Lewis Hamilton wurde bei seinem Heimrennen in Silverstone Dritter. Zu früh freuen konnte er sich jedoch nicht. Denn nach dem Rennen musste er noch bei den Stewards vorsprechen. Der Grund: Er verlangsamte nicht unter einer gelben Flagge.
Rechnete Hamilton bereits mit einer Strafe?
Auf dem Podium vermisste man ein bisschen die Begeisterung beim Rekordweltmeister. Zu dem Zeitpunkt wusste er bereits, dass die Untersuchung anstand und er wenig später zu den Stewards musste. Ahnte der Brite etwa schon, dass er sein Podium verliere und, je nach Ausfall der Strafe auf mindestens Platz 13 zurückfallen würde?
George Russell freut sich über sein erstes Podium in Silverstone, sein ehemaliger Teamkollege sieht eher bedrückt aus | © Moy / XPB ImagesKonkret ging es um den Fall in Runde 38. Nico Hülkenberg musste seinen Audi am Streckenrand kurz vor Kurve 9 abstellen. Für den entsprechenden Abschnitt wurde eine einfache gelbe Flagge gewunken. Die Rennleitung warf der Nummer 44 vor, in dem Sektor zu schnell gewesen zu sein. Nach dem Gespräch mit den Stewards war sich der Ferrarifahrer sicher: Er bekommt eine Zeitstrafe. Doch das offizielle Dokument und die damit einhergehende Entscheidung ließen noch über eine Stunde auf sich warten.
Er behält sein Podium
Zur großen Überraschung des Briten lautet die offizielle Entscheidung der Stewards: Verwarnung. Damit bleibt Hamilton auf dem Podium und darf seinen dritten Platz behalten. Doch wie genau kamen die Stewards zu diesem Entschluss?
Die genaue Analyse ergab, dass die Situation wohl deutlich komplizierter war, als man zunächst angenommen hatte. Nachdem alle Daten ausgewertet, Onboards und Wiederholungen gesichtet wurden, stellten die Verantwortlichen fest, dass Hamilton den betroffenen Sektor schon befahren hatte, bevor die gelbe Flagge zum Einsatz kam. „Das entsprechende Lichtsignal nach Kurve 9 blinkte direkt vor Kurve 10 grün“, heißt es zusätzlich im offiziellen Dokument. Erst als Hamilton den beflaggten Bereich wieder verließ wurde ihm das Signal der gelben Flagge auf seinem Lenkrad angezeigt. Die Stewards einigten sich darauf, dass dem Fahrer so wenig Zeit zum Reagieren blieb.
Duell mit Verstappen spielte entscheidende Rolle
Kurz vorher lieferten sich der Brite und Max Verstappen ein Überholduell. Da der Ferrarifahrer zu dem Zeitpunkt mit einem Gegenangriff des Niederländers rechnete und „seine Aufmerksamkeit eher seinen Spiegeln, anstatt des Lichtsignals galt“, werteten die Stewards das ebenfalls als mildernden Umstand.
Hamilton im Duell mit Verstappen | © Moy / XPB ImagesHamilton ist trotzdem nicht ganz unschuldig
Bei einer Sache mussten die Stewards den 41-Jährigen schuldig sprechen. Er verlangsamte nicht seine Geschwindigkeit. Die Auswertung der Telemetriedaten ergab, dass nachdem Gelb angezeigt war, die Geschwindigkeit nicht ausreichend verringert wurde. Somit lag ein Verstoß gegen Artikel B1.8.4a des FIA-F1-Reglements vor.
Darum blieb es bei einer Verwarnung
Bei der endgültigen Entscheidung wurden alle sämtlichen mildernden Umstände berücksichtigt. Hamilton befuhr den betroffenen Sektor bereits, als die gelbe Flagge anzeigt wurde, er rechnete mit einer Attacke von Verstappen und insgesamt war die Reaktionszeit zu knapp.
Unter diesen Umständen hielten die Stewards eine Verwarnung für die angemessene Strafe.
Damit handelt es sich um die erste Verwarnung der Saison für Hamilton. Das Rennergebnis bleibt damit unverändert.




































