Schon seit Wochen und Monaten wird bereits über das Reglement der Formel 1 ab 2030 oder 2031 philospohiert.
Vor allem FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem hat sich lautstark für zahlreiche Änderungen starkgemacht. Die Rückkehr eines V8-Motors ist beispielsweise mehr als realistisch.
Zak Brown bestätigte zuletzt Gedankenspiele über einen eigenen McLaren-Motor. © Denny / XPB ImagesUnabhängiger Motor für „B-Teams“ in der Formel 1?
Gegenüber The Race äußerte sich der FIA-Boss nun noch einmal deutlich klarer und detaillierter, wie ein mögliches neues Reglement aussehen könnte.
Ben Sulayem scheint kein Fan von Kundenteams zu sein und plant, einen unabhängigen Formel-1-Motor an den Start zu bringen, den sich Teams kostengünstig zulegen können.
„Es wird keine Kontrolle über die Teams geben, kein Team A über Team B, das mit Motoren beliefert wird. Wenn er erschwinglich ist, dann werden wir einen Motor für alle übrigen B-Teams haben, sodass niemand Druck auf sie ausüben und ihnen sagen kann: ‚Stimmt so ab, sonst geben wir euch keinen guten Motor.‘ Es wird ein von der FIA ausgewählter Motor sein, der den Teams zur Verfügung gestellt wird.“
Ob die derzeitigen Motorhersteller da aber mitmachen, ist bislang völlig unklar. Sollten diese Pläne nicht in die Tat umgesetzt werden können, könnte zum Beispiel McLaren zum ersten Mal einen eigenen Motor an den Start bringen. Diese Idee brachte CEO Zak Brown ins Spiel.
Alpine-CEO Francois Provost machte kürzlich klar, dass man nun glücklich ist, ein Kundenteam zu sein – für sie könnte sich ein unabhängiger Motor eventuell lohnen. Klar ist: Es sind spektakuläre Pläne, die für viele Diskussionen sorgen könnten.
Damals wurde in der Formel 1 noch nachgetankt. © IMAGO / Rene SchulzKommt das Nachtanken zurück in die Formel 1
Ein weiterer, in den letzten Jahren heiß diskutierter Punkt, ist das Tanken. Zahlreiche Fans und Experten wünschen sich seit Jahren, dass das Nachtanken während des Rennens nach dem Verbot im Jahr 2010 in die Formel 1 zurückkehrt.
Ben Sulayem machte den Tank-Fans nun ein wenig Hoffnung. Denn eine Rückkehr des Nachtankens wird im Hintergrund diskutiert.
„Wie viel man zu Beginn hat, wie viel man nachfüllt – genau das untersuchen wir gerade. Wenn man das gesamte Rennen fahren will, braucht man natürlich einen größeren Tank, sonst muss man anhalten. Das ist also etwas, womit wir uns näher befassen werden.“
Der Sicherheitsaspekt sei übrigens kein Problem „wenn man es richtig macht“. Doch vor allem logistisch und finanziell könnte dadurch wieder einiges mehr auf die Teams zukommen. Eine Entscheidung sei in diesem Fall noch nicht getroffen worden.
Ben Sulayem will die Formel 1 wohl auf links drehen. © Batchelor / XPB ImagesEntscheidung zwischen Turbolader und Hybridantrieb?
Auch beim möglichen V8-Motor gibt es noch reichlich Diskussionspotenzial. Ein möglicher Hybridantrieb mit 10–15 Prozent Batterieanteil sei für Ben Sulayem eine Überlegung wert. Dadurch könnte man die aktuellen Probleme der Formel 1 mit den Ladeschwierigkeiten beiseiteschaffen.
Von Turboladern scheint der FIA-Boss nicht der größte Fan zu sein, er sieht zwei Möglichkeiten, die eine Zukunft haben könnten.
„Ein Turbo bedeutet viel Gewicht und viel Geld. Und dann hat man noch eine Batterie. Und was bewirkt ein Turbo? Er nimmt den Sound weg. Für mich steht heute fest: entweder ein Turbo oder eine Batterie – eines von beiden. Und die FIA sollte die Führung übernehmen. Wenn wir uns nur im Kreis drehen, werden wir keine Entscheidungen treffen.“
Bereits in der Vergangenheit machte Ben Sulayem klar, dass er und die FIA mehr Entscheidungsmacht haben wollen und werden. Sind die Motorenhersteller bald wirklich mundtot? Der Araber prescht jedenfalls mit deutlichen Worten vor, doch was sich am Ende in die Tat umsetzen lässt, ist derzeit alles andere als sicher.




































