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Wittich erklärt Safety Car Verwirrung in Silverstone

Nach Verstappens Unfall in Silverstone kam das Safety Car auf die Strecke. Ex-Rennleiter Niels Wittich klärt auf, wieso das Auto nicht reingerufen wurde.

© IMAGO / PsnewZ / XPB Images

Max Verstappens Unfalls löste kurz vor Ende des Rennens ein Safety Car aus. Das sorgte sowohl bei den Zuschauern, als auch bei den Fahrern selbst, für Verwirrung. Der ehemalige Rennleiter Niels Wittich erklärte in Race Control, der Champ1-Expertenanalyse, wie es zu besagter Verwirrung kommen konnte.

Softwarefehler sorgt für Irritationen

Zunächst sah es so aus, als würde es einen Neustart kurz vor Ende des Rennens geben, der nochmal alles entscheiden könnte. Es wurde angezeigt, dass das Safety Car in der vorletzten Runde die Strecke verlassen würde. Doch dann die Korrektur: Das Rennen wird hinter dem Safety Car beendet werden.

Später gab die FIA zu, dass es sich bei der ersten Anzeige um einen Softwarefehler gehandelt habe. Das Reglement besagt, dass nach dem Zurückrunden der überrundeten Autos noch eine komplette Runde gefahren werden muss.

Der ehemalige Rennleiter Niels Wittich hat eine einfache Erklärung zu besagtem Softwarefehler:

Das System macht nur das, was man dem System gesagt. Also ganz einfach gesagt: Da hat jemand den falschen Knopf gedrückt.

Safety Car in SilverstoneBernd Mayländer führt das Feld mit dem Safety Car an | © Moy / XPB Images

Gäbe es mögliche Alternativen für solche Situationen?

Das Reglement sieht vor, dass man das Safety Car erst dann reinholen darf, wenn alle überrundeten Autos zurückgerundet wurden. Auf das Zurückrunden wird nur in Ausnahmesituationen verzichtet, und zwar nur, wenn es die Witterungsverhältnisse zu gefährlich machen, erklärte Wittich. „Irgendwann gehen die Runden aus. Und wenn ein Vorfall relativ spät im Rennen passiert, dann besteht natürlich die Chance, dass man in diese sehr, sehr unschöne Situation reinfährt“, führte er weiter aus.

Aber über genau solche Situationen habe man bereits mit den Teams diskutiert als Wittich noch als Rennleiter tätig war. Und dort kam man zu folgendem Ergebnis:

Niemand wollte eine Ausnahmeregelung oder eine Sonderbehandlung, nur weil es jetzt mal in die letzte Runde reinfällt und es halt ein bisschen besser aussehen würde, wenn es da jetzt noch eine schnelle Rennrunde gegeben hätte, was für den Sport mit Sicherheit besser gewesen wäre.

Die FIA und die Teams entschieden sich dafür, dass eine Sonderregelung nicht nötig sei und die Teams haben auch nie den Wunsch danach geäußert.

Keinen Anspruch darauf, Rennen nicht hinter Safety Car zu beenden

Der Ex-Renndirektor machte deutlich, dass es keinen Anspruch gebe, dass ein Rennen nicht hinter dem Safety Car beendet werden dürfe. „Diesen Anspruch gibt es nicht. Es gibt genauso wie die Fahrer immer sagen, ich hatte nie eine freie Runde. Es gibt auch keinen Anspruch auf eine freie Runde auf der Strecke.“

Diesen Anspruch kann es alleine aus Sicherheitsgründen auch nicht geben. Die Rennleitung ist für die Sicherheit während des Rennens verantwortlich. Wittich räumte ein, es sei für den Sport natürlich besser, wenn die Fahrer es unter sich auf der Strecke ausmachen würden.

Aber das Thema Sicherheit ist etwas, das kann man nicht opfern, nur weil man sagt: ‘Na komm, jetzt sind es noch 3 Runden, jetzt lassen wir den mal da im Kiesbett stehen und die fahren da schon ordentlich’.

Angenommen, man ließe die Fahrer quasi auf der Strecke machen was sie wollen, diese Verantwortung wolle niemand auf sich nehmen. Das betonte auch Niels Wittich.

Auch kein Team würde sagen: ‘Naja komm, wenn es jetzt nur noch 5 Runden sind, dann egal was passiert, fahren wir mal so lustig weiter’.

Abschließend meinte Wittich, dass das „Thema Safety Car in den letzten Runden halt leider so, wie es ist.“

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Laura Schanz
Laura Schanz ist seit Juni Teil des CHAMP1.NEWS-Teams. Ursprünglich kommt sie aus dem Bildungswesen, doch ihre Begeisterung für die Formel 1 entwickelte sich schnell von einem Hobby zu einer echten Leidenschaft. Heute verfolgt sie zwei klare Missionen: Zum einen möchte sie alle Strecken des aktuellen Formel-1-Kalenders persönlich besuchen — sechs davon konnte sie bereits abhaken. Zum anderen will sie mit dem hartnäckigen Vorurteil aufräumen, dass Frauen in der Formel 1 keinen Platz hätten. Für Laura ist die Königsklasse weit mehr als schnelle Autos, laute Motoren und der Geruch von verbranntem Gummi. Mit analytischem Blick begleitet sie Rennwochenenden, ordnet aktuelle F1-News und Entwicklungen ein und schreibt klare, verständliche Artikel rund um das Geschehen auf und neben der Strecke. Darüber hinaus ist sie als Social-Media-Host für CHAMP1 aktiv und gehört bei den Live-Sendungen an den Rennwochenenden neben Chantal und David zum On-Air-Team. Ihr Anspruch: die Formel 1 greifbarer, verständlicher und zugänglicher zu machen — für eingefleischte Fans genauso wie für alle, die gerade erst in diesen Sport eintauchen.
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