Im Interview mit Motorsport-Total gab Audi-Projektleiter Mattia Binotto wertvolle Einblicke in das generelle Projekt Audi, die Fahrerpaarung und Audis zukünftige Ziele. Im Gespräch wurde vor allem die Philosophie, mit der das Team an die Formel 1 herangeht, deutlich.
Audi trat die Saison als einziges neues Werksteam in die Formel 1. Automatisch war das Team damit großen Herausforderungen gestellt. Teamchef Binotto sieht dem ganzen jedoch positiv entgegen, denn das Projekt verlaufe genau nach Zeitplan.
Wir liegen im Zeitplan, den wir uns gesetzt haben, und gemessen an den bisher definierten Zielen entwickelt sich alles wie erwartet. Alle wichtigen Projekte wurden angestoßen.
Natürlich stünden noch weitere Projekte, wie zum Beispiel die Expansion ihres Standorts oder die Installation eines neuen Simulators an.
Binotto hat ein klares Ziel vor Augen
Das Ziel von Audi war von Beginn an klar und das unterstrich der Teamchef ebenfalls:
Audi ist mit einer sehr klaren Ambition gestartet: Wir wollen ein Siegerteam werden. Das macht unseren Weg einzigartig.
Bei Audi denke man eher langfristig, als kurzfristig. „Im Grunde sind wir heute noch das Sauber-Team des vergangenen Jahres – ergänzt um alles, was wir derzeit aufbauen“, behauptete der Italiener. Die wichtigsten Eigenschaften, die das im Team momentan braucht seien Geduld und eine gewisse Resilienz. Erfolg kommt schließlich nicht über Nacht und es gibt immer Höhen und Tiefen.
Große Zufriedenheit mit Chassis
Mit dem Chassis des Audi R26 ist der Teamchef sehr zufrieden. Bereits vor einigen Jahren begannen sie mit der Entwicklung des F1-Projekts und konnten nun schon Ergebnisse sehen. Dabei lobt er besonders die Mitarbeiter im Team: „Was dieses Team bereits erreicht hat, ist ein großer Erfolg und gibt mir Zuversicht. Es zeigt, dass wir die richtigen Menschen haben, um ein Siegerteam aufzubauen.“
Dass sie beim Motor hinterher hängen überrascht den 56-Jährigen nicht. Er ist jedoch zuversichtlich, dass Audi in ein paar Jahren zu den Spitzenmotorenentwicklern gehören wird.
Binotto ist sehr zufrieden mit dem Chassis des Audi R26. | © Patching / XPB ImagesSo schätzt Binotto Audis Fahrerpaarung ein
Mit Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto hat Audi einen erfahrenen und einen jungen Piloten im Team. Binotto beschrieb die beiden jedoch anders, und zwar als „zwei sehr schnelle Fahrer.“
Ihm ist es egal, dass Hülkenberg 38 und Bortoleto 21 Jahre alt sind. Für ihn spiele das Alter keine Rolle. Beide leisten für das Team hervorragende Arbeit und er ist sehr zufrieden mit ihnen.
Noch wichtiger als das Alter ist für mich der Speed. Ein junger Fahrer und ein erfahrener Fahrer wären wertlos, wenn sie nicht konkurrenzfähig wären.
Binotto ist zufrieden mit Bortoleto und Hülkenberg | © Rew / XPB ImagesAudis Zukunft
Bei Audi denkt man weit über dieses und nächstes Jahr hinaus. Binotto verrät, dass der Zielhorizont aktuell bei 2030 läge. Denn ab dann möchte man um die Weltmeisterschaft kämpfen.
Der erste große Meilenstein dürfte für uns das Jahr 2028 sein. Dann erwarten wir den nächsten deutlichen Qualitätsschritt.
Mattia Binotto hat große Pläne für Audi | © Audi Revolut F1 Team2026 und 2027 seien lediglich Aufbaujahre für das Team. Die Rennergebnisse stünden in den beiden Jahren nicht im Fokus.
Oft richten sich alle Blicke nur auf das Team an der Strecke. Das ist jedoch lediglich der sichtbare Teil des gesamten Projekts. Die Rennstrecke ist die Kirsche auf der Torte. Zuerst müssen wir aber die Torte backen. Für mich werden die wichtigsten Erfolge in den kommenden beiden Jahren deshalb jene sein, die das Wachstum unserer Organisation widerspiegeln.




































