Max Verstappen gewinnt den Großen Preis von Mexiko-Stadt, doch die Schlagzeilen gehören an diesem historischen Rennsonntag Kimi Antonelli.
Während der Red-Bull-Pilot in Mexiko zu seinem Sieg fährt, richtet sich das gesamte Augenmerk auf das Podest dahinter: Mit einem abgeklärten dritten Platz sichert sich der Italiener vorzeitig die Krone in der Königsklasse.
Der Grand Prix startete chaotisch. © Patching / XPB ImagesChaos-Wochenende in Mexiko
Das Rennwochenende in Mexiko drehte sich nicht nur um die mögliche Krönung Kimi Antonellis zum Weltmeister.
Das erste Training war geprägt von Freitagsfahrern. Insgesamt 10 Rookies waren auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez unterwegs. Frederik Vesti schaffte es mit Mercedes auf P3 – direkt hinter dem WM-Anwärter Antonelli.
Das zweite Training wurde kurzzeitig durch eine Kollision zwischen Max Verstappen und Liam Lawson unterbrochen. Diese führte jeweils zu einer Startplatzstrafe für beide Fahrer. Auch Lewis Hamilton hatte keine gute Stunde; er musste seinen Ferrari aufgrund eines Problems abstellen.
Vor dem Qualifying dann der Knall bei Haas: Esteban Ocon würde den Rest des Wochenendes in Mexiko nicht mehr fahren, und es gäbe keine weiteren Aussagen zum Warum. Ryo Hirakawa, der bereits am Freitag im Haas-Boliden saß, übernahm das Cockpit.
Im Qualifying folgte dann die Überraschung. Hamilton gelang mit Ferrari seine erste Pole-Position, während Antonelli – für seine Verhältnisse – nur auf Platz 5 fuhr.
Antonelli hatte ein wichtiges Rennen vor sich. © Batchelor / XPB ImagesStrafversetzungen in Mexiko
Mitten in der Nacht wurde bestätigt, dass Liam Lawson aufgrund eines Verstoßes gegen das technische Reglement im Qualifying disqualifiziert wurde und aus der Pitlane starten würde.
Racing Bulls nutzte die Gelegenheit, um einige Motorenteile auszutauschen, was sonst eine Strafe nach sich gezogen hätte.
Auch Cadillac entschied sich bereits vor dem Wochenende dazu, weitere Motorenteile für Valtteri Bottas Wagen zu verwenden. Diese waren nicht Teil des erlaubten Kontingents, sodass auch er um 50 Plätze strafversetzt wurde. Der Finne startete somit von Platz 21.
Max Verstappen wurde wegen der Kollision mit Lawson von Platz 4 auf Platz 5 versetzt. Antonelli konnte deshalb von Platz 4 starten.
Grüne Flagge für den Mexiko-Stadt-GP
Hamilton kam sehr gut von der Pole Position in Richtung der ersten Kurve, während George Russell bereits von Beginn an kämpfte. Ein erster Verbremser sorgte dafür, dass Leclerc, Verstappen und Antonelli am Briten vorbeizogen.
In den Kurven 4, 5 und 6 kämpften Hamilton und Leclerc Rad an Rad um die Führung. Leclerc hatte schließlich einen kurzen Ausritt über das Gras und setzte sich an die Spitze der Wertung. Hamilton geriet durch das Manöver kurzzeitig aus dem Gleichgewicht, was Verstappen ausnutzte, um auf Platz 2 vorzurücken.
Im Mittelfeld berührte Russell Isack Hadjar, was für eine Drehung des Red-Bull-Fahrers sorgte und ihn an das Ende des Feldes katapultierte.
Virtual Safety Car in Runde 6 und die ersten Strafen
Nachdem Fernando Alonso gestern noch scherzte, dass er direkt nach Brasilien reisen würde, wurde diese Aussage nach sechs Runden als Voraussage bestätigt. Er musste seinen Aston Martin in der Box abstellen, während Teamkollege Lance Stroll seinen Boliden in Kurve 6 parkte. Ein weiterer schwarzer Tag für Aston Martin. Das Team begründete die Beendigung der Rennen mit „Druckabweichungen in den PU-Systemen.“
Hamilton beschwerte sich derweil über die Situation mit Leclerc am Teamfunk. Dadurch, dass Verstappen zwischen den Ferraris fuhr, konnte Leclerc die Position nicht wie sonst üblich zurückgeben.
Prompt kam die Strafe der Rennkommissare: 5 Sekunden für Leclerc.
Auch für Russell kamen die Hiobsbotschaften weiter. Für seinen Rempler an Hadjar bekam er ganze 10 Sekunden Strafe.
Für Oscar Piastri hingegen lief der Sonntag bisher besser als der Samstag. Er kämpfte sich innerhalb der ersten 20 Runden von Platz 12 auf Platz 7 vor, hinter seinem Teamkollegen Norris.
Das Strategie-Pokern begann
Die mittlere Rennphase wurde von den Boxenstopps der Spitzengruppe geprägt. Charles Leclerc steuerte in Runde 28 zeitgleich mit Max Verstappen die Boxengasse an. Wegen Leclercs Fünf-Sekunden-Zeitstrafe verarbeitete Red Bull den Stopp schneller und brachte Verstappen vor dem Ferrari zurück auf die Strecke. Hamilton wechselte in Runde 29 auf Mediums und ordnete sich hinter Leclerc ein.
