Die Racing Bulls schaffen auf der Führungsebene langfristig Klarheit und verlängern mit Teamchef Alan Permane bis 2031. Bei der Fahrerfrage bleibt dagegen alles offen – insbesondere Liam Lawson muss trotz starker Saison weiter um sein Cockpit bangen. Gleichzeitig spitzt sich der Streit zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc bei Ferrari erneut zu, George Russell spricht offen über seine körperliche und mentale Erschöpfung – und in Brasilien drohen Regen und Gewitter für zusätzliches Chaos. Die Themen der CHAMP1 NEWS vom Freitag.
Vor dem Großen Preis von Brasilien bleiben gleich mehrere große Fragen offen. Während die Racing Bulls ihre Teamführung langfristig absichern, könnte es bei der Fahrerpaarung für 2027 noch zu einem echten Umbruch kommen.
Bei Ferrari wiederum ist der Konflikt zwischen Hamilton und Leclerc alles andere als beigelegt – und bei Mercedes zeigt sich immer deutlicher, wie sehr die Saison George Russell zugesetzt hat.
©Getty Images / Red BullPermane verlängert bis 2031 – Lawson weiter ohne Sicherheit
Die Racing Bulls setzen langfristig auf Alan Permane.
Der 59-jährige Brite hat seinen Vertrag als Teamchef und Co-Geschäftsführer bis einschließlich 2031 verlängert.
Permane war Anfang 2024 als Renndirektor zum Red-Bull-Schwesterteam gewechselt und hatte im Juli 2025 die Teamführung übernommen, nachdem Laurent Mekies zu Red Bull Racing wechselte.
Seitdem entwickelte sich der Rennstall sportlich weiter. Mit aktuell 108 Punkten liegen die Racing Bulls auf Rang fünf der Konstrukteurswertung – und könnten damit ihr bislang bestes Ergebnis unter den verschiedenen Teamnamen erreichen.
Während die Führungsfrage damit geklärt ist, bleibt die Besetzung der Cockpits für 2027 offen.
Besonders Liam Lawson muss weiter zittern.
Der Neuseeländer liegt mit 83 Punkten auf Platz neun der Fahrer-WM und ist damit der bestplatzierte Pilot außerhalb der vier großen Teams. Trotzdem gibt es bislang keine Zusage für die kommende Saison.
Zusätzlich steht weiterhin sein Zwischenfall mit Max Verstappen in Mexiko im Raum. Auch CHAMP1-Experte Marc Surer hatte zuletzt Zweifel geäußert, ob die Szene Lawson bei der internen Fahrerentscheidung geschadet haben könnte.
Als möglicher Nachfolger gilt Nikola Tsolov.
©IMAGO / Every Second MediaHamilton verschärft Ferrari-Streit
Auch bei Ferrari bleibt die Lage angespannt.
„Ich lasse mich nicht zum Schweigen bringen. Ich habe mich noch nie zum Schweigen bringen lassen.“
Hamilton und Leclerc sollen sich am Freitag gemeinsam mit Teamchef Fred Vasseur zu einem klärenden Gespräch treffen.
Die Ferrari-Führung will offenbar verhindern, dass der interne Konflikt weiter eskaliert.
Hamilton wirft Leclerc weiterhin vor, gegen ihn härter zu fahren als gegen andere Gegner.
Auf direkte Nachfrage bestätigte der siebenmalige Weltmeister diese Einschätzung ausdrücklich und verwies unter anderem auf Singapur, wo Leclerc gegenüber Max Verstappen kompromissbereiter gewesen sei.
Auch frühere Ferrari-Duelle mit Sebastian Vettel und Carlos Sainz führte Hamilton als Vergleich an.
Ob Leclerc diese Einschätzung teilt, ist nicht bekannt.
Ferrari unter zunehmendem Druck
Für Fred Vasseur wird die Situation damit immer schwieriger.
Der Ferrari-Teamchef hatte bereits nach Mexiko eingeräumt, dass sein Team durch den internen Kampf eine große Siegchance verspielt habe.
Inzwischen wird in italienischen Medien sogar darüber spekuliert, ob sich Ferrari-Präsident John Elkann persönlich einschalten könnte. Konkrete Hinweise darauf gibt es bislang allerdings nicht.
Auch mehrere ehemalige Fahrer fordern klarere Regeln.
Juan Pablo Montoya sprach sich sogar für interne Strafen aus. James Hinchcliffe kritisierte ebenfalls, Ferrari habe seine beste Siegchance selbst zunichtegemacht.
CHAMP1-Experte Marc Surer hatte bereits bei RACE CONTROL erklärt, dass Ferrari aus seiner Sicht klare Vorgaben für die direkten Duelle seiner beiden Fahrer braucht.
Für zusätzliche Unruhe sorgen Berichte über angebliche Spannungen zwischen Hamilton und Teilen des Teams. Der italienische Journalist Piergiuseppe Donadoni behauptet, der Brite sei bei einigen Mitarbeitern nicht besonders beliebt und betreibe intern politische Spielchen.
