George Russell kann nach den letzten Wochenenden zumindest wieder ein wenig mehr strahlen.
Mit dem Sieg in Spielberg und dem zweiten Platz in Silverstone konnte der Brite den Rückstand auf seinen Teamkollegen auf 25 Punkte verkürzen. Trotzdem wirkt Antonelli derzeit wie der bessere Fahrer, hat aber öfter mit Problemen und Pech zu kämpfen.
Dürfen Russell und Antonelli auch weiterhin frei fahren? © Charniaux / XPB ImagesRussell glaubt nicht an Mercedes-Teamorder
In den letzten Wochen wurde immer wieder debattiert, ob Mercedes Kimi Antonelli in Zukunft bevorzugen würde, um die Fahrerweltmeisterschaft abzusichern. Gegenüber der Daily Mail zeigte sich Russell allerdings völlig gelassen bezüglich dieser Geschichte.
„Ich habe aus der Gerüchteküche gehört, dass über Bevorzugung (zugunsten von Antonelli) gesprochen wird. Das stört mich nicht – und es stimmt auch nicht. Als ich jünger war, hätte ich mich vielleicht gegen diesen Vorwurf wehren wollen.“
Es gebe „2000 Leute im Team“, die alle einen Bonus erhalten würden, wenn Mercedes den Konstrukteurstitel gewinnen würde. Eine Bevorzugung würde deshalb laut dem Briten kontraproduktiv sein.
Beide Fahrer könnten laut Russell „fahren, wie sie wollen, es sei denn, das vorrangige Ziel der Mannschaft, die maximal mögliche Punktzahl zu erreichen, ist gefährdet“. Der Brite selbst kann sich bis zur Sommerpause selbst aus einer möglichen kniffligen Situation herausholen.
Landet er auch in Spa und Ungarn vor seinem Teamkollegen, dann ist der WM-Kampf absolut offen und Russell kann argumentieren, dass er genauso gut, wie der Italiener sei.
George Russell ist die Meinung der Fans egal geworden. © Bearne / XPB ImagesMercedes-Star ist „rücksichtsloser“ geworden
Auch, wenn er es nicht zugeben will: In dieser Saison steht der Mercedes-Star, der eigentlich die Nr. 1 im Team sein wollte, mächtig unter Druck. Und auch bei den Fans steht der Brite immer wieder in der Kritik.
Doch Russell machte klar, dass ihm die Meinung anderer mittlerweile nicht mehr allzu viel bedeute.
„Wenn man mich mag, gut. Wenn man mich nicht mag, werde ich deswegen keinen Schlaf verlieren.“
Er wäre zwar nun immer noch nicht sorglos, doch in seiner Jugend sei es ihm wichtiger gewesen, „den Fans zu gefallen oder Dinge zu tun, die nicht meinem wahren Ich entsprachen“. Nun wolle er einfach nur er selbst sein. Russell sei nur wichtig, „was die Menschen, die ich liebe, von mir halten.“
„Ich bin jetzt etwas rücksichtsloser. Ich habe eine Einladung zur Hochzeit eines Freundes abgelehnt, weil es mir zeitlich nicht passte. Ich brauche kein Lob und lese auch keine positiven Kommentare.“
Lob hat der Brite bislang in dieser Saison selten erhalten. Doch sein Auftritt in Spielberg beeindruckte unter anderem Kommentatorenlegende Marc Surer in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende. Vielleicht kann er in den kommenden Wochen noch mehr zu seiner alten Form zurückkehren.




































