Der Große Preis von Monaco galt nicht immer als Indikator für die anderen Rennen der Formel-1-Saison. Doch in diesem Jahr ist das ein bisschen anders. Denn vor allem mental hat sich im Fürstentum noch einmal einiges bewegt.
Monaco war in diesem Jahr mehr als eine besonders fordernde Strecke. Es war ein Ausblick, wie diese Saison weiterlaufen könnte.
© IMAGO / GEPA picturesMercedes und Antonelli wirken unaufhaltbar
Für alle Teams außer einem war dieses Wochenende eine endgültige Ernüchterung. Vor dem Wochenende sprach man vor allem von Ferrari und McLaren, denen die Strecke eigentlich liegen müsste.
Doch am Ende war es vor allem wieder Kimi Antonelli, der da war, wenn er gebraucht wurde. Eine überragende Quali-Runde und ein dominantes Rennen zeigten, dass Mercedes eigentlich auf jeder Strecke zurechtkommt.
Die noch schlechtere Nachricht wird allerdings noch folgen: Denn Mercedes scheint nur den zweitbesten Motor im Feld zu besitzen und darf dank der ADUO-Regelung ein Upgrade bringen. Man muss sich derzeit wirklich fragen, wer Mercedes aufhalten will.
Auch weil Antonelli eben vor Selbstvertrauen strotzt. Sogar mit dem Top-Starter Lewis Hamilton konnte er beim Restart locker mithalten und hielt den Briten hinter sich. Ferrari, Red Bull, McLaren und Co. können froh sein, dass George Russell derzeit in einem Loch ist – ansonsten wäre wahrscheinlich nur noch ein Podiumsplatz frei.
© IMAGO / PsnewZSchleichender Philosophie-Wechsel bei Ferrari?
Auch wenn Lewis Hamilton nach dem Rennen klarmachte, dass für ihn Mercedes das ganze Wochenende in der Favoritenrolle war – das Team hatte sich in Monaco schon Siegchancen ausgerechnet.
Die Performance von Hamilton, dessen Paradestrecke Monaco ganz sicher nicht ist, war sogar nahezu perfekt, doch vor allem Charles Leclerc, der eigentlich als Favorit ins Wochenende gegangen war, enttäuschte.
Der Monegasse kämpfte am gesamten Wochenende mit seinen Bremsen und schied auch aufgrund des Problems mit einem Crash im Rennen aus. Nach dem Rennen zeigte sich Leclerc in einer Medienrunde angefressen und überraschend ehrlich.
„Wieder einmal haben wir eine Lösung… Als Lewis vor drei oder vier Rennen diesen Weg eingeschlagen hat, hätte das auf anderen Rennstrecken wohl keinen Unterschied gemacht, aber für mich war es heute einfach unüberwindbar.“
Diese Worte verdeutlichen einen kleinen Wandel bei der Scuderia. Hamilton kämpft dafür, sein Auto so verändern zu dürfen, wie er es braucht. In diesem Jahr klappt das anscheinend deutlich besser. Und er zahlt es mit Leistungen zurück und ist nun WM-Zweiter. In der letzten Saison hätte man es kaum für möglich gehalten, doch scheinbar orientiert sich Leclerc jetzt an ihm.
© IMAGO / PsnewZRed Bull und McLaren kämpfen in Monaco weiter mit der Zuverlässigkeit
Bei Red Bull und McLaren ist besonders die Zuverlässigkeit weiterhin ein Thema. Max Verstappen und Lando Norris mussten das Rennen aufgrund technischer Probleme beenden.
Bei Verstappen ist das besonders ärgerlich, weil es am Ende um seinen Motor ging, der nach diesem Rennen sowieso ausgewechselt werden sollte. Die Leistung von Isack Hadjar, der es durch die ein oder andere Strafe auf Platz drei schaffte, zeigt, was für den Niederländer wohl möglich gewesen wäre.
Oscar Piastri schaffte es im McLaren zumindest auf Platz vier, mehr wäre wohl auch für Norris nicht drin gewesen, da beim Weltmeisterteam noch etwas viel Wichtigeres fehlte – die Pace. Und das beim vermeintlichen 1000. Grand Prix des Teams. Ein Desaster.
Norris selbst konnte sich einen Seitenhieb gegen das neue Reglement nicht verkneifen.
„Vielleicht schaffe ich es ja ins Ziel, wenn ich einfach zwei Verbrennungsmotoren einbaue und die Batterie vergesse.“
Beide Teams werden in Barcelona wieder angreifen wollen. Zumindest Ferrari sollte dann wieder in Reichweite liegen.
© XPB ImagesViele Profiteure in Monaco – außer Audi
Das Strafenchaos und die Ausfälle sorgten dafür, dass zahlreiche Mittelfeldteams profitierten. Liam Lawson und Arvid Lindblad feierten mit Platz fünf und sechs ein unglaubliches Ergebnis für die Racing Bulls.
Auch Pierre Gasly zeigte mal wieder eine starke Leistung und fiel nur aufgrund von zwei Fünf-Sekunden-Strafen auf Platz sieben zurück – ansonsten wäre er auf dem Podium gewesen.
Für Alex Albon, Esteban Ocon und Fernando Alonso gab es auch dringend benötigte Punkte. Vor allem der Aston-Martin-Pilot hätte so schnell wahrscheinlich nicht damit gerechnet.
Sergio Perez im Cadillac hätte beinahe den Punkt geholt, den der Spanier am Ende inne hatte, allerdings sorgte der Mexikaner mit einem Fehlstart für eine ärgerliche 10-Sekunden-Strafe.
Und dann gibt es da noch Audi. Gabriel Bortoleto konnte nur aus der Boxengasse starten und Nico Hülkenberg machte sich mit einem Crash nach dem Restart das Rennen kaputt – mal wieder keine Punkte für das eigentlich ambitionierte Team. So langsam kann man das alles nicht mehr mit Pech erklären.
Der Große Preis von Monaco hat die Richtung für die nächsten Wochen deutlicher vorgegeben, als man es vorher erwartet hätte. Nun wartet in Barcelona direkt die nächste Standortbestimmung.




































