Mick Schumachers Zukunft in der IndyCar-Serie ist geklärt. Der Deutsche wechselt zur Saison 2027 von Rahal Letterman Lanigan Racing zu Meyer Shank Racing und fährt künftig für das Team des amtierenden Indy-500-Siegers. Damit endet auch die Suche nach einem neuen Cockpit, die durch die Verkleinerung seines bisherigen Teams notwendig geworden war.
Was sich in den vergangenen Wochen bereits deutlich abgezeichnet hatte, ist nun offiziell: Mick Schumacher wird auch 2027 in der IndyCar-Serie an den Start gehen – allerdings für ein neues Team.
Meyer Shank Racing bestätigte am Freitag die Verpflichtung des ehemaligen Formel-1-Piloten. Schumacher übernimmt zur kommenden Saison den Honda mit der Startnummer 66 und wird Teamkollege von Marcus Armstrong. Der Neuseeländer bleibt ebenfalls bei Meyer Shank Racing, wechselt allerdings in das Auto mit der Nummer 60.
Damit steht Schumacher künftig für eines der etablierten Teams der amerikanischen Rennserie am Start. Meyer Shank Racing feierte bereits Erfolge beim Indianapolis 500 und sieht nach Schumachers Rookie-Saison weiteres Potenzial beim 27-Jährigen.
„Ich freue mich riesig darauf, mit allen bei Meyer Shank Racing zusammenzuarbeiten und zu einem so ambitionierten Team zu wechseln“, erklärte Schumacher im Zuge der Bekanntgabe. Für ihn beginne eine „besondere Reise“. Er freue sich darauf, vom Team zu lernen und gemeinsam an der Saison 2027 zu arbeiten. Besonders hob Schumacher hervor, künftig für ein Team anzutreten, das bereits das Indianapolis 500 gewinnen konnte.
© IMAGO / Icon SportswireStarke Entwicklung vor allem auf den Ovalen
Schumacher hatte erst zu Beginn der laufenden Saison den Sprung in die IndyCar-Serie gewagt. Nach einem erfolgreichen Test auf dem Straßenkurs des Indianapolis Motor Speedway im Oktober 2025 unterschrieb er bei Rahal Letterman Lanigan Racing für die komplette Saison 2026 und übernahm dort den Honda mit der Startnummer 47. Zuvor war Schumacher nach zwei Formel-1-Jahren bei Haas und seiner anschließenden Zeit als Mercedes-Ersatzfahrer zuletzt für Alpine in der Langstrecken-WM WEC gefahren.
Eine der größten Herausforderungen seiner ersten IndyCar-Saison waren die für Schumacher vollkommen neuen Ovalrennen. Gerade dort machte der Deutsche allerdings auf sich aufmerksam.
© IMAGO / ZUMA PressIn Phoenix qualifizierte sich Schumacher für Startplatz vier. Beim Indianapolis 500 absolvierte er bei seinem Debüt alle 200 Rennrunden und wurde anschließend als „Rookie of the Year“ ausgezeichnet. In Nashville folgte mit Rang acht sein bislang bestes IndyCar-Ergebnis und gleichzeitig seine erste Top-10-Platzierung. Zuletzt stellte Schumacher seinen RLL-Honda beim zweiten Rennen in Milwaukee erneut auf den vierten Startplatz.
Bemerkenswert ist dabei insbesondere seine Oval-Bilanz. Über die sechs Ovalrennen in Phoenix, Indianapolis, St. Louis, Nashville und Milwaukee sammelte Schumacher 97 Meisterschaftspunkte und damit mehr als seine beiden erfahrenen RLL-Teamkollegen Louis Foster und Graham Rahal.
Meyer-Shank-Mitbesitzer Mike Shank verwies bei der Verpflichtung ausdrücklich auf diese Entwicklung. Schumacher habe das Team in seiner ersten IndyCar-Saison beeindruckt. Besonders seine Geschwindigkeit auf den Ovalen sei aufgefallen, schließlich stelle gerade diese Disziplin für Fahrer ohne entsprechende Erfahrung eine große Hürde dar.
