Der amtierende FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem plant einen weitreichenden Schritt: Nach einem Bericht von BBC Sport möchte der 64-Jährige die bestehende Amtszeitbegrenzung für die FIA-Präsidentschaft komplett abschaffen. Bislang sehen die Regeln der FIA eine strikte Obergrenze von 12 Jahren an der Spitze vor – danach ist ein Führungswechsel zwingend erforderlich.
Sulayem sorgt erneut für Aufsehen
Es ist nicht das erste Mal, dass Ben Sulayem mit hochgradig umstrittenen Entscheidungen aneckt. Seine erste Amtsperiode lief im vergangenen Jahr aus und machte im Dezember eine Neuwahl erforderlich. Doch im Vorfeld der Wahl wurden die Richtlinien derart angepasst, dass eine Gegenkandidatur anderer Personen faktisch unmöglich gemacht wurde.In der Konsequenz gab es bei der Wahl keinen einzigen Herausforderer, sodass Ben Sulayem kampflos für eine zweite Amtszeit bestätigt wurde.
Ben Sulayem gewann die Wahl im Dezember 2025 erneut. | ©IMAGO / PsnewZNach der aktuellen Amtszeitbegrenzung darf der FIA-Präsident maximal drei Amtszeiten von je vier Jahren absolvieren – also 12 Jahre. Diese Regel wurde einst unter Sulayems Vorgänger Jean Todt eingeführt.
Finale Entscheidung steht kurz bevor
Der Plan zur Abschaffung der Befristung soll bereits im nächsten Monat auf der FIA-Generalversammlung vorgestellt werden. Dort soll auch direkt eine Entscheidung per Abstimmung stattfinden. Es wird erwartet, dass alle Mitglieder für die Abschaffung abstimmen.
Ein Sprecher der FIA verteidigte das Vorhaben wie folgt:
„Es wurde ein Vorschlag eingereicht, um einen einheitlichen Ansatz für die Amtszeiten in allen FIA-Gremien zu schaffen, ähnlich wie er derzeit bereits für die Welträte und den Senat existiert. Der Vorschlag muss von den Welträten und der Generalversammlung genehmigt werden. Die FIA-Gremien behalten die volle Befugnis, Amtsträger demokratisch zu wählen.“
FIA lässt kritische Fragen unbeantwortet
Auf detaillierte Nachfragen von BBC Sport, warum man die Begrenzung komplett streiche, anstatt sie auf alle Gremien auszuweiten, bliebt der Weltverband eine konkrete Antwort schuldig. Stattdessen verwies man argumentativ auf die US-amerikanische NFL und deren Commissioner Roger Goodell. Dieser lenke die Geschäft der Football-Liga bereits seit 2006, habe dem Sport zu einem globalen Aufschwung verholfen und stehe für eine hervorragende Verbandsführung.
Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen
Völlig anders sieht das die Opposition, Tim Mayer, der im vergangenen Jahr als Gegenkandidat zu Ben Sulayem antreten wollte, jedoch durch die kurzfristigen Regeländerungen blockiert wurde, fand gegenüber BBC Sport deutliche Worte:
„Amtszeitbegrenzungen sind kein bürokratisches Detail. Sie sind eine fundamentale Absicherung für eine gute Verbandsführung. Sie werden als unerlässlich angesehen, um die Konzentration von Macht zu verhindern, die Erneuerung der Führung zu gewährleisten und die Rechenschaftspflicht gegenüber denjenigen aufrechtzuerhalten, für die eine Organisation überhaupt existiert.“
Tim Mayer gilt als scharfer Kritiker Sulayems. | ©IMAGO / PsnewZMayer verwies in diesem Zuge auf das Internationale Olympische Komitee (IOC). Dessen Präsident Thomas Bach hatte im vergangenen Jahr eine Aufhebung der dortigen 12-Jahres-Begrenzung entschieden abgelehnt. Nach betonte damals, dass einer Organisation mit einem regelmäßigen Wechsel an der Spitze besser gedient sei, da neue Zeiten auch immer neue Führungskräfte erfordern.




































