Esteban Ocons Zeit bei Haas endet vorzeitig: Der Franzose wird in dieser Saison nicht mehr ins Cockpit zurückkehren. Stattdessen feiert Rafael Câmara bereits beim Großen Preis von São Paulo sein Formel-1-Debüt. George Russell spricht derweil offen über seine schwierige Saison, während Ralf Schumacher Kimi Antonelli langfristig bei Ferrari sieht. Dazu steht Liam Lawsons Zukunft bei den Racing Bulls auf der Kippe, Cadillac könnte vor einem milliardenschweren Teilverkauf stehen – und bei Ferrari eskaliert der interne Streit zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Die Themen der CHAMP1 NEWS vom Mittwoch.
Nur wenige Tage nach dem turbulenten Mexiko-Wochenende überschlagen sich die Ereignisse in der Formel 1 weiter. Haas zieht im Fall Esteban Ocon nun endgültig Konsequenzen, während dessen Nachfolger früher als erwartet in die Königsklasse aufsteigt.
Gleichzeitig bleiben mehrere Fahrerfragen offen – und bei Ferrari entwickelt sich der interne Zweikampf zwischen Hamilton und Leclerc immer mehr zum Problem.
Ocon kehrt nicht mehr ins Haas-Cockpit zurück
Haas hat nun offiziell bestätigt, dass Esteban Ocon in dieser Saison kein weiteres Rennen mehr für das Team bestreiten wird.
Nach seiner überraschenden Auswechslung in Mexiko hatte zunächst noch offen gestanden, ob der Franzose später im Jahr zurückkehren könnte. Diese Möglichkeit ist nun vom Tisch.
Teamchef Ayao Komatsu erklärte, dass Ocon über die Entscheidung informiert worden sei. Zu den konkreten Hintergründen äußerte sich Haas weiterhin nicht und verweist auf die Vertraulichkeit interner Gespräche.
Weiterhin im Raum stehen Medienberichte über eine heftige Auseinandersetzung zwischen Ocon und Komatsu in Mexiko. Unter anderem berichtete L’Équipe von dem Verdacht auf einen möglichen körperlichen Zwischenfall.
Bestätigt ist das allerdings nicht.
Ocon selbst weist entsprechende Spekulationen zurück und betont, Gewalt in jeder Form abzulehnen.
Câmara feiert überraschend frühes Formel-1-Debüt
Profiteur der Situation ist Rafael Câmara.
Der 21-Jährige, der eigentlich erst ab 2027 als Stammfahrer vorgesehen war, wird bereits an diesem Wochenende beim Großen Preis von São Paulo sein Formel-1-Debüt feiern.
Und das ausgerechnet bei seinem Heimrennen in Brasilien.
Câmara führt derzeit die Formel-2-Meisterschaft an und gehört zum Nachwuchsprogramm von Ferrari.
Ganz ohne Formel-1-Erfahrung ist er nicht: Bereits im August absolvierte er in Portugal einen TPC-Test mit einem älteren Haas.
Ob Câmara anschließend auch in Las Vegas sowie bei den geplanten Rennen in Katar und Abu Dhabi eingesetzt wird, ließ Haas zunächst offen.
Für Ocon wiederum zeichnet sich bislang kein neues Stammcockpit ab. Zuletzt wurde er mit Aston Martin in Verbindung gebracht, wo er angeblich eine Rolle als Test- und Ersatzfahrer übernehmen könnte. Offiziell bestätigt ist das bislang nicht.
©XPB ImagesRussell spricht offen über seine Enttäuschung
Auch George Russell hat sich nach seinem schwierigen Mexiko-Wochenende ausführlich zu Wort gemeldet.
Der Mercedes-Pilot war nach dem Rennen vorzeitig aus dem Fahrerlager abgereist, hatte die verpflichtenden Mediengespräche ausgelassen und war auch nicht zu einer Anhörung der Rennkommissare erschienen.
Mercedes akzeptierte dafür eine Geldstrafe von 5.000 Euro.
Nun beschreibt Russell auf Instagram ungewöhnlich offen, wie sehr ihn die Saison 2026 belastet hat.
„War es schwer, damit umzugehen? Ja, sehr. War es schwer, mich Woche für Woche wieder aufzurappeln? Ja, sehr. War ich manchmal verwirrt? Oft.“
Russell räumt ein, dass die Saison schlicht nicht sein Jahr gewesen sei.
Gleichzeitig gratulierte er Kimi Antonelli ausdrücklich zum WM-Titel und bezeichnete dessen Saison als außergewöhnlich. Für 2027 kündigte Russell an, wieder zu seiner früheren Stärke zurückfinden zu wollen.
©XPB ImagesRalf Schumacher sieht Antonelli langfristig bei Ferrari
Während Antonelli gerade erst seinen ersten WM-Titel mit Mercedes gewonnen hat, beginnt bereits die nächste Zukunftsdiskussion.
Ralf Schumacher ist überzeugt, dass der Italiener eines Tages zu Ferrari wechseln wird.
Nach seiner Einschätzung dürfte Antonelli zunächst noch einige Jahre bei Mercedes bleiben. Ein späterer Wechsel nach Maranello sei für ihn aber beinahe unausweichlich.
Konkrete Gespräche oder Planungen gibt es bislang allerdings nicht.
Antonelli selbst hatte zuletzt betont, dass er sich bei Mercedes wohlfühle und dem Team viel verdanke.