Konkrete Belege dafür nannte er allerdings nicht. Ferrari selbst äußerte sich dazu bislang ebenfalls nicht.
©IMAGO / Every Second MediaRussell: „Ich bin erschöpft“
Auch bei Mercedes ist die Saison emotional längst nicht für alle Fahrer positiv verlaufen.
George Russell spricht inzwischen so offen wie selten zuvor über seine Belastung.
„Ich musste mich das ganze Jahr immer wieder aufrappeln und wurde dann doch wieder nach unten getreten.“
Russell räumt ein, körperlich und mental erschöpft zu sein.
Nach seinem schwierigen Mexiko-Wochenende hatte er die Rennstrecke vorzeitig verlassen und auf die verpflichtenden Mediengespräche verzichtet.
Nun erklärte der 28-Jährige, dass er einfach nur noch weggewollt habe.
Wie schwierig seine Saison verlief, zeigt auch eine interne Analyse mit seinem Renningenieur: Bei 14 Grands Prix sei es zu unterschiedlichen Problemen gekommen. Nur sechs Rennwochenenden seien vollständig reibungslos verlaufen.
In früheren Jahren habe die Zahl problematischer Wochenenden meist nur zwischen zwei und vier gelegen.
Russell gibt sich dennoch nicht geschlagen.
Er will die verbleibenden Rennen nutzen, um wieder zu seiner alten Stärke zurückzufinden.
Wolff stellt sich hinter Russell
Rückendeckung erhält Russell von Toto Wolff.
Der Mercedes-Teamchef betont, dass die Leistungen seines Fahrers deutlich besser gewesen seien, als der große Rückstand auf Weltmeister Kimi Antonelli vermuten lasse.
Mercedes habe Russell nicht immer das optimale Material zur Verfügung gestellt. Mehrere Probleme hätten außerhalb seiner Kontrolle gelegen.
Gleichzeitig richtet sich der Fokus bei Mercedes nun auf die Konstrukteurs-WM.
Nach Antonellis vorzeitigem Gewinn des Fahrertitels könnte der Rennstall bereits in Brasilien auch den Teamtitel perfekt machen.
©McLarenNorris verteidigt McLarens Saison
Lando Norris weigert sich unterdessen, McLarens Saison 2026 als Misserfolg zu bezeichnen.
Der amtierende Weltmeister liegt aktuell nur auf Rang sechs der Fahrerwertung, betont aber, dass McLaren für den Titelgewinn 2025 bewusst einen hohen Preis gezahlt habe.
Damals seien sämtliche Ressourcen auf die laufende Saison konzentriert worden. Angesichts der großen Regeländerungen für 2026 sei deshalb absehbar gewesen, dass andere Teams einen Vorsprung haben könnten.
Norris räumt allerdings ein, dass McLaren zuletzt auch bei der Weiterentwicklung ins Hintertreffen geraten sei.
©XPB ImagesBottas genervt von Zukunftsgerüchten
Auch Valtteri Bottas hat genug von den Spekulationen über seine Zukunft bei Cadillac.
Der Finne erklärte, dass er sich bewusst für ein langfristiges Projekt entschieden habe und nicht damit gerechnet habe, schon nach wenigen Monaten wieder um sein Cockpit kämpfen zu müssen.
Die ständigen Gerüchte bezeichnete er als unnötige Ablenkung.
Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft erwartet Bottas in Kürze.
©XPB ImagesBrasilien droht zur Regenschlacht zu werden
Und auch sportlich könnte das Wochenende in São Paulo turbulent werden.
Aktuelle Wetterprognosen rechnen von Freitag bis Sonntag mit Regen und zeitweise kräftigen Gewittern.
Besonders am Samstag könnte es kritisch werden.
Für den Nachmittag liegt die Gewitterwahrscheinlichkeit laut den vorliegenden Prognosen bei 60 bis 70 Prozent – ausgerechnet rund um das Qualifying.
Auch für Sonntag wird Regen erwartet.
Zum Rennstart um 18 Uhr deutscher Zeit liegt die derzeitige Regenwahrscheinlichkeit bei 40 bis 50 Prozent.
Besonders anspruchsvoll könnten diese Bedingungen für Rafael Câmara werden.
Der Brasilianer gibt an diesem Wochenende nach dem vorzeitigen Ocon-Aus sein Formel-1-Debüt für Haas – und könnte seine ersten Rennkilometer ausgerechnet bei schwierigen Regenbedingungen absolvieren.
Alle Hintergründe zu Permanes langfristiger Verlängerung, Lawsons unsicherer Zukunft, dem weiter eskalierenden Ferrari-Streit, George Russells Erschöpfung und dem drohenden Wetterchaos in Brasilien gibt es in der vollständigen Ausgabe der CHAMP1 NEWS im Video.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.































