Mercedes setzt auf Russell – Red Bull kämpft um Verstappen
Vor dem Österreich-Grand-Prix verdichten sich die Signale im Fahrerlager.
Nach übereinstimmenden Berichten soll Mercedes die Vertragsoption bei George Russell gezogen haben. Eine offizielle Bestätigung könnte bereits in Spielberg folgen. Damit würde das Team die Weichen für die Zukunft gemeinsam mit Russell und Kimi Antonelli stellen – und gleichzeitig ein deutliches Zeichen im Poker um Max Verstappen setzen.
Ganz beendet sind die Spekulationen damit allerdings nicht. Im Gegenteil: Hinter den Kulissen soll es am Red-Bull-Ring erneut Gespräche zwischen Verstappen und den Red-Bull-Eigentümern geben. Gleichzeitig halten sich Gerüchte über mögliche Kontakte zu McLaren hartnäckig.
Für Red Bull wird das Heimrennen damit zu weit mehr als einem sportlichen Wochenende. Das große Upgrade-Paket soll nicht nur den RB22 wieder näher an die Spitze bringen, sondern möglicherweise auch Verstappens Vertrauen in das Projekt stärken.
©IMAGO / DeFodi ImagesNächster Abgang? Red Bulls Erfolgsstruktur bröckelt weiter
Während sportlich neue Hoffnung auf das Spielberg-Update ruht, droht Red Bull offenbar der nächste personelle Rückschlag.
Nach Medienberichten steht Chefingenieur Paul Monaghan vor einem Wechsel zum neuen Cadillac-Team. Der langjährige Ingenieur gehört zu den letzten verbliebenen Führungspersönlichkeiten der großen Red-Bull-Erfolgsära und wäre der nächste prominente Name nach den Abgängen von Christian Horner, Adrian Newey, Jonathan Wheatley und Helmut Marko.
Parallel dazu wächst der Druck auf Technikchef Pierre Waché. Das Österreich-Upgrade gilt intern als wichtiger Gradmesser. Sollte der erhoffte Fortschritt ausbleiben, könnten auch in der technischen Führung weitere Veränderungen folgen.
©Aston MartinSilly Season nimmt weiter Fahrt auf
Auch auf dem Fahrermarkt überschlagen sich die Entwicklungen.
Bei Alpine kämpft Franco Colapinto weiter um eine langfristige Zukunft. Teamchef Flavio Briatore lobt zwar die Entwicklung des Argentiniers, macht aber gleichzeitig deutlich, dass die kommenden Rennen bis zur Sommerpause entscheidend sein werden.
Nicht weniger spannend ist die Situation bei Haas. Esteban Ocon sieht sich trotz öffentlicher Rückendeckung des Teams weiterhin mit Spekulationen konfrontiert. Ferrari-Junior Rafael Câmara gilt ebenso als möglicher Kandidat wie Yuki Tsunoda, dessen Name im Zusammenhang mit der wachsenden Toyota-Partnerschaft immer wieder fällt.
Auch Fernando Alonso hält sich alle Optionen offen. Zwar bekennt sich der Spanier weiterhin zu Aston Martin, eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft will er aber erst nach der Sommerpause treffen. Entscheidend dürfte sein, ob Aston Martins großes Entwicklungspaket den erhofften Leistungssprung bringt.
©XPB ImagesRachel Brookes zieht nach Hasswelle Konsequenzen
Für Gesprächsstoff sorgt auch eine Entwicklung abseits der Rennstrecke.
Sky-Reporterin Rachel Brookes beendet nach 14 Jahren ihre Tätigkeit beim britischen TV-Sender. Dem vorausgegangen war eine massive Welle persönlicher Anfeindungen nach ihrem Interview mit Max Verstappen in Barcelona.
Brookes berichtete von zahlreichen beleidigenden und teilweise erschreckenden Nachrichten in den sozialen Medien. Die Kritik ging dabei weit über eine sportliche Diskussion hinaus und führte schließlich sogar dazu, dass sie ihre Kommentarfunktion deaktivierte.
Der Fall zeigt erneut, wie schnell sportliche Kontroversen im digitalen Zeitalter persönliche Grenzen überschreiten können.
©IMAGO / PsnewZWeitere Themen: Hitze-Regel, FIA-Beschluss und ServusTV
Auch abseits des Fahrermarkts gab es vor dem Österreich-Wochenende wichtige Entwicklungen.
Wegen der erwarteten Temperaturen greift in Spielberg erstmals wieder das Hitzeprotokoll der Formel 1. Fahrer dürfen bei Temperaturen über 31 Grad spezielle Kühlwesten einsetzen, gleichzeitig wird das Mindestgewicht der Fahrzeuge entsprechend angepasst.
Außerdem hat die FIA ihre Amtszeitbegrenzung für Präsident Mohammed Ben Sulayem aufgehoben. Künftig könnte der Verbandschef länger als die bislang vorgesehenen zwölf Jahre im Amt bleiben.
Und auch die TV-Zukunft in Österreich ist geklärt: ServusTV hat sich die Formel-1-Rechte bis einschließlich 2029 gesichert und zeigt damit weiterhin alle Sessions live im frei empfangbaren Fernsehen.




































