Vorfreude, Heimspiel-Debüts und der Kampf um die Punkte: Der Media Day vor dem Grand Prix von Brasilien hatte es in sich.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit in Interlagos steht allen voran Rafael Camara, der nach dem abrupten Haas-Aus von Esteban Ocon überraschend zu seinem Formel-1-Debüt vor heimischem Publikum kommt.
Rafael Camara feiert sein Formel-1-Debüt in Brasilien. © Patching / XPB ImagesAufregung vor Camara Debüt in Brasilien
Kaum jemand hätte erwartet, dass Rafael Camara schon vor 2027 ein Rennwochenende bei Haas bestreiten würde. Doch nach dem überraschenden Rauswurf von Esteban Ocon in Mexiko während des letzten Rennwochenendes feiert der Brasilianer ausgerechnet bei seinem Heimrennen sein Debüt.
In der Pressekonferenz erklärt er, dass er versucht, dieses Wochenende zu genießen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich mein erstes Rennen hier in Brasilien bestreiten würde, fast schon am Ende der Saison – da rechnet man ja nicht damit, hier an den Start zu gehen. Ich habe das FP1, FP2 und FP3, also genug Zeit, um mich zurechtzufinden und sicherzustellen, dass ich mich wohlfühle. Ich versuche einfach, an diesem Wochenende so viel wie möglich zu lernen. Es wird mein erstes Mal im Auto sein, also muss ich mich erst einmal zurechtfinden und die Abläufe durchgehen.
Auf die Frage, ob er nur an diesem Wochenende im Cockpit in Brasilien sitzen wird, antwortet er nur, dass dies noch nicht feststehe.
Gabriel Bortoleto unterstützt seinen Landsmann in Brasilien. © Patching / XPB ImagesBortoleto als zweiter Brasilianer im Feld
Neben Camara fährt auch Gabriel Bortoleto sein Heimrennen in Interlagos. Er freut sich für seinen Landsmann und wünscht ihm ein schönes Heimrennen.
Auf das Sportliche bezogen sieht er sich dennoch nahe bei Haas: Im Kampf um die Plätze in der Konstrukteurswertung.
Im Moment liegen wir in der Meisterschaft hinter Haas, und in Mexiko ist es uns gelungen, den Rückstand zu verringern. In Interlagos kann alles passieren; das Wetter kann verrückt spielen. Mal sehen, was wir erreichen können.
Bisher konnte Bortoleto noch kein Rennen – weder den Sprint noch den Grand Prix – in seinem Heimatland beenden. Doch er habe daraus gelernt, insbesondere seine Emotionen im Griff zu haben.
Mit meinen Emotionen umzugehen, wenn ich in meinem Heimatland fahre. Normalerweise fällt mir das recht einfach, aber man fährt ja nicht jeden Tag vor Hunderttausenden Brasilianern auf seiner Heimstrecke, und vielleicht haben mich meine Emotionen letztes Jahr etwas überwältigt. Ich hatte letztes Jahr in São Paulo nicht viel Fahrpraxis, aber ich habe daraus gelernt.
Verstappen hat gute Erinnerungen an Brasilien
Nach einem dominanten Sieg in Mexiko möchte Max Verstappen nun weiter an der Spitze fahren. In Brasilien hat er bisher gute Erfolge feiern können.
Es ist eine fantastische Strecke, ideal für Rennen. Hier gab es schon einige verrückte Rennen, und für mich – ob ich nun von der Pole-Position aus, von hinten oder bei Regenrennen gewonnen habe … – komme ich immer wieder gerne nach Brasilien zurück.
Der Niederländer spricht ein großes Lob an seine Mannschaft von Red Bull aus.
Ich gebe mich nie mit Platz 6 oder 7 zufrieden. Selbst als ich noch im Mittelfeld gekämpft habe, habe ich immer versucht, mein Bestes zu geben – manchmal war das eben Platz 6. Die Mannschaft hat nie aufgegeben, sie hat immer weiter daran gearbeitet, sich zu verbessern, und ich bin froh, dass wir innerhalb einer Saison eine so große Wende geschafft haben. Ich bin hier, um zu gewinnen, ich gewinne gerne – das ist mir schon seit meiner Kindheit wichtig. Ich möchte so viele Rennen wie möglich gewinnen.
Alle Fahrer hoffen auf gute Chancen in Interlagos
Franco Colapinto sieht das Rennen in Brasilien derweil als das nächste zu einem eigenen Heimrennen in Argentinien. Er selbst ist mitten in der Saison als Rookie gestartet und hatte es alles andere als einfach. Doch er glaubt, dass darin auch ein Vorteil liegt: Man kann sich nicht monatelang vor dem Debüt verrückt machen.
Arvid Lindblad spürt einen positiven Trend bei den Racing Bulls. Er habe seinen Rhythmus etwa verloren, doch langsam aber sicher fühle er sich wieder wohl und sehe in Brasilien eine gute Chance auf weitere Punkte.
Ein frustrierendes Wochenende liegt hinter Fernando Alonso. In Mexiko mussten sowohl der Spanier als auch Lance Stroll ihre Aston Martins abstellen und ein weiteres doppeltes DNF akzeptieren. In Brasilien hofft er, an den eigentlichen Aufwärtstrend, den er seit Sepang sieht, anzuschließen.
Ob überraschender Rookie-Einstand oder das Hoffen auf den Umschwung im Mittelfeld: Unter dem unberechenbaren Himmel von Interlagos ist am Wochenende alles bereit für den nächsten F1-Thriller.































