Das Rennwochenende in Spielberg hat mal wieder für die ein oder andere Entwicklung gesorgt.
Während die Dominatoren weiter ihre Kreise ziehen, kommt ein Team auf dem Boden der Tatsachen an. Und plötzlich ist ganz nebenbei auch noch Max Verstappen zurück.
Max Verstappen ist Mercedes auf den Fersen. © Moy / XPB ImagesMercedes kämpft mit sich und Max Verstappen
Platz eins für George Russell und Platz drei für Kimi Antonelli klingen erst einmal nach einem erfolgreichen Wochenende für die Dominatoren der Formel 1, doch vereinzelt gab es Probleme.
Da wäre zum einen die Startphase von Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot hatte Pech, da er sich nach dem Verstappen-Crash im Qualifying anders als sein Teamkollege nicht verbessern konnte und von Platz vier starten musste.
Nach dem Start verließ der Italiener mehrmals die Strecke und sorgte mit seiner Fahrweise für Kopfschütteln. Auch Antonelli selbst war nach dem Rennen sehr selbstkritisch und gab zu, dass er nervös gewesen sei.
George Russell hingegen erlebte nach seiner kontroversen Pole auf den ersten Blick ein entspanntes Rennen. Doch immer wieder tauchte Max Verstappen in seinem Rückspiegel auf. Der Niederländer hatte deutlich weniger Probleme als Russell mit seinen Reifen. Während der Brite managen musste, taktierte der Niederländer und hätte am Ende fast noch den Sieg angreifen können.
Alle drei Fahrer überzeugten in Spielberg. Antonelli zeigte vor allem im letzten Stint, dass er wohl immer noch der überragende Fahrer der Saison ist. Die Red-Bull-Updates funktionierten überragend und brachten das Team sehr nah an Mercedes. Doch ausruhen darf man sich auf diesem Achtungserfolg von Verstappen nicht.
Lewis Hamilton hatte in Spielberg nichts mit sem Sieg zu tun. © IMAGO / Gregoire TruchetFerrari auf dem Boden der Tatsachen – McLaren im Nirgendwo
Denn auch Ferrari dachte nach dem überragenden Hamilton-Auftritt in Barcelona, dass man plötzlich da ist, wo man sein will. Doch Österreich machte der Scuderia einen Strich durch die Rechnung.
Die Ferrari-Stars hatten große Probleme mit dem Reifenmanagement. Hinzu kam auch noch eine fragwürdige Strategie. Hamilton zwischendurch auf Softs rauszuschicken, der dadurch seine gute Track-Position aufgab, sorgte am Ende dafür, dass der Brite sogar hinter Oscar Piastri ins Ziel kam.
Seinen Teamkollegen fuhr er im Rennen trotzdem wieder in Grund und Boden. Charles Leclerc konnte mit Hamilton nicht mithalten und war am Ende mit Platz acht der schlechteste Pilot eines Top-Teams.
Während die Saison von Ferrari ein Auf und Ab ist, stagniert das Weltmeisterteam auf einem enttäuschenden Niveau. Wieder einmal hatte McLaren kaum Pace, wieder einmal hatte man immer wieder mit Problemen zu kämpfen.
Zumindest Oscar Piastri kann mit einem vierten Platz leben und zeigte eine aufsteigende Form, während Lando Norris am Ende wie Leclerc hinter Isack Hadjar landete und mit Platz sieben nicht zufrieden sein wird.
Vor allem von einem Team wie McLaren erwartet man am Ende mehr. Während Red Bull und Ferrari Ausreißer nach oben haben, sucht man diese beim Papaya-Team vergebens. Vielleicht liegt Silverstone dem Team ja mehr.
Die Racing Bulls schafften es wieder in die Punkte. © Charniaux / XPB ImagesHinten dominiert die Langeweile
Eine weitere Erkenntnis, die man in Spielberg gewonnen hat, ist die bittere Situation im Mittelfeld. Passiert bei den Top-Teams nichts Spektakuläres, dann bleiben nur zwei Plätze in den Punkten.
Zuletzt kämpften vor allem Alpine und die Racing Bulls um diese Plätze. Nun scheint das Red-Bull-Schwesterteam die Nase deutlich vorn zu haben. Lawson und Lindblad liefern konstant ab, sorgen aber gleichzeitig für sehr fade Rennen hinter den Top-Teams.
Audi kratzt an den Punkten, kommt aber nicht rein, während Teams wie Alpine oder Haas immer wieder mit sich selbst zu kämpfen haben. Über Williams, Cadillac und Aston Martin muss man kaum ein Wort verlieren. Hier ist man derzeit froh, wenn überhaupt ein Fahrer die Ziellinie sieht.
Auch heiße Duelle oder spannende Zwischenfälle suchte man vergebens. Bis auf die ein oder andere brennende Bremse bekam man von den Teams ab Platz 8 so gut wie gar nichts mit. Kein gutes Zeichen.
Silverstone verspricht Spektakel – auch mit neuem Reglement?
Nun wartet Silverstone, ein Rennen, das immer für Furore sorgen kann. Verstappen machte in einer Medienrunde allerdings klar, dass sich die Strecke unter dem neuen Reglement vollkommen anders anfühlen würde. Das habe er im Simulator gemerkt.
Das Batteriemanagement könnte in Silverstone mal wieder zu einem großen Faktor werden. Die Reihenfolge der Top-Teams könnte noch einmal ordentlich durchgeschüttelt werden.
Vor allem die Briten werden darauf hoffen, bei ihrem Heimspiel zu glänzen. Russell, Hamilton, Norris, Antonelli und Verstappen zählen derzeit wohl zum Favoritenkreis auf den Sieg in Großbritannien. Antworten wird es schon beim Sprint-Qualifying am Freitag geben.




































