Lewis Hamilton konnte sein Glück bei der Zieleinfahrt nicht fassen. Der Brite durfte seinen ersten Sieg mit Ferrari bejubeln und bestätigte damit seine überragende Form der vergangenen Wochen. Es ist der siebte Sieg in Barcelona, damit ist der Brite nun auch auf dieser Strecke alleiniger Rekordsieger.
George Russell und Lando Norris komplettierten das erste Podium seit 1968, auf dem nur Briten standen. WM-Leader Kimi Antonelli schied kurz vor Ende des Rennens aufgrund eines Problems aus.
In Barcelona standen nur britische Fahrer auf dem Podium. © Patching / XPB ImagesLob für Hamilton – Mercedes geschlagen
Hamilton merkte man nach dem Rennen an, wie emotional der Sieg für ihn war. Auch im Interview nach dem Rennen gab er einen Einblick in sein Seelenleben.
„Als Kind habe ich immer bei Ferrari vor dem Fernseher zugeschaut und habe mir vorgestellt, wie es wohl wäre, in diesem Auto zu gewinnen. Und jetzt habe ich es geschafft. Wir haben so hart daran gearbeitet. Alle verdienen das. Ich bin allen auf ewig dankbar. Es war eine tolle Strategie, tolle Boxenstopps. Das Auto hat sich fantastisch angefühlt. Forza Ferrari.“
Der Rekordweltmeister, der seinen 106. Sieg in der Formel 1 feiern konnte, wurde von seinen britischen Kollegen George Russell und Lando Norris nach dem Sieg herzlich beglückwünscht.
Russell machte klar, dass sein Ex-Teamkollege und die Scuderia an diesem Tag unglaubliche Gegner waren.
„Glückwunsch an Lewis. Ich weiß, wie hart er arbeitet. Wir waren lange zusammen bei Mercedes und es freut mich, ihn hier wieder vorne stehen zu sehen. Ich habe ihn schon verfolgt, als ich aufgewachsen bin. Damals war er schon in der Formel 1. Ich freue mich, dass ich ein sauberes Rennen hatte, aber Ferrari war heute beeindruckend.“
Auch Norris freute sich, dass Hamilton wieder „ganz oben dabei“ sei. Mit dem glücklichen Podium war der Weltmeister natürlich zufrieden, er bezeichnete es aber auch als „Glück, dass Kimi ausgefallen ist“.
Ferrari hatte bei der Strategie dieses Mal die Nase vorn. © Patching / XPB ImagesAlonso legt Grundstein für Hamilton-Sieg
Doch, wie kam der Sieg von Lewis Hamilton überhaupt zustande? Hier muss man vor allem die Ferrari-Strategieabteilung loben. Der Brite startete auf Softs, sicherte erst einmal seinen zweiten Platz ab, nur um früh auf die harten Reifen zu wechseln.
Nach einem eher schwierigen Stint, wechselte Hamilton auf Medium und holte Runde um Runde auf die Vorderleute auf. Während Russell, Antonelli und Norris auf einer Zwei-Stopp-Strategie unterwegs waren, plante Hamilton einen weiteren Stop.
Ein Zweikampf der Mercedes-Piloten brachte den Briten näher heran, bis die drei Führenden stoppten. Eigentlich wirkte Antonelli wie der schnellere Mann, doch eine Stallorder gab es nicht.
In Runde 37 musste Alonso dann seinen Wagen im Kiesbett abstellen. Das virtuelle Safety Car sorgte dafür, dass Hamilton vor Russell blieb und weiterhin das Rennen anführte. Danach zeigte der Ferrari-Pilot eine unglaubliche Pace und machte klar, dass der Sieg nur über ihn ging.
Dahinter entwickelte sich ein taktischer Fight zwischen Russell, Antonelli und Russell. Der Italiener schnappte sich seinen Teamkollegen, musste seinen Boliden allerdings in Runde 61 aufgrund eines Motorproblems abstellen. Danach änderte sich nichts mehr.
Laclerc konnte plötzlich nicht mehr vernünftig lenken. © Charniaux / XPB ImagesVerstappen im Niemandsland – Leclerc im Tal der Tränen
Max Verstappen konnte im Red Bull zwar auf Platz vier einfahren, konnte mit der Spitze allerdings nicht mithalten. Das ist sicher nicht der Anspruch von ihm und seinem Team.
