Es ist ein verlockendes Privileg: Wer die Formel 1 gewinnt, darf im Folgejahr die Startnummer 1 auf der Nase seines Autos tragen. Sie ist das ultimative Symbol für den unangefochtenen Thron. Doch nicht jeder Weltmeister möchte sie. Kimi Antonelli lehnt das Angebot ab.
Kimi Antonelli glaubt an seine persönliche Glückszahl 12. © Patching / XPB ImagesPersönliches Glück für Antonelli
Der Italiener hat Geschichte geschrieben. Beim Großen Preis von Mexiko-Stadt holte er sich den Weltmeistertitel und stieg mit gerade einmal 20 Jahren zum jüngsten Weltmeister der F1-Geschichte auf. Doch statt den Tausch zur Nummer 1 durchzuführen, bleibt alles beim Alten. Antonelli vertraut weiterhin auf seine persönliche Nummer 12.
Dafür hat er klare Gründe. Er erklärte seine Entscheidung in einer Medienrunde so:
Ich glaube, ich bleibe bei der Nummer 12. Ich bleibe bei der Nummer 12, weil sie natürlich eine ganz besondere Zahl für mich ist, aber auch, weil sie mir hilft, auf dem Boden zu bleiben und bescheiden zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass mir die Nummer 12 einen neuen Ausgangspunkt bietet, von dem aus ich wieder von vorne anfangen, auf allem aufbauen und versuchen kann, mich zu verbessern. Und außerdem – um ehrlich zu sein – bin ich sehr abergläubisch, und die Nummer 1 war für mich noch nie eine gute Zahl. Wann immer ich sie hatte, lief es extrem schlecht, also ein weiterer Grund, bei der Nummer 12 zu bleiben – also werde ich bei der Nummer 12 bleiben.
Mit diesem Schritt verschwindet die Startnummer 1 im Jahr 2027 aus dem Startfeld. Der bisherige Weltmeister Lando Norris wechselt ohnehin zurück zu seiner gewohnten Nummer 4.
Antonelli denkt an Senna
Die 12 ist für den Italiener nicht nur eine Glückszahl aus den Nachwuchstagen. Sie schlägt auch die Brücke zu seinem großen Idol Ayrton Senna. Der Brasilianer fuhr 1988 im McLaren mit genau dieser Nummer zu seinem ersten Weltmeistertitel.
Passend dazu reist der neue Champion mit einer besonderen Ehrung nach Interlagos. Zum Rennwochenende in Brasilien packt er einen speziellen Helm aus.
Ich werde einen besonderen Helm für Brasilien haben, für Ayrton. Auch, weil es 35 Jahre her ist, seit er bei seinem Heimrennen im sechsten Gang gewonnen hat – es wird also ein Tribut-Helm für Brasilien und für Ayrton sein, und ich denke, es ist einer der besten Helme, die ich je entworfen habe. Ich hoffe also, dass er euch allen gefallen wird.
1991 rettete Senna seinen Heimsieg in Sao Paulo ins Ziel, obwohl sein Getriebe aufgab. In den letzten Runden funktionierte nur noch der sechste Gang; eine unfassbare körperliche Anstrengung, die bis heute unvergessen ist.































