Zwischen Neubeginn und alter Sehnsucht: Mick Schumacher tastet sich in der IndyCar-Welt vor und lässt sich ein Comeback-Tor offen.
Neuanfang mit offenen Sinnen
Der Schritt über den Atlantik ist kein leiser. Für Mick Schumacher bedeutet die IndyCar Series mehr als nur eine neue Rennserie – sie ist ein Perspektivwechsel. „IndyCar ist natürlich eine große Änderung zu dem, was ich bislang im Motorsport erlebt habe“, erklärt der 27-Jährige im Gespräch mit RTL/ntv und sport.de.
Neue Abläufe, neue Dynamiken, ein anderes Miteinander im Team: Schumacher beschreibt ein Umfeld, das ihn fordert und gleichzeitig belebt.
„Die Leute arbeiten hier ganz anders. Es ist ein neues Umfeld, an das man sich gewöhnen muss.“
Und doch klingt zwischen den Zeilen Erleichterung mit:
„Am meisten Spaß macht es, wieder in meinem eigenen Auto Rennen zu fahren.“
Nach seinen Jahren bei Haas F1 Team und der Reserve-Rolle bei Mercedes-AMG Petronas Formula One Team ist es genau dieses Gefühl von Eigenverantwortung, das ihm gefehlt hat.
Zwischen Respekt und Realität
Die Umstellung ist spürbar – sportlich wie mental. „Es ist natürlich alles sehr neu für mich“, sagt Schumacher, der sich noch im Prozess des Ankommens befindet. Ergebnisse wie Platz 17 in Long Beach sind Momentaufnahmen, keine Urteile.
Auch die Geschwindigkeit schreckt ihn nicht ab, zumindest nicht im klassischen Sinne. „Sonst wäre ich wahrscheinlich im falschen Sport“, sagt er mit einem leichten Augenzwinkern, korrigiert dann aber bewusst: „Die bessere Antwort wäre wahrscheinlich Respekt.“
Respekt vor Maschinen, Strecken, Konkurrenz und vielleicht auch vor der eigenen Entwicklung.
Die Formel 1 bleibt im Rückspiegel sichtbar
So sehr der Blick nach vorn gerichtet ist, ganz loslassen kann – und will – Schumacher die Formula 1 nicht.
„Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht auch immer mal wieder in die Formel-1-Zeiten zurückversetze.“
Das gibt er offen zu.
Es ist kein Festhalten, sondern ein bewusstes Erinnern. Und vielleicht auch ein stilles Versprechen an sich selbst: „Wenn noch einmal eine Option aufkommen würde, würde ich natürlich nicht Nein sagen.“
Ein Weg ohne Garantie, aber mit Richtung
Schumacher steht an einem Punkt, an dem viele Karrieren kippen oder sich neu definieren. Die IndyCar ist für ihn kein Rückschritt, sondern ein Prüfstein. Einer, der zeigen soll, ob aus Talent wieder Momentum wird.
Die Tür zur Formel 1 ist nicht weit offen, aber sie ist auch nicht verschlossen. Und manchmal reicht genau das, um weiterzufahren.
































