Auch in Singapur sorgte das ein oder andere Software-Problem für Kopfschütteln. In SQ1 gab es ein Problem mit dem Overtake-Mode und ein Anzeigefehler bei Nico Hülkenberg sorgte außerdem dafür, dass er Carlos Sainz im Qualifying behinderte.
Beide Szenen sorgten für große Diskussionen über die derzeitige Ausrichtung der Formel 1.
Marc Surer kritisiert die FIA hart. © IMAGO / Beautiful SportsSurer kritisiert „Big Brother“ FIA
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende wurde über die erneuten Probleme der FIA gesprochen. Kommentatorenlegende Marc Surer hatte eine klare Meinung zum Chaos.
Die Formel 1 ist viel zu kompliziert geworden. Und dass die FIA praktisch die Autos beeinflussen kann von außen, das ist eigentlich eine Sauerei. Eigentlich sollte es so sein, die Teams dürfen ja die Autos nicht beeinflussen und die FIA darf. Und das ist nicht richtig. (…) Es ist ja so, dass an einigen Stellen das Auto nur einen bestimmten Anteil an elektrischer Leistung abgeben kann. An anderer Stelle darf es dann wieder volle Leistung abgeben. Wie viel sie aufladen dürfen, ist vorbestimmt. Alles wird kontrolliert von der FIA. Das heißt, es ist Big Brother im extremsten Ausmaß.
Er sei froh, wenn die Formel 1 im Jahr 2030 wieder ein neues Reglement einführen würde. Und die Hoffnung des Schweizers wird wohl erfüllt. Mohammed Ben Sulayem macht noch einmal deutlich, dass der V8-Motor in die Formel 1 zurückkehren soll und das schon im Jahr 2030.
Das Sprint-Qualfiying in Singapur sorgte für Chaos. © IMAGO / NurPhotoSQ1-Wiederholung für Surer nicht nötig
Zahlreiche Fans forderten nach dem Chaos in SQ1, dass der Abschnitt aufgrund der Software-Probleme eigentlich hätte wiederholt werden müssen. Surer kann das verstehen, obwohl er eine etwas andere Meinung hat.
Also fair wäre es sicherlich gewesen, wenn man gesagt hätte, wir annullieren es und wir fahren noch mal. Auf der anderen Seite, komm, ich meine, ein bisschen Unberechenbarkeit braucht ja dieser Sport. (…) Es ist ja auch irgendwie der Reiz dieses Sports, dass es nicht immer ganz fair abläuft und korrekt. Der eine wird irgendwo aufgehalten, scheidet dann aus. Der andere wird zwar dann bestraft, aber der andere ist trotzdem ausgeschieden. Also es gibt keine hundertprozentige Gerechtigkeit in diesem Sport.
Eine Wiederholung wäre ohnehin aufgrund der knapp bemessenen Reifensätze aller Teams nicht die beste Lösung gewesen. Im Raum stand, dass sich alle Autos für den zweiten Abschnitt qualifizieren, doch auch diese Lösung wurde abgelehnt.
Surer machte allerdings deutlich, wie schlecht die Serie an Fehlern für den Ruf der Formel 1 sei. Auch die offizielle Entschuldigung des Weltverbandes und von Nikolas Tombazis würde da nichts bringen.
Er meinte, dass die FIA genau wisse, dass so etwas nicht geht, auch, weil es im Endeffekt um viele Millionen Euro ginge. Nach einer Pause geht es für die Königsklasse des Motorsports nach Austin – hoffentlich ohne Software-Fehler.































