Der Freitag in Barcelona war geprägt von jungen Talenten, die sich zeigen konnten, und enttäuschten Fahrern, die sich endlich wieder ein wenig Selbstvertrauen holten.
Mercedes zeigte sich zumindest mit einem Fahrer gewohnt stark – doch es bahnt sich ein enger Fight im Qualifying an.
George Russell fuhr in FP1 die Bestzeit. © Patching / XPB ImagesFP1: Russell setzt Duftmarke – Zahlreiche Stars setzen aus
Im 1. Freien Training durften zahlreiche junge Wilde auf die Strecke. Colton Herta (Cadillac), Frederik Vesti (Mercedes), Ayumu Iwasa (Red Bull), Dino Beganovic (Ferrari), Paul Aron (Audi) und Leonardo Fornaroli (McLaren) waren auf der Strecke unterwegs.
Vor allem Fornaroli, Aron und Beganovic konnten mit Rang fünf, sechs und neun ordentliche Eigenwerbung betreiben. Luke Browning (Williams) sollte außerdem für Alex Albon fahren, doch aufgrund von Problemen an seinem Boliden konnte der Youngster in Barcelona keine gezeitete Runde fahren.
Sergio Perez, Kimi Antonelli, Isack Hadjar, Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg und Lando Norris bekamen eine Pause. Vor allem für George Russell war die Abstinenz eine perfekte Gelegenheit, um Selbstvertrauen zu tanken.
Der Brite setzte die beste Zeit und war knapp zwei Zehntel schneller als Oscar Piastri, der sich im McLaren stark präsentierte und Charles Leclerc mit einer halben Sekunde Rückstand auf Russell auf den dritten Platz verwies.
Verstappen gehört wohl nicht zu den Pole-Kandidaten. © IMAGO / PsnewZVerstappen hadert mit seinem Auto
Max Verstappen landete nur auf Rang vier und beschwerte sich am Funk über zahlreiche Probleme, die er an seinem Auto hatte.
„Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll. Untersteuern, dann wieder Untersteuern, einfach alles furchtbar.“
Im Mittelfeld ging es gefühlt wieder eng zu, während Cadillac und Aston Martin wie so oft in dieser Saison am Ende des Feldes unterwegs waren.
| 1 | George Russell | Mercedes | 1:16.363 |
| 2 | Oscar Piastri | McLaren | +0.203s |
| 3 | Charles Leclerc | Ferrari | +0.520s |
| 4 | Max Verstappen | Red Bull | +0.684s |
| 5 | Leonardo Fornaroli | McLaren | +0.853s |
| 6 | Paul Aron | Audi | +0.958s |
| 7 | Liam Lawson | Racing Bulls | +1.109s |
| 8 | Dino Begovic | Ferrari | +1.415s |
| 9 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +1.441s |
| 10 | Franco Colapinto | Alpine | +1.530s |
| 11 | Oliver Bearman | Haas | +1.809s |
| 12 | Gabriel Bortoleto | Audi | +1.846s |
| 13 | Carlos Sainz | Williams | +1.930s |
| 14 | Ayumu Iwasa | Red Bull | +1.935s |
| 15 | Frederik Vesti | Mercedes | +2.002s |
| 16 | Esteban Ocon | Haas | +2.009s |
| 17 | Pierre Gasly | Alpine | +2.145s |
| 18 | Valtteri Bottas | Cadillac | +2.551s |
| 19 | Fernando Alonso | Aston Martin | +3.704s |
| 20 | Lance Stroll | Aston Martin | +3.955s |
| 21 | Colton Herta | Cadillac | +4.334s |
| 22 | Luke Browning | Williams | No Time |
Können die McLaren-Piloten die Mercedes-Dominanz stoppen? © IMAGO / HochZweiFP2: Norris und Piastri melden Ambitionen in Barcelona an – Ferrari mit kleinem Lichtblick
Im 2. Freien Training waren dann wieder die altbekannten Stars auf der Strecke unterwegs. Und bis auf zwei Fahrer konnten alle ordentlich Daten sammeln.
Liam Lawson verlor beim Rausfahren aus der Box nach einer knappen Viertelstunde seine Power und musste seinen Wagen abstellen. Bei Valtteri Bottas gab es im Vorfeld technische Probleme, zumindest konnte der Finne zum Ende hin noch ein paar Runden drehen.
