In der 66. Rennrunde funkte man bei Mercedes: George, lass Kimi vorbei. Der ehemalige Formel 1 Pilot Marc Surer kritisiert das Team für diese Entscheidung. Hat man Russell damit für Antonelli geopfert?
Die Mercedes-Piloten feiern P2 und P3. Auch ohne Teamorder wären beide Podien möglich gewesen | © Moy / XPB ImagesSurer kritisiert Timing
Der ehemalige Formel 1-Fahrer fragte sich während des Rennens und später in Race Control, der Champ1-Expertenanalyse, vor allem eins: Warum kommt die Teamorder denn schon jetzt? Der Abstand zwischen Russell und Antonelli war noch zu hoch um einen einfachen Platztausch zu garantieren. Der Brite musste abbremsen und auf seinen Teamkollegen warten – dadurch verlor er massig Zeit und geriet dann unter Druck von Lewis Hamilton.
„Ich fand, die Anweisung kam eine Runde zu früh. George Russell musste richtig warten auf Antonelli, als er ihn vorbeigelassen hat. Mercedes hätte ruhig noch eine Runde warten können“, kritisierte Marc Surer. „Dann wäre er nämlich richtig im Windschatten gewesen und Russell hätte ein bisschen weniger Zeit verloren. Also die Anweisung kam sehr früh.“
Trotzdem verstand Surer auch den Punkt, den Toto Wolff brachte. Man wollte für Mercedes so viele Punkte wie möglich mitnehmen und hoffte mit den frischen Reifen Norris attackieren zu können. Doch dieser war mit fast 12 Sekunden Abstand am Ende einfach zu weit weg. Dennoch konnte Russell froh sein, dass gegen Ende noch ein VSC ausgerufen wurde, sonst hätte Lewis Hamilton diesen noch um seinen dritten Platz beraubt.
Es ging darum, vielleicht in diesem Rennen noch eine Chance zu haben, das Rennen zu gewinnen. Und das war die richtige Entscheidung vom Team.
Russell saß nachdem er Antonelli vorbei ließ, Lewis Hamilton im Nacken | © Bearne / XPB ImagesWolff muss ein Machtwort sprechen
Für Surer wurde George Russell mit dieser Teamorder ganz klar zur Nummer 2 des Teams gemacht. Ebenfalls meinte er, dass Toto Wolff aufpassen und eine klare Ansage machen müsse. Sonst könnte es laut Surer immer noch passieren, dass Lando Norris oder Lewis Hamilton dieses Jahr Weltmeister werden, wenn Wolff „seine Jungs“ nicht im Griff hat.
Also jetzt nach der Sommerpause würde ich sagen, wenn Toto Wolff nicht durchgreifen will, dann wird vielleicht sogar noch Lando Norris oder dann Lewis Hamilton Weltmeister. Also Wolff muss jetzt schauen, dass sie den Punktevorsprung in dieser Saison noch retten.
Generell sei es aber noch zu früh, Russell komplett in der WM abzuschreiben und alle Karten auf Kimi Antonelli zu setzen. Schließlich gehe die Saison noch ein paar Rennen und Russell ist aktuell WM-Zweiter. Noch ist die WM nicht gewonnen und alles sei noch möglich, meinte Surer abschließend.






























