Renault ist eine Institution in der Formel 1. Der französische Automobilhersteller erlebte bereits erfolgreiche Zeiten, wie die beiden WM-Titel mit Fernando Alonso.
Doch seit Jahren befindet man sich mit dem Alpine-Team im grauen Mittelfeld der Königsklasse des Motorsports. In diesem Jahr folgte zusätzlich noch der Wechsel vom Werks- zum Kundenteam.
Francois Provost ist ein großer Befürworter der Formel 1. © IMAGO / ABACAPRESSProvost kritisiert Otro Capital
Trotzdem hat Renault immer noch große Ambitionen. Vor allem CEO Francois Provost will hoch hinaus. In einem exklusiven Interview mit The Race verriet der Franzose nun, warum man sich beim Verkauf der Anteile von Otro Capital Zeit lässt.
„Wir leiten das Team. Otro hat weder das Recht noch einen Mehrwert, uns bei der Führung zu unterstützen. Wir tragen also die volle Verantwortung. Wir erledigen die Arbeit. Die Partnerschaft mit Otro war nicht erfolgreich.“
Ein hartes Urteil. Schon seit Monaten wird darüber berichtet, dass Otro Capital daran interessiert sei, die 24 Prozent an Alpine zu verkaufen. Vor allem Christian Horner und Mercedes galten als mögliche Interessenten. Nun sind die Gerüchte allerdings erkaltet.
Der Investor bräuchte das Go von Alpine, um die Anteile verkaufen zu dürfen, und Provost machte klar, wann dieser Fall nur eintrifft. Renault werde die Kontrolle behalten und gleichzeitig müsse gewährleistet sein, dass man mit dem neuen Minderheitsaktionär „eine gewisse Nähe, gemeinsame Ziele und gemeinsame Interessen“ habe.
Pierre Gasly und Franco Colapinto liefern in dieser Saison ab. © IMAGO / MAXPPPNachhaltigkeit vor Schnelligkeit bei Alpine
Klar ist, dass Renault bzw. Alpine die eigene Zukunft weiterhin in der Formel 1 sieht. Und in diesem Jahr kann der Rennstall bislang durchaus zufrieden sein. Der fünfte Platz in der Konstrukteurswertung und starke Leistungen von Pierre Gasly und Franco Colapinto machen Lust auf mehr.
Laut Provost sei das Team destabilisiert gewesen und nun würde man Fortschritte machen. Für ihn sei es wichtig, dass das Team sich nicht schnell, sondern nachhaltig erhole.
„Wir wissen auch, dass wir bescheiden bleiben müssen, und wir wissen, was wir noch zu tun haben. Meine oberste Priorität ist es daher, in diesem Jahr ein solides Fundament zu schaffen – sowohl was die Leistung als auch was das Sponsoring angeht.“
Vor allem beim Sponsoring konnte man einen echten Coup bejubeln. Das Luxusunternehmen Gucci heuert beim Rennstall als Titelsponsor an. Vor kurzem schwärmte bereits Teamchef Flavio Briatore über den Deal.
Provost würde gerne einen kleinen Elektro-Anteil beibehalten. © IMAGO / Gregoire TruchetUnterstützung für V8-Pläne – Elektrifizierung soll erhalten bleiben
Der Renault-CEO verdeutlichte auch seine Unterstützung für die V8-Pläne von Ben Sulayem und Co. für das kommende Reglement in der Formel 1. Doch eine Rückkehr zu einem eigenen Motor schloss er zunächst einmal aus.
Trotz der V8-Pläne hat er den Wunsch, dass der Elektro-Anteil nicht ganz verschwindet.
„Ich würde gerne einen Teil der Elektrifizierung beibehalten, denn alle unsere Kunden weltweit wollen Elektrifizierung, und als Renault sind wir führend bei Elektrofahrzeugen und Vollhybriden. Wenn wir also einen Teil der Elektrifizierung beibehalten können, wäre das gut, aber insgesamt unterstütze ich die Richtung der Formel 1 und der FIA.“
Provost verfolgt einen klaren Plan. Er will mit Alpine nachhaltig zum Erfolg kommen. Inwieweit das klappen kann, wird man in den nächsten Jahren sehen. Die Vision ist zumindest vielversprechend.




