Antonelli, Russell und Lando Norris verlängerten ihren ersten Stint auf den Soft-Reifen. Russell saß in Runde 34 eine Zehn-Sekunden-Strafe ab und stand 13,8 Sekunden. Norris folgte in Runde 40, verlor jedoch durch einen langsamen Stopp Zeit.
In Runde 44 absolvierte Antonelli als letzter Pilot der Führungsgruppe seinen Reifenwechsel und reihte sich auf Rang vier ein.
Heftiger Einschlag von Bottas!
Ein Aufhängungsschaden an Valtteri Bottas Cadillac führte in Kurve 1 zum Einschlag in die Leitplanke. Bottas konnte das Fahrzeug eigenständig verlassen und wurde im Medical Car abtransportiert. Zur Reparatur der Streckenbegrenzung wurde das Rennen mit einer roten Flagge unterbrochen.
Hamilton und Piastri bogen direkt beim Ausrollen des Safety Cars an die Box ab und verloren dadurch jeweils eine Position. Antonelli rückte im Zuge dessen auf den dritten Rang vor. Durch den anschließenden Rennabbruch erhielten alle Teams die Möglichkeit, während der Rotphase in der Boxengasse die Reifen zu wechseln.
Pierre Gasly drohte eine Strafe, da er nach seinem Boxenstopp wieder auf die Strecke fuhr, obwohl die Rennunterbrechung durch eine rote Ampel am Boxenausgang gekennzeichnet war.
Mit Blick auf Kimi Antonelli hielt der Italiener seine Chancen auf die Krönung aufrecht. Nach seinem späten Boxenstopp profitierte er vom Timing der Roten Flagge und rückte auf den dritten Rang vor, wodurch die benötigten zwei Punkte, die für den Titel nötig waren, immer näher rückten.
Erneuter Start in Mexiko
Nach einer langen Rotphase wurden zunächst die überrundeten Fahrer für den Re-Start aus der Boxengasse gelassen, sodass sie sich wieder ans Ende einreihen konnten.
Die meisten Fahrer fuhren auf gebrauchten, weichen Reifen; nur Piastri entschied sich für ein neues Set.
Der Start verlief relativ ruhig, auch wenn Leclerc sich in Kurve 1 verbremste und sich nach dem Getümmel hinter Verstappen und Hamilton einreihte.
Doch bereits in der folgenden Runde konnte Antonelli aufschließen und Leclerc überholen, der sich danach bereits im Visier von Norris befand.
Im hinteren Feld kassierte Pérez eine 5-Sekunden-Strafe, da er bei der Einfahrt in die Boxengasse vor der roten Flagge zu schnell war.
Auch bei Hülkenberg folgte eine Strafe von 10 Sekunden, da er beim Start mit Oliver Bearman aneinandergeriet, der sich dadurch drehte und daraufhin den Haas in der Box abstellen musste.
Weiterer Unfall im Feld vor dem großen Finale für Antonelli in Mexiko
In Runde 59 kämpfte sich Piastri wieder nach vorne. Bei seinem Versuch, Lindblad für Position 7 zu überholen, gerieten die beiden aneinander und berührten sich. In Kurve zwei rutschte Lindblad über das Gras in die Barriere. Er konnte den Racing Bull ohne Hilfe verlassen.
Das Safety Car kam erneut für mehrere Runden auf die Strecke.
Die grüne Flagge wurde geschwenkt und Verstappen verlor keine Zeit. Doch Hamilton war ihm dicht auf den Fersen. Über mehrere Runden sah es immer wieder so aus, als würde der Brite ihn überholen. Besonders in den langsameren Kurven kam der Ferrari gefährlich nahe, doch der Moment war nie der richtige.
In der letzten Runde war der Blick ganz auf Kimi Antonelli gerichtet, der mit dem dritten Platz in Mexiko seinen Weltmeistertitel niet- und nagelfest machte.
Max Verstappen gewann den Grand Prix in Mexiko, gefolgt von Lewis Hamilton und dem neuen Weltmeister der Formel 1, Kimi Antonelli.
Das Ergebnis in Mexiko
| Platz | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Max Verstappen | Red Bull | 2:20:28.772 |
| 2 | Lewis Hamilton | Ferrari | +0.799 |
| 3 | Kimi Antonelli | Mercedes | +4.006 |
| 4 | Charles Leclerc | Ferrari | +10.707 |
| 5 | Lando Norris | McLaren | +11.778 |
| 6 | George Russell | Mercedes | +12.263 |
| 7 | Oscar Piastri | McLaren | +19.475 |
| 8 | Franco Colapinto | Alpine | +20.204 |
| 9 | Liam Lawson | Racing Bulls | +20.899 |
| 10 | Pierre Gasly | Alpine | +21.483 |
| 11 | Gabriel Bortoleto | Audi | +22.041 |
| 12 | Isack Hadjar | Red Bull | +22.503 |
| 13 | Ryo Hirakawa | Haas | +25.373 |
| 14 | Alex Albon | Williams | +27.562 |
| 15 | Carlos Sainz | Williams | +28.638 |
| 16 | Nico Hülkenberg | Audi | +29.977 |
| 17 | Sergio Perez | Cadillac | +30.695 |
| 18 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | DNF |
| 19 | Oliver Bearman | Haas | DNF |
| 20 | Valtteri Bottas | Cadillac | DNF |
| 21 | Lance Stroll | Aston Martin | DNF |
| 22 | Fernando Alonso | Aston Martin | DNF |































