Stefano Domenicali gilt als Verfechter des neuen Formel-1-Reglements und machte das auch in zahlreichen Interviews in der Vergangenheit klar.
Auch, wenn die Kritik nicht leiser wird, bleibt der Italiener scheinbar bei seinem Standpunkt. Und das hat laut ihm vor allem einen Grund.
Das Überholmanöver von Verstappen gegen Hamilton begeisterte die Formel-1-Fans. ©Charniaux / XPB ImagesInteressieren sich die Fans nur für Überholmanöver?
In einer Medienrunde machte Domenicali klar, warum das neue Reglement gut für das Image der Formel 1 wäre.
„Die überwiegende Mehrheit unserer Fans interessiert sich nicht für die technischen Details. Sie reden nicht über Superclipping, sondern schauen darauf, wie viele Überholmanöver es gibt. Besonders die neuen Fans konzentrieren sich auf die Action.“
Eine kontroverse Meinung. Auch viele Fans kritisieren das neue Reglement immer wieder scharf und geben an, dass sie die alte Formel 1 vermissen würden. Auch Fahrer wie Max Verstappen machen kein Hehl daraus, wie wenig sie das neue Reglement mögen.
Domenciali sei nicht da, um „jemandem den Mund zuzukleben“. Das Schöne am Sport sei, dass jeder eine Meinung haben könne, aber „eine Meinung ist eben nur eine Meinung“.
„Es gibt jemanden, der die Pflicht hat, eine Linie zu haben. Es gibt bestimmte Fahrer, die natürlich bestimmte Dinge bevorzugen. Ich denke, dass wir im Prozess die Notwendigkeit hervorgehoben haben, in dieser Hinsicht konstruktiv zu sein.“
Man müsse nun gemeinsam „nach vorn schauen und sicherstellen, dass der Sport wächst, wie ich sagte, alle zusammen auf die richtige Weise“.
Kehrt die Formel 1 nach Imola zurück? © Moy / XPB ImagesFormel-1-Saison könnte laut Domenicali in Europa enden
Auch zum Kalenderchaos der Formel 1 äußerte sich der Boss. Noch glaube er daran, dass Katar und Abu Dhabi stattfinden, eine Entscheidung bezüglich der Rennen würde auch nicht vor Mitte September fallen.
„Ich möchte Ihnen nur bestätigen, dass, falls dies nicht möglich sein wird, das Saisonende in Europa stattfinden wird, weil wir nicht an andere Orte gehen können. Es gibt einige Möglichkeiten auf dem Tisch. Angesichts der Einschränkungen, die wir haben, müssen wir zurückgehen, um alle brexitbezogenen Dokumente aus dem Ausland in Großbritannien abzuschließen und dann an einen anderen Ort zu gehen.“
Aus diesem Grund wäre es kurzfristig nur möglich, in Europa unterzukommen. Auch machte Domenciali klar, dass die Temperaturen hoch genug sein müssen, um das Rennen zu fahren.
Portimao gilt als Ersatzkandidat, doch die Strecke ist noch nicht in einem Zustand, um ein Rennwochenende auszutragen. Deshalb gilt derzeit Imola als wahrscheinlichste Alternative.
Auch ein Doppel-Rennwochenende in Las Vegas sei eine Möglichkeit gewesen, doch das Thanksgiving-Wochenende der NFL machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Man wolle „jede Art von Situation vermeiden, die uns vor etwas stellt, das natürlich immer noch ziemlich groß in den USA ist.“
Kleine Fragezeichen konnte der Italiener ausräumen, doch die große Frage, wo das Saisonfinale am Ende stattfinden wird, lässt noch auf sich warten.
































