Beim Großen Preis von Mexiko ging es auf der Strecke heiß her, doch eines der größten Themen entfaltete sich abseits der Ziellinie. Ausgerechnet zwischen Max Verstappen und Liam Lawson kam es im 2. Freien Training zur Kollision.
Während die Red-Bull-Führung beim zweiten Racing-Bulls-Sitz für 2027 auf ihr Junior-System pocht, schlägt F1-Experte Marc Surer Alarm: Hat der Neuseeländer mit diesem Manöver seine eigene Formel-1-Zukunft verspielt?
Nikola Tsolov absolvierte sein erstes Formel-1-Training in Mexiko. © Patching / XPB ImagesNachwuchsförderung bei den Racing Bulls
Die Vorzeichen für das Rennwochenende in Mexiko-Stadt standen in der Red Bull Familie ganz im Zeichen der Nachwuchsförderung. Im 1. Freien Training durfte Junior Nikola Tsolov sein F1-Debüt feiern. Der Bulgare stieg vertretungsweise in den Boliden von Liam Lawson und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Verantwortlichen.
Peter Bayer, CEO der Racing Bulls, stellte beim ORF die Rolle des Teams klar heraus.
Die Philosophie der Racing Bulls ist, junge Talente in der Formel 1 heranzuführen, und darin sind wir seit Jahren ganz vorne. Ehrlich gesagt war Nikolas Leistung am Freitag herausragend. Es war sein erstes Mal in diesem Auto, und er hat sich absolut perfekt ins Team integriert. Die Fahrerentscheidung für 2027 liegt bei Alan [Permane]. Er wird sie treffen, wenn er den richtigen Zeitpunkt dafür gekommen sieht. Liam fährt eine Topsaison, absolut. Das ist die einhellige Meinung im Fahrerlager. Gleichzeitig besteht unsere Rolle als führendes Team in der Nachwuchsförderung für die Formel 1 darin, kontinuierlich neue Fahrer in den Sport zu bringen.
Freitags-Drama: Lawson legt sich mit dem „Chef“ an
Während Tsolov seine Hausaufgaben am Freitag sorgfältig erledigte, geriet Lawson im 2. Freien Training mitten in die Schusslinie. In einer Situation mit Max Verstappen schenkte der Neuseeländer dem vierfachen Weltmeister keinen Raum. Er drückte ihn ab und provozierte eine Berührung, die beide Autos beschädigte und eine Rote Flagge auslöste. Verstappen reagierte gewohnt emotional und ließ seinem Unmut im Paddock freien Lauf.
In Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, analysierte Formel-1-Experte Marc Surer die Situation und fand deutliche Worte für das Verhalten des Racing-Bulls-Fahrers.
Für Surer hat sich Lawson mit dieser Aktion einen Bärendienst erwiesen:
Aber es war sehr dumm von Lawson, dass er so etwas gegen Max Verstappen gemacht hat. Er will ja in dem Team bleiben. Und er fährt im Moment gut, muss man wirklich sagen. Er fährt sehr stark. Und dann macht er so dumme Sachen. Ich meine, wer ist der Chef im Team? Der Chef im Team bei Red Bull ist Max Verstappen, und du legst dich doch nicht mit dem Chef an, der um die Weltmeisterschaft fährt; oder zumindest um Siege, und gefährdest deinen eigenen Platz. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Aktion seinen Platz gekostet hat, dass halt jetzt der Tsolov dann doch im Auto sitzt nächstes Jahr, und der Lawson schaut zu.
Politische Dynamik im Red Bull Kosmos
Das Scharmützel auf der Strecke zeigte unmissverständlich die politische Dynamik innerhalb des Red-Bull-Kaders. Zwar bescheinigen sowohl Peter Bayer als auch das Fahrerlager Lawson eine sportlich starke Saison, doch im Red-Bull-System wiegen Verstöße gegen die ungeschriebenen Gesetze der Hierarchie schwer.
Wie Marc Surer in der Analyse treffend zusammenfasst, geht es in einem Junior-Team schlichtweg nicht an, egoistisch gegen die Interessen des RBR-Hauptteams zu fahren.