Das Training in Barcelona wurde vor allem von den Fahrern dominiert, die in den vergangenen Wochen nicht das größte Selbstvertrauen getankt hatten. Mit einer 1:15,426 setzte sich Lando Norris an die Spitze, George Russell und Oscar Piastri folgten auf den Plätzen zwei und drei auf einem ähnlichen Niveau.
Lewis Hamilton hatte am Freitag große Probleme. © IMAGO / Michael PottsHamilton mit Problemen – Bortoleto und Lindblad top
Mit einem etwas weiteren Abstand folgten Charles Leclerc und Kimi Antonelli. Der Italiener hatte bereits im letzten Jahr eine Schwächephase in Europa – kann er morgen zurückschlagen?
Verstappen scheint mit einem Red Bull mal wieder im Niemandsland zu stecken, Lewis Hamilton landete in einem eher problematischen Training nur auf Rang neun.
Überraschend stark präsentierten sich Arvid Lindblad und Gabriel Bortoleto auf den Plätzen sieben und zehn. Die Racing Bulls und Audi scheinen zurzeit die beste Ausgangsposition aller Mittelfeldteams zu haben.
Bei den Longruns konnte Charles Leclerc zumindest etwas Hoffnung schöpfen. Hier konnte man mit den Mercedes mithalten und war über weite Strecken sogar überlegen.
| 1 | Lando Norris | McLaren | 1:15.426 |
| 2 | George Russell | Mercedes | +0.009s |
| 3 | Oscar Piastri | McLaren | +0.057s |
| 4 | Charles Leclerc | Ferrari | +0.373s |
| 5 | Kimi Antonelli | Mercedes | +0.589s |
| 6 | Max Verstappen | Red Bull | +0.895s |
| 7 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +0.985s |
| 8 | Gabriel Bortoleto | Audi | +1.185s |
| 9 | Lewis Hamilton | Ferrari | +1.205s |
| 10 | Isack Hadjar | Red Bull | +1.248s |
| 11 | Nico Hülkenberg | Audi | +1.508s |
| 12 | Oliver Bearman | Haas | +1.519s |
| 13 | Liam Lawson | Racing Bulls | +1.541s |
| 14 | Carlos Sainz | Williams | +1.594s |
| 15 | Franco Colapinto | Alpine | +1.625s |
| 16 | Pierre Gasly | Alpine | +1.834s |
| 17 | Esteban Ocon | Haas | +2.112s |
| 18 | Valtteri Bottas | Cadillac | +2.799s |
| 19 | Alexander Albon | Williams | +3.364s |
| 20 | Sergio Perez | Cadillac | +3.835s |
| 21 | Fernando Alonso | Aston Martin | +3.860s |
| 22 | Lance Stroll | Aston Martin | +4.033s |
Kann Norris auf die Pole springen? © Patching / XPB ImagesMcLaren in der Quali, Ferrari im Rennen auf Mercedes-Niveau?
Selten bis nie konnte ein Trainingsfreitag zeigen, wie die Rangordnung zwischen den Topteams wirklich ist. Doch Mercedes und allen voran Kimi Antonelli wirken noch nicht so dominant, wie sie es sich wünschen würden.
McLaren scheint vorwiegend auf einer Runde zu einem ernsthaften Konkurrenten für die Silberpfeile zu werden. Ferrari könnte Mercedes vielleicht im Rennen angreifen. Doch man kann sich kaum vorstellen, dass Toto Wolff und Co. nicht noch ein Ass im Ärmel hätten.
Vor allem der Reifenverschleiß könnte in Barcelona zu einem großen Thema am Sonntag werden. Zahlreiche Fahrer beschwerten sich, wie schnell die Reifen Probleme bereiten. Flüsterer könnten durch gutes Management den ein oder anderen Platz gewinnen.
Max Verstappen ist zurzeit weder ein Pole, noch ein Podiumskandidat, doch das kann sich am morgigen Samstag schnell ändern. Für Haas, Alpine, Williams, Cadillac und Aston Martin könnte es mit den bisherigen Eindrücken ein weiter Weg in die Punkte werden. Sie müssten wohl auf ein chaotisches Rennen mit einigen Ausfällen hoffen. Zumindest kann sich Pierre Gasly wohl über ein zurückgewonnenes Podium freuen.
Der Freitag in Barcelona macht zumindest Hoffnung auf einen spannenden Kampf um die Pole am morgigen Samstag. Kämpfen am Ende Norris, Russell und Piastri um die erste Startreihe – oder ist plötzlich wieder jemand ganz anderes vorn?




































