George Russell erlebte in Montreal mal wieder ein Wochenende zum Vergessen – und das, obwohl er Freitag und Samstag stärker als sein Teamkollege Kimi Antonelli wirkte.
Doch durch den Ausfall am Sonntag sind die hervorragenden Leistungen in Quali und Sprint fast ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das merkte man dem Mercedes-Piloten auch an. Nach seinem Ausfall warf der Mercedes einige Teile von seinem Auto auf die Strecke.
Für Russell läuft es derzeit übherhaupt nicht. © IMAGO / ZUMA PressWittich hat kein Verständnis für Bewährungs-Strafe
Nach dem Rennen bekam Russell eine Geldstrafe aufgebrummt. Allerdings nur auf Bewährung. In Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, machte Ex-Rennleiter Niels Wittich klar, dass er anders entschieden hätte.
„Er hat es nicht richtig gemacht. Dieses Wegwerfen, ich meine, wenn die Teile irgendwo abgeprallt wären oder sonst was und ein anderer wäre drübergefahren, hätte es wieder eine Folgeintervention gegeben. Das sind alles Sachen, das muss man nicht machen, das hätte man professioneller lösen können.“
Er könne zwar die Frustration von George Russell verstehen, auch aufgrund seiner Situation bei Mercedes. Man spüre „die Gesamtfrustration, die auf George momentan einwirkt“.
Für ihn sei eine Entscheidung der Rennkommissare in diesem Fall allerdings „entweder richtig oder falsch“. Wittich hätte also eine Strafe ausgesprochen und hält nicht viel von Bewährungsstrafen, die an diesem Wochenende nicht nur an George Russell vergeben wurden.
Auch Nico Hülkenberg bekam durch ein Vergehen in der Startphase eine Stop-and-Go-Strafe auf Bewährung. Diese gilt bis zum Ende des Jahres.
Marc Surer war selbst jahrelang als Fahrer in der Formel 1 unterwegs. © IMAGO / Beautiful SportsSurer nimmt Russell in Schutz
Kommentatorenlegende Marc Surer sah die Russell-Szene nicht ganz so schlimm und verglich sich selbst mit dem Briten.
„Das ist von Fahrer zu Fahrer verschieden. Ich war, wenn so etwas passiert ist, einfach nur enttäuscht und blieb einen Moment im Auto sitzen. Und es gibt welche, die explodieren. Und George Russell ist explodiert. Es gibt beides, das ist einfach vom Typen abhängig.“
Auch Surer sieht die Situation von Russell bei Mercedes und riet ihm, nun einfach positiv zu bleiben. Er müsse, „den WM-Stand vergessen und Rennen für Rennen fahren und bei jedem Rennen das Bestmögliche geben“. Am Ende würde der Mercedes-Star sehen, was dabei herauskommen würde.
Zurzeit liegt Russell mit 88 Punkten auf Platz zwei der Fahrerwertung, 43 Punkte hinter seinem Teamkollegen. In der Vergangenheit gab es schon deutlich größere Punktabstände, die aufgeholt werden. Die Europa-Saison der Formel 1 wird nicht nur für den Briten wichtig – danach wird man wohl sehen, wohin die Reise am Ende gehen wird.




































