Auch der Große Preis von Ungarn beantwortete mal wieder die ein oder andere Frage. Während Lando Norris jubelt, schüttelt man bei Ferrari nur noch den Kopf.
Verstappen hat weiter den Papst in der Tasche, während Antonelli zum heimlichen Gewinner avanciert. Die Erkenntnisse vom Großen Preis von Ungarn.
Lando Norris lieferte in Ungarn ab. © Moy / XPB ImagesNorris wird gekrönt – Piastri sitzen gelassen
Lando Norris ist der neue König von Ungarn! Das könnte man zumindest meinen. Denn seit dem Samstag war die Pace des Briten unfassbar. McLaren, die sich eigentlich nicht in der Position sahen, um den Sieg zu kämpfen, standen plötzlich ganz oben auf dem Podium.
Sogar ein Doppelsieg war absolut realistisch. Doch Oscar Piastris Auto versagte wenige Runden vor dem Ende des Rennens. Und auch davor wurde der Australier von seinem Team im Stich gelassen.
Nach einem tollen Start setzte sich Piastri gegen seinen Teamkollegen durch und verteidigte sich überragend. Doch die Strategieabteilung des Teams sorgte durch den frühen Boxenstopp von Piastri für Diskussionen.
Der McLaren-Star landete im Verkehr und verlor nach einer Kollision mit Carlos Sainz P1 an seinen Teamkollegen. Es wirkt zurzeit so, als würde Norris im Team klar bevorzugt. Für den talentierten Fahrer eine sehr tragische Situation. Muss er flüchten?
Für Lewis Hamilton wurde Ungarn zu einem Desaster. © IMAGO / NurPhotoFerrari strategisch zurzeit kein Spitzenteam
Bei der Scuderia ist die Laune nach dem Ungarn GP am Tiefpunkt. Am Freitag noch der große Favorit auf einen Doppelsieg, musste man mit P4 und P5 vorliebnehmen. Vor allem Hamilton lag in einer aussichtsreichen Position.
Doch der Reifenwechsel unter dem Virtuellen Safety Car stellte sich als großer Fehler heraus. Hamilton verlor zwei Plätze, kam nicht an Antonelli vorbei und musste dann auch noch eine Fünf-Sekunden-Strafe für die Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse hinnehmen. Der Brite, der ein klarer Kandidat auf Platz zwei war, wurde am Ende Fünfter.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur machte in einer Medienrunde nach dem Rennen klar, wie das Drama zustande kam.
„Wir haben die Strategie von RB nie in Betracht gezogen, da wir etwas früher als Max an die Box gefahren sind, und es schien uns zu ambitioniert, zu glauben, dass wir das Rennen bis zum Ende durchhalten könnten, ohne die Lebensdauer der Reifen zu berücksichtigen. Die Realität sah anders aus.“
Außerdem habe das Team im Training keine Gelegenheit gehabt, „einen Long Run auf allen drei Reifenmischungen zu absolvieren, also sind wir zwei Risiken eingegangen“. Die Risiken hätten sich am Ende aber „nicht ausgezahlt“. Die Scuderia geht also mit einem schlechten Gefühl in die Sommerpause.
Kimi Antonelli und Max Verstappen standen überraschend auf dem Podium. © IMAGO / PsnewZVerstappen und Antonelli nutzen Patzer
Weder Max Verstappen, noch Kimi Antonelli hätten wohl damit gerechnet, am Ende auf dem Podium zu stehen. Natürlich profitierten beide von den Problemen bei McLaren und Ferrari, doch der Niederländer und der Italiener bringen sich und ihr Team derzeit in eine perfekte Position, um Fehler auszunutzen.
Während Red Bull weiterhin die wohl beste Strategieabteilung der Formel 1 hat, liebt Antonelli das neue Reglement und holt alles aus dem Mercedes heraus, was er kann. Durch die Startprobleme seines Teamkollegen und das verhunzte Hamilton-Rennen hat er den Vorsprung nun auf 50 Punkte ausgebaut. Ein starkes Polster.
Max Verstappen wird im WM-Kampf kein Wörtchen mehr mitreden, für ihn wird es darum gehen, noch das ein oder andere Erfolgserlebnis zu sammeln. Ansonsten könnten die Meckereien des vierfachen Weltmeisters zu einem echten Lauffeuer innerhalb des Rennstalls werden.
Es regnete die ersten Punkte für Nico Hülkenberg. © IMAGO / Beautiful SportsBayer, Hülkenberg und Newey können strahlen
Auch andere Formel-1-Gesichter konnten nach dem Großen Preis von Ungarn strahlen. Peter Bayer, der im exklusiven Champ1-Interview klarmachte, dass man Alpine von Platz fünf der Konstrukteurswertung vertreiben wollte, durfte sich genau darüber freuen.
Nico Hülkenberg hingegen freut sich, überhaupt mal Punkte in dieser Saison auf dem Konto zu haben. Endlich hielt sein Audi und die fehlerfreie Performance des Deutschen reichte für Platz neun.
Um Punkte kämpft Aston Martin noch nicht, doch das Chassis-Upgrade von Adrian Newey hievte den Rennstall zumindest ins Mittelfeld. Der neue Motor, der nach der Sommerpause kommen soll, könnte das Team noch mehr nach vorne bringen. Alonso und Stroll hatten Spaß auf der Strecke – könnte Zandvoort noch mehr Freude bringen?































