahnung
In Race Control, der Champ1-Analyseshow zum Rennwochenende, ahnte Kommentatorenlegende Marc Surer, bereits, das dort irgendwas nicht mit rechten Dingen zugehen konnte, da zahlreiche Fahrer nur 0,1 km/h zu schnell waren.
„Mich wundert es einfach, wenn ein Fahrer zu spät den Knopf drückt, dann ist es 61 oder 60,4, was wir auch gesehen haben. Aber mehrere Fahrer mit 60,1 – wieso haben mehrere Fahrer genau die gleiche Überschreitung von 0,1? Das ist für mich ein Messfehler. Ich kann es mir einfach nicht anders vorstellen. Ich hoffe, dass herauskommt, was da los war.“
Der Schweizer befürchtete zwar, dass an den Strafen nicht mehr zu rütteln sei, doch anscheinend gibt es bei Alpine nun doch berechtigte Hoffnungen, dass man am Ende das erste Podium der Saison bejubeln darf. Der Weg dahin war allerdings sicher nicht einfach.
Niels Wittich kennt sich mit den Regeln der Formel 1 bestens aus. © IMAGO / Andreas BeilWittich betonte hohe Hürde für Alpien
Denn Ex-Rennleiter Niels Wittich beschrieb in Race Control, wie schwierig es ist, ein „right of review“ für sich zu entscheiden, auch wenn er durchaus bekräftigte, dass eine Zeitstrafe zurückgenommen werden könne.
„Eine theoretische Chance ist schon da. Wenn dem Right of Review stattgegeben wird und sie bringen Beweise vor, die ein anderes Ergebnis oder eine andere Sicht der Dinge zulassen, und sie gewinnen das, dann würden sie diese 10 Sekunden wieder zurückbekommen.“
Diese Beweise scheint Alpine vorgebracht zu haben. Wittich verdeutlichte übrigens, dass eine mögliche Entscheidung nicht zwingend auch andere Fahrer betreffen müsse, da nur Alpine Einspruch eingelegt habe. Gasly könnte also der einzige Fahrer bleiben, der seine Strafen gestrichen bekommt.
Nach der heutigen Anhörung wird die FIA wohl recht zeitnah entscheiden, wie es mit dem Ergebnis des Monaco-GP weitergeht. Denn am kommenden Wochenende steht in Barcelona das nächste Rennen an – und darauf will man sich sicher letztlich konzentrieren.




































