Für Lando Norris hätte das Rennen in Madrid nicht unglücklicher laufen können. Obwohl er überraschend sich im Qualifying die Pole Position sicherte und das Rennen von der wohl besten Position startete, beendete er es nur auf dem dritten Platz. McLaren-Teamchef Andrea Stella erklärte, wieso gerade die Geschwindigkeit von Norris ein Problem war.
Am Ende war es nur der dritte Platz für Norris | © Bearne / XPB ImagesDas Timing des VSC
Lance Stroll löste in Runde 13 ein virtuelles Safety Car aus. Der Aston Martin verlor die Bremsen. Als das VSC ausgerufen wurde, war Lando Norris gerade an der Boxeneinfahrt vorbei gefahren. „Von der Pole-Position gestartet, das Rennen angeführt und ein unglaubliches Tempo vorgelegt – das wäre ein Sieg mit mehreren Sekunden Vorsprung gewesen, doch am Ende landeten wir auf dem dritten Platz“, sagte McLaren-Teamchef Andrea Stella nach dem Rennen zu F1TV.
Der Zeitpunkt für das Virtual Safety Car war um einige Sekunden zu spät – Lando hatte die Boxeneinfahrt bereits passiert –, und dann war er um einige Sekunden zu früh, da die Phase genau in dem Moment endete, als er an die Box kam.
Stella erklärt den Boxenstopp
Außerdem erklärte der Italiener, warum man sich in dem Moment trotzdem entschied, Norris an die Box zu rufen. Dass man ihn weiterfahren ließe, stand strategietechnisch wohl nicht zur Debatte.
„Die Logik dahinter ist: Wenn man draußen bleibt, fährt man mit gebrauchten Medium-Reifen weiter, die bereits Graining aufweisen“, erklärte Stella, „Das bedeutet, dass man irgendwann hinter den Fahrern auf die Strecke zurückkehrt, die bereits auf harte Reifen gewechselt haben – es läuft also auf ein ähnliches Rennen hinaus wie bei Leclerc.“ Charles Leclerc kam unter dem VSC nicht an die Box und fuhr weiter. Dadurch hatte er, bis er in Runde 48 zum Pflichtboxenstopp kam, das Rennen angeführt. Des Weiteren meinte Stella:
Wir hätten eigentlich sogar noch früher an die Box kommen sollen, da der Medium-Reifen früher abgebaut hätte. Es gab also eigentlich keine Möglichkeit, die Führung zu behaupten.
Den unglaublich langsamen Stopp von sieben Sekunden ließ der Teamchef unkommentiert im Raum stehen. Durch den schlechten Boxenstopp verlier Norris natürlich noch mehr Zeit.
Insgesamt sei das Rennen trotzdem sehr positiv für McLaren gewesen. Man rechnete nicht damit, dass man auf dem Madring so schnell sein würde. Das virtuelle Safety Car lag außerhalb der Kontrolle des Teams. Stella behauptete, man hätte nichts anders machen können: „Wir haben alle Optionen geprüft, doch die Umstände ließen uns keine tragfähige alternative Strategie.“
„Heute waren wir zu schnell, um das Rennen zu gewinnen. Denn wären wir etwas langsamer gewesen, hätten wir es bis an die Box geschafft! Wir haben ein Lächeln im Gesicht und freuen uns auf den Rest der Saison“, sagte der Teamchef abschließend.
Ob gerade Lando Norris Madrid mit einem Lächeln im Gesicht verlassen wird, ist jedoch fraglich. Er war nach dem Rennen sichtlich enttäuscht.































