Unruhe im Weltmeister-Team wächst. Und plötzlich steht nicht Lambiase, sondern Verstappen selbst im Zentrum der Abschiedsdebatte.
Ein Paukenschlag mit Signalwirkung
Es ist eine Aussage, die im Formel-1-Zirkus nachhallt:
„I’m putting my money on Max. Red Bull doesn’t have its affairs in order, and Max wants a car with which he can win races and titles. It’s that simple. I also think that Max will take the next step after this season.“
Mit dieser klaren Prognose bringt Ex-Pilot Giedo van der Garde eine Dynamik auf den Punkt, die sich seit Monaten abzeichnet. Während feststeht, dass Gianpiero Lambiase Red Bull spätestens 2028 in Richtung McLaren verlassen wird, richtet sich der Fokus plötzlich auf Verstappen selbst – und auf die Frage, ob er diesen Schritt überhaupt noch abwartet.
Der Hintergrund: Red Bull hat seine dominante Form verloren. Nach einer kurzen Stabilisierung unter Teamchef Laurent Mekies folgte über den Winter der nächste Rückschlag. Ein Auto, das nicht mehr um Siege kämpfen kann, trifft auf einen Fahrer, der genau dafür lebt. Verstappens Anspruch ist kompromisslos – Mittelmaß ist keine Option.
Vertrag, Frust, Perspektiven: Der Druck steigt
Offiziell ist Verstappen bis Ende 2028 an Red Bull gebunden. Doch dieser Vertrag ist längst kein Bollwerk mehr. Leistungsabhängige Ausstiegsklauseln öffnen ein realistisches Schlupfloch: Sollte Red Bull die internen Zielmarken – etwa eine Top-2-Platzierung in der Fahrerwertung bis zur Saisonmitte – verfehlen, könnte Verstappen bereits deutlich früher aussteigen.
Und genau dieses Szenario rückt näher.
Sportlich läuft der RB22 der Konkurrenz von Mercedes und Ferrari hinterher. Gleichzeitig wächst der Frust über das aktuelle Reglement, das verstärkt auf Energie-Management setzt und den reinen Grenzbereich verwässert – ein Bereich, in dem Verstappen seine Stärke definiert.
Seine Reaktionen sind vielsagend: vermehrte Starts in anderen Rennserien, offene Kritik am Fahrgefühl und eine spürbare emotionale Distanz zur Formel 1. Aussagen wie „Ich bin jenseits der Enttäuschung“ unterstreichen, wie tief die Unzufriedenheit reicht.
Hinzu kommt ein seit Jahren anhaltender personeller Aderlass im Team. Mit Schlüsselfiguren wie Adrian Newey, Christian Horner, Helmut Marko, perspektivisch Lambiase und eventuell sogar noch Hanna Schmitz verliert Verstappen genau jene Konstanten, die seinen Erfolg geprägt haben. Die emotionale Bindung bröckelt, ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Archivbild 2024: Die guten alten Zeiten. | ©IMAGO / ANPAbschied oder Wendepunkt?
Trotz aller Indizien ist ein Abgang kein Selbstläufer. Verstappens Ehrgeiz bleibt ungebrochen, sein Ziel klar: Titel gewinnen. Sollte Red Bull die Wende schaffen und ihm wieder ein konkurrenzfähiges Auto liefern, könnte sich das Blatt schnell wenden.
Doch die Zeit arbeitet gegen das Team.
Parallel stehen Alternativen bereit: Mercedes zeigt seit Jahren Interesse, Aston Martin lockt mit ambitionierten Projekten, und selbst ein Wechsel innerhalb des bestehenden Machtgefüges ist denkbar. Verstappen hat Optionen – und erstmals auch echte Gründe, sie ernsthaft zu prüfen.
Die entscheidenden Monate
Die kommenden Wochen könnten zur Schicksalsphase werden. Bis zum Sommer muss Red Bull liefern – sportlich wie strukturell. Andernfalls könnte sich van der Gardes Prognose schneller bewahrheiten, als es dem Team lieb ist.
Ein Abgang Verstappens vor Lambiase?
Was heute noch wie ein Szenario wirkt, das für Schlagzeilen sorgt, könnte schon bald Realität werden.






