Für die nähere Zukunft gibt es deshalb keine belastbaren Anzeichen für einen Abschied des neuen Weltmeisters.
©Getty Images / Red BullLawson droht trotz starker Saison das Aus
Auch Liam Lawsons Zukunft bleibt offen.
Der Neuseeländer liegt mit 83 Punkten auf Rang neun der Fahrer-WM und ist damit der erfolgreichste Pilot außerhalb der vier Spitzenteams.
Trotzdem verdichten sich die Spekulationen über einen möglichen Fahrerwechsel bei den Racing Bulls.
Lawson selbst bestätigt, dass er keinerlei Sicherheit für 2027 besitzt.
„Im Moment gibt es definitiv keine Sicherheit für nächstes Jahr.“
Zusätzliche Brisanz erhielt die Situation durch seinen Zwischenfall mit Max Verstappen in Mexiko.
Verstappen hatte Lawson anschließend ungewöhnlich deutlich kritisiert und angedeutet, dass dieser sich angesichts seiner unsicheren Zukunft klüger verhalten müsse. Ob das tatsächlich Einfluss auf die Fahrerentscheidung hat, ist bislang offen.
Als möglicher Nachfolger gilt Nikola Tsolov.
Der 19-Jährige kämpft aktuell in der Formel 2 um den Titel und könnte als nächstes Red-Bull-Talent den Sprung in die Formel 1 schaffen.
©IMAGO / ZUMA Press WireCadillac möglicherweise vor milliardenschwerem Teilverkauf
Auch bei Cadillac gibt es abseits der Rennstrecke Bewegung.
Nach übereinstimmenden Medienberichten prüft US-Milliardär Mark Walter den Verkauf eines Teils seiner Beteiligung am Formel-1-Team.
Zu den Interessenten soll unter anderem die Fenway Sports Group gehören, die unter anderem den FC Liverpool und die Boston Red Sox besitzt.
Sportico zufolge strebt Walter eine Bewertung des Teams von mindestens drei Milliarden US-Dollar an.
Dabei handelt es sich ausdrücklich um die angestrebte Unternehmensbewertung und nicht um einen bereits vereinbarten Kaufpreis.
Mindestens sieben Interessenten sollen sich mit einem Einstieg beschäftigen. Eine Einigung gibt es bislang nicht.
Die Berichte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Cadillac sportlich und technisch weiter unter Druck steht.
Das Team wartet weiterhin auf seinen ersten WM-Punkt und untersucht den schweren Aufhängungsbruch von Valtteri Bottas in Mexiko.
Gleichzeitig erhält Colton Herta in Brasilien den nächsten Trainingseinsatz. Dabei geht es offenbar auch darum, die noch fehlenden Punkte für die Superlizenz zu sammeln.
©IMAGO / ABACAPRESSFerrari-Zoff eskaliert weiter
Besonders angespannt bleibt die Lage bei Ferrari.
Lewis Hamilton erhebt nach dem Mexiko-GP deutliche Vorwürfe gegen Charles Leclerc und fordert klare Konsequenzen.
Auslöser war der harte Zweikampf der beiden Ferrari-Piloten unmittelbar nach dem Start. Leclerc verließ die Strecke, übernahm die Führung und erhielt später eine Fünf-Sekunden-Strafe. Hamilton verlor zusätzlich eine Position an Max Verstappen.
Hamilton ist überzeugt, dass Ferrari durch den internen Kampf einen möglichen Doppelsieg verspielt habe.
In einem Instagram-Beitrag schrieb er:
„Kämpfen ist notwendig, aber wenn dieser Kampf das Team etwas kostet, müssen wir ehrlich damit umgehen und daraus lernen.“
Unterstützung erhält Hamilton unter anderem von Nico Rosberg und Martin Brundle, die Leclercs Verhalten kritisch sehen.
CHAMP1-Experte Marc Surer kommt allerdings zu einer anderen Einschätzung.
In RACE CONTROL hatte er erklärt, dass Hamilton selbst Leclerc keinen ausreichenden Platz gelassen habe und damit maßgeblich zur Situation beigetragen habe.
Auch Ralf Schumacher kritisierte anschließend vor allem Hamiltons Verhalten nach dem Rennen.
Der ehemalige Formel-1-Pilot hält es für problematisch, dass Hamilton öffentlich eine Strafe gegen den eigenen Teamkollegen forderte und fordert nun ein Machtwort von Fred Vasseur und Ferrari-Präsident John Elkann.
Für zusätzliche Spekulationen sorgt ein Bericht über eine angebliche Vertragsklausel bei Leclerc, die ihm eine bevorzugte sportliche und technische Behandlung garantieren soll.
Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht. Ferrari hat sich bislang nicht dazu geäußert.
Schon am kommenden Wochenende in São Paulo müssen Hamilton und Leclerc wieder gemeinsam für die Scuderia antreten.
Ob Ferrari bis dahin verbindliche Regeln für das direkte Duell festlegt, ist offen.
Alle Hintergründe zum endgültigen Ocon-Aus bei Haas, Câmaras überraschendem Formel-1-Debüt, Russells offenem Statement, Lawsons ungewisser Zukunft, dem möglichen Cadillac-Milliardendeal und dem eskalierenden Ferrari-Zoff gibt es in der vollständigen Ausgabe der CHAMP1 NEWS im Video.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.