RLL verkauft Charter – Schumacher muss sich neues Cockpit suchen
Dass Schumacher für 2027 überhaupt einen neuen Arbeitgeber benötigte, lag allerdings nicht an einer sportlichen Trennung.
Rahal Letterman Lanigan Racing gab am 22. Juli bekannt, eines seiner drei IndyCar-Charter an Dreyer & Reinbold Racing verkauft zu haben. Das Team reduziert sein Vollzeitprogramm damit ab 2027 von drei auf zwei Fahrzeuge. RLL begründete die Entscheidung damit, seine Ressourcen künftig stärker bündeln und die Wettbewerbsfähigkeit der beiden verbleibenden Autos erhöhen zu wollen.
Damit fiel Schumachers bisheriger Vollzeitplatz faktisch weg: Graham Rahal und Louis Foster waren für 2027 bereits gebunden, während Schumacher erst vor der laufenden Saison als dritter Fahrer zum Team gestoßen war. Der Deutsche musste sich deshalb trotz seiner laufenden Rookie-Saison nach einer neuen Möglichkeit innerhalb der IndyCar-Serie umsehen.
© IMAGO / Icon SportswireSchon damals rückte Meyer Shank Racing schnell als wahrscheinlichstes Ziel in den Mittelpunkt. Dort wurde für 2027 ein Cockpit frei, nachdem Felix Rosenqvist seinen Abschied in Richtung Arrow McLaren beschlossen hatte. Marcus Armstrong übernimmt künftig Rosenqvists Nummer 60 – Schumacher fährt dafür Armstrongs bisheriges Auto mit der Nummer 66.
Zwischenzeitlich galt unter anderem der ehemalige Formel-1-Pilot Yuki Tsunoda als möglicher Konkurrent um den Platz bei Meyer Shank Racing.
Schumacher wusste bereits, wo er 2027 fährt
Dass seine Zukunft hinter den Kulissen offenbar längst geklärt war, ließ Schumacher bereits vor rund zwei Wochen durchblicken.
Auf die Frage, ob er sich wegen eines Cockpits für 2027 anderweitig umsehen müsse, antwortete der Deutsche damals ungewöhnlich deutlich:
„Ich muss mich nicht umsehen. Ich weiß, wo ich sein werde.“
Schumacher betonte zugleich, sein Plan sei weiterhin, in der IndyCar-Serie zu bleiben. Die Leute wüssten, was er könne, die Bekanntgabe sei lediglich noch eine Frage der Zeit.
Wo genau er unterschrieben hatte, wollte Schumacher zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. Meyer Shank Racing galt allerdings bereits als klarer Favorit.
Jetzt ist aus dem offenen Geheimnis Gewissheit geworden.
© Instagram / Mick SchumacherSchumacher: „Ein ganz besonderes Kapitel“
Auch auf Instagram äußerte sich Schumacher am Freitag zu seinem Wechsel.
„Ich freue mich sehr darauf, dieses nächste Kapitel 2027 gemeinsam mit Meyer Shank Racing zu beginnen“, schrieb der Deutsche. Es sei für ihn eine besondere Gelegenheit, für die er unglaublich dankbar sei. Er freue sich darauf, mit dem Team die Arbeit aufzunehmen und gemeinsam daran zu arbeiten, was man erreichen könne.
Seinen Beitrag schloss Schumacher mit den Worten: „Auf geht’s Richtung 2027!“
Die Antwort seines neuen Arbeitgebers ließ nicht lange auf sich warten. Meyer Shank Racing kommentierte unter dem Beitrag augenzwinkernd:
„Ist es schon 2027? Willkommen im Team 🙌“
Für Schumacher beginnt damit nach nur einem Jahr bei Rahal Letterman Lanigan Racing bereits das zweite Kapitel seiner IndyCar-Karriere. Zunächst steht allerdings noch das Saisonfinale 2026 in Laguna Seca bevor. Das letzte Rennen des Jahres findet am Sonntag statt.































