Das Debütjahr von Audi in der Formel 1 begann eigentlich sehr vielversprechend. Der Rennstall, der noch sehr viel Sauber-DNA in sich trägt, zeigte eine gute Pace und positionierte sich im Kampf um die Punkte.
Doch primär aufgrund von technischen Problemen stehen bislang nur mickrige zwei Punkte zu Buche. Auch in Miami konnte man das Wochenende wohl wieder unter „Pleiten, Pech und Pannen“ abspeichern.
Bortoleto wurde nach dem Sprint disqualifiziert und kämpfte im Qualifying mit einer brennenden Bremse, während Nico Hülkenberg in Sprint und Rennen aufgrund diverser Probleme nicht mal ins Ziel kommen konnte.
Die Probleme bei Audi sind derzeit nicht von der Hand zu weisen. © IMAGO / Beautiful SportsSurer sieht viele Baustellen bei Audi
Auch in Race Control, der Analyseshow von Champ1, war das nächste Audi-Desaster ein Thema. Für Marc Surer, der als Schweizer natürlich ein Herz für das ehemalige Sauber-Team hat, war Audi in Miami „definitiv ein deutsches Team“.
Diese Aussage war natürlich nicht ganz ernst gemeint und Surer ist von der aktuellen Situation alles andere als begeistert.
„Ja, es ist traurig. Zu viele Baustellen, zu viel geht schief, und zwar an allen Ecken. Bei Cadillac darf das mal passieren, die sind ein neues Team. Aber Sauber ist ein bekanntes Team, das eigentlich immer gute Arbeit geleistet hat. Und es ist jetzt einfach vieles schiefgegangen. Ich weiß nicht, wer jetzt Schuld ist. Aber das müssen sie auf die Reihe bekommen. Zum Glück haben wir jetzt noch mal eine Pause. Da können sie jetzt alles schön abarbeiten.“
Mehr als zwei Wochen sind es noch, bis in Montreal das nächste Rennwochenende auf dem Plan steht. Audi hat also Zeit und wenn die technischen Probleme endlich gelöst werden können, dann ist die Pace für gute Ergebnisse eigentlich da.
Allan McNish soll das Machtvakuum bei Audi schließen. © IMAGO / justpictures.chMcNish als wertvolle Ergänzung?
Ein Mann, der den Rennstall zuletzt verstärkte, ist Allan McNish. Nach dem Abgang von Jonathan Wheatley soll er ein gewisses Machtvakuum füllen und als Rennleiter fungieren.
Marc Surer hält viel vom Briten und glaubt, dass „McNish voll dabei ist“. Vor allem seine Führungserfahrung in der Formel E würde ihm bei seiner neuen Aufgabe helfen.
„Es gibt kein Kompetenzgerangel mit ihm. Das war das Problem bei Wheatley, dass er das Gefühl hatte, er hat das Sagen. Und Binotto hat auch das Gefühl gehabt, dass er der Chef ist. Das wird nun nicht passieren. Deswegen wird die Arbeit viel ruhiger sein. Er ist der Richtige.“
In den kommenden Wochen und Monaten wird die Formel-1-Welt gespannt darauf schauen, wie sich Audi entwickelt. Treten die Probleme allerdings weiter auf, steht bald vorwiegend einer unter Druck, der sich eigentlich beweisen wollte: Mattia Binotto.




