Oscar Piastri und Isack Hadjar taten sich noch schwerer und landeten auf den Plätzen fünf und sechs. Lange kämpfte auch Leclerc in diesem Bereich mit, doch in Runde 62 setzte seine Servo-Lenkung aus. Das nächste Desaster für den enttäuschten Ferrari-Piloten.
Zwei Teams, die bereits in den vergangenen Wochen für Furore sorgten, profitierten von den Ausfällen. Pierre Gasly landete nach seinem späten Monaco-Podium einen starken siebten Platz vor seinem Teamkollegen Franco Colapinto.
Die Racing Bulls Liam Lawson und Arvid Lindblad waren die letzten Fahrer, die Punkte bejubeln durften. Nach einer 10-Sekunden-Strafe für Colapinto aufgrund eines Vorfalls unter Gelber Flagge wurden beide Racing Bulls sogar auf Platz 8 und Platz 9 hochgestuft, während sich der Argentinier mit Platz 10 begnügen muss.
Kimi Antonelli beglückwünnschte Lewis Hamilton zum Sieg. © Patching / XPB ImagesHülkenberg erlebt nächstes Audi-Drama – wird die WM doch noch spannend?
Um Platz sieben hätte auch gerne Nico Hülkenberg mitgekämpft, doch der Deutsche musste seinen Boliden in Runde 29 in die Box fahren, weil sein Getriebe aufgrund von Kiesteilen streikte. Es bleibt eine verfluchte Saison für Audi, denn Gabriel Bortoleto verpasste als 11. wiedermal knapp die Punkte.
Für Sainz, Ocon und Perez waren die Punkte nicht in Reichweite, sie kamen aber wenigstens ins Ziel. Lance Stroll, Valtteri Bottas, Alex Albon und Oliver Bearman mussten bereits vorher die Segel streichen.
Das Ergebnis in Barcelona ist der erste große Rückschlag für Kimi Antonelli in dieser Saison. Lewis Hamilton verkürzt den Abstand mit dem Sieg auf 41 Punkte. Das Polster ist groß, doch es sieht so aus, als würden die Ferrari-Updates fruchten – eine spannende WM ist nicht ausgeschlossen.
In zwei Wochen wartet das nächste Rennen in Spielberg. Kann Ferrari wieder triumphieren oder war Barcelona nur eine Ausnahme? Es bleibt spannend in der Formel 1.
Das Ergebnis vom Rennen in Barcelona
| 1 | Lewis Hamilton | Ferrari | 1:32:28.105 |
| 2 | George Russell | Mercedes | +19.561s |
| 3 | Lando Norris | McLaren | +23.719s |
| 4 | Max Verstappen | Red Bull | +40.497s |
| 5 | Oscar Piastri | McLaren | +58.661s |
| 6 | Isack Hadjar | Red Bull | +1 lap |
| 7 | Pierre Gasly | Alpine | +1 lap |
| 8 | Liam Lawson | Racing Bulls | +1 lap |
| 9 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +1 lap |
| 10 | Franco Colapinto | Alpine | +1 lap |
| 11 | Gabriel Bortoleto | Audi | +2 laps |
| 12 | Carlos Sainz | Williams | +2 laps |
| 13 | Esteban Ocon | Haas | +2 laps |
| 14 | Sergio Perez | Cadillac | +3 laps |
| 15 | Charles Leclerc | Ferrari | DNF (R62) |
| 16 | Kimi Antonelli | Mercedes | DNF (R61) |
| 17 | Oliver Bearman | Haas | DNF (R60) |
| 18 | Alexander Albon | Williams | +11 laps |
| 19 | Fernando Alonso | Aston Martin | DNF (R37) |
| 20 | Nico Hülkenberg | Audi | DNF (R29) |
| 21 | Valtteri Bottas | Aston Martin | DNF (R15) |
| 22 | Lance Stroll | Aston Martin | DNF (R5) |




































