Während Mercedes den Auftakt kontrolliert, setzt McLaren am Nachmittag ein klares Ausrufezeichen – Red Bull und Ferrari vorerst nur Verfolger.
Mercedes setzt im FP1 die Benchmark
Das erste Freie Training verlief weitgehend unspektakulär, zumindest auf den ersten Blick. An der Spitze etablierte sich früh ein klares Bild: George Russell sicherte sich mit einer 1:31.666 Minuten die Bestzeit, hauchdünn vor Teamkollege Kimi Antonelli (+0,026 Sekunden). Dahinter reihten sich die McLaren von Lando Norris und Oscar Piastri ein.
Ferrari positionierte sich mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton auf den Plätzen fünf und sechs, während Max Verstappen bereits deutlich zurücklag – über sieben Zehntel fehlten auf die Spitze. Auffällig: Der Red Bull präsentierte sich erneut instabil, insbesondere in der anspruchsvollen Spoon-Kurve.
Neben kleineren Zwischenfällen – darunter eine Kollision zwischen Alex Albon und Sergio Perez sowie Spannungen zwischen Carlos Sainz und Liam Lawson – blieb das Training insgesamt ruhig. Die Strecke zeigte sich vor allem durch Wind anfällig, was mehrere Ausritte begünstigte.
McLaren schlägt im FP2 zurück
Am Nachmittag drehte sich das Bild: Oscar Piastri setzte mit einer 1:30.133 Minuten die Bestzeit und unterstrich die aufsteigende Form von McLaren. Kimi Antonelli bestätigte mit Platz zwei die Mercedes-Stärke, unterstrichen von dem dritten Platz mit George Russell.
Besonders bemerkenswert: McLaren wirkte deutlich konkurrenzfähiger und selbstbewusster als noch im ersten Training. Trotz eines Hydraulikproblems bei Norris gelang es dem Team, sich als ernsthafte Alternative zur Mercedes-Spitze zu positionieren.
Ferrari blieb erneut hinter den Erwartungen zurück und reihte sich mit respektvollem Abstand ein. Noch ernüchternder verlief die Session für Verstappen, der im Red Bull nicht über Rang zehn hinauskam.
Zwischenfälle und Technik prägen das Bild
FP1 – Unruhe im Mittelfeld und erste Untersuchungen
Im ersten Training blieb es zwar ruhig an der Spitze, doch im Mittelfeld kam es gleich zu mehreren brenzligen Szenen. Besonders auffällig war die Kollision zwischen Alex Albon und Sergio Perez in der letzten Schikane: Albon setzte innen zum Überholmanöver an, Perez übersah ihn – es kam zum Kontakt, der Williams drehte sich und verlor Teile. Die Rennleitung leitete umgehend eine Untersuchung ein.
Auch zwischen Carlos Sainz und Liam Lawson knisterte es: Sainz drängte den Racing-Bull-Piloten vor der Haarnadel leicht ab, was für sichtbares Unverständnis am Funk sorgte. Zusätzlich wurde eine weitere Szene der beiden in Kurve 10 untersucht. Generell zeigte sich: Gerade in den technisch anspruchsvollen Passagen wie der Spoon-Kurve sorgten Wind und Balanceprobleme für mehrere Ausritte und Unsicherheiten im Feld.
FP2 – Technikprobleme und gefährliche Situationen bei Highspeed
Das zweite Training wurde stärker von technischen Defekten und gefährlichen Situationen geprägt. Lando Norris verlor durch ein Hydraulikleck wertvolle Zeit und konnte erst verspätet ins Geschehen eingreifen – ein klarer Nachteil im Hinblick auf die Abstimmungsarbeit. Noch härter traf es Arvid Lindblad, der nach einem Getriebeproblem gar keine gezeitete Runde setzen konnte.
Auf der Strecke sorgte insbesondere eine Szene zwischen Max Verstappen und Franco Colapinto für Diskussionen: Der Alpine-Pilot bewegte sich auf der Geraden vor der Hochgeschwindigkeitskurve 130R unberechenbar und behinderte Verstappen deutlich – ein Vorfall, der von den Stewards untersucht wird. Auch kleinere Fehler, etwa Verbremser und Ausritte von Norris, unterstrichen, wie anspruchsvoll Suzuka bei diesen Bedingungen bleibt.
Offenes Duell zwischen Mercedes und McLaren
Der Freitag in Suzuka zeichnet ein klares, aber spannendes Bild: Mercedes bleibt konstant stark, doch McLaren hat im zweiten Training eindrucksvoll gekontert und wirkt zunehmend wie ein ernsthafter Herausforderer. Ferrari und Red Bull hingegen müssen dringend nachlegen.
Erwartet uns in Japan ein neuer Kampf um die Spitze? | © Bearne / XPB ImagesAusblick auf FP3 und Qualifying
Vor dem Qualifying am Samstag deutet vieles auf ein enges Duell zwischen Mercedes und McLaren hin. Entscheidend wird sein, ob McLaren die Performance stabilisieren kann und ob Red Bull über Nacht Antworten auf die Balance-Probleme findet. Suzuka bleibt unberechenbar.









