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Meinung & Kommentar

Behind the Scenes: So war der Barcelona GP wirklich!

Was passiert eigentlich alles während eines Rennwochenendes, was die Fernsehkameras nicht einfangen? CHAMP1-Redakteurin Laura erzählt euch von ihren Erlebnissen des Großen Preises von Barcelona-Katalonien!

© Laura Schanz

Für mich stand ein neuer Kurztrip nach Barcelona an – ein Besuch bei der Formel 1 musste da natürlich sein. Von Donnerstag bis Sonntag besuchte ich den Circuit de Barcelona-Catalunya. Hier erfahrt ihr, was ihr im Fernsehen nicht sehen konntet und wie die Stimmung während des Wochenendes wirklich war!

Einblick in Barcelonas Boxengasse

Bereits Donnerstagnachmittag konnte ich mich auf den Weg zur Rennstrecke machen, denn wir waren erfolgreich beim Kampf um die begehrten und limitierten Gratistickets für den Pit Lane Walk. Von 15:45 Uhr bis 17:15 Uhr durften wir uns also in der Boxengasse aufhalten.

Um 15 Uhr sollte der Eingang geöffnet werden, doch nichts tat sich. Mit einer Verzögerung von 30 Minuten wurde die Meute reingelassen und man strömte in den abgesperrten Bereich.

© Laura Schanz

Das Problem: Wenn man nicht schon um 12 Uhr anstand, war die Sicht sehr limitiert. Besonders vor den Garagen der Topteams und vor den Lokalmatadoren Fernando Alonso und Carlos Sainz war absolut kein Durchkommen. Die Leute blieben konsequent dort stehen, es wurde gedrückt und geschubst. Gähnende Leere herrschte jedoch vor den Boxen von Cadillac und Sainz-Teamkollege Alex Albon.

Bewegung in der Ferraribox: Lewis Hamilton tauchte in seiner Garage auf. Sofort wurde der Rekordweltmeister von Reportern und Fotografen umschwärmt. Heraus zu den Fans kam der Ferrarifahrer jedoch leider nicht.

© Emily Halsall

Durch die Boxengasse zu laufen war ein spannendes Erlebnis. Hoher Andrang und Hitze waren es definitiv wert!

Freitag: Viele Rookies, viel Sonne und viele Stechmücken

Als wir am Track ankamen, konnten wir gerade so noch einen Blick auf Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto erhaschen. Wie es bei Rennwochenenden üblich ist, hat jedes Team einen circa zehnminütigen Zeitslot auf der Hauptbühne im sogenannten Fan Forum und wird dort vor den Fans interviewed.

© Laura Schanz

Danach ging es zum ersten Mal in Richtung unserer Tribüne. Die befand sich an Kurve 12, neben dem Fan-Grandstand von Carlos Sainz. Also hieß es zunächst: Wanderung durch die knallende Mittagssonne. Doch belohnt wurden wir mit dieser Sicht auf die Strecke:

Aussicht von Tribüne B auf die Strecke | © Laura Schanz

Bevor es losging, machten wir uns wieder auf den Rückweg zurück in die Fanzone, um die Interviews von Mercedes, Ferrari und Haas mitzubekommen. Vor der Bühne war es so voll, es gab kein Durchkommen mehr. Von der Seite hatten wir zusammengequetscht Sicht auf die Bühne.

Ocon-Beef mit Barcelona?

Während des Interviews wurde Haas-Fahrer Esteban Ocon massiv ausgebuht. Absichtlich führte dieser das Interview dann konsequent auf Französisch. Leclerc fand das ziemlich lustig und verabschiedete sich von den Fans am Ende ebenfalls auf Französisch. Er kassierte dafür im Gegensatz zu Ocon jedoch Applaus.

Das Freie Training geht los

Im ersten Freien Training wurden wir fleißig von der Sonne gebrutzelt während wir die Fahrer auf der Strecke beobachteten. Die Tribünen blieben den gesamten Freitag noch relativ leer, doch das sollte sich im Verlauf des Wochenendes noch ändern.

© Laura Schanz

Zwischen dem ersten Freien Training und dem zweiten, suchten wir den raren Schatten auf. Hinter unserer Tribüne befand sich die Carlos Sainz Partyzone, die glücklicherweise Schatten bot – dort wurden prompt zum Opfer zahlreicher Stechmücken. Tipp für jeden der vorhat den Grand Prix zu besuchen: Nehmt ausreichend Mücken- und Sonnenschutz mit!

Das Zweite Training schauten wir aus dem Stehplatzbereich hinter unserer Tribüne. So hatten wir eine andere Sicht auf die Strecke und konnten auch hier das ein oder andere Überholmanöver beobachten.

© Laura Schanz

Persönliches Highlight: Die Meistertrophäe in der Fanzone

Was auf keinen Fall fehlen durfte war der Besuch der Meisterschaftstrophäe in der Fanzone. Diese wird bei jedem Rennen ausgestellt. Es ist jedes Mal ein wahnsinniges Gefühl alle Gravierungen darauf zu sehen.

Unterschrift des aktuellen Weltmeisters Norris, über Hamilton und Alonso auf der Trophäe | © Laura Schanz

Quali-Samstag, noch volleres Fan-Forum und noch mehr Sonne

Am Samstag fuhren wir mit dem ersten Shuttle zur Strecke, damit wir diesmal näher an die Bühne des Fan Forums kommen konnten. Denn heute sollten beide spanischen Fahrer auftreten und der Andrang war dementsprechend groß. Je näher die Zeit für Aston Martins Interview rückte, desto mehr packten die Alonso-Fans die Ellenbogen aus. Doch zuerst waren die Jungs von Racing Bulls und Williams an der Reihe.

Mit großem Jubel wurde dann Fernando Alonso begrüßt – Lance Stroll ließ sich wie immer nicht blicken.

Fans begrüßen Alonso lautstark | © Laura Schanz

Da ich kein Spanisch spreche oder verstehe, war ich komplett verloren während des Interviews und hatte keine Ahnung was gesagt wurde. Aber anhand der Reaktionen der Fans schienen es zufriedenstellende Nachrichten gewesen zu sein.

Als letztes teilten sich McLaren und Cadillac die Bühne. Das papayafarbene Team verspätete sich jedoch um fünf Minuten, wodurch das Interview kürzer ausfiel.

Zurück zur Tribüne, Zeit fürs Qualifying

Trotz des katastrophalen Qualifyings für Fernando Alonso, wurde er wie ein Gott gefeiert. Für Lewis Hamiltons Platz 2 gab es ebenfalls lauten Jubel. Da mein Handy aufgrund der Hitze dachte, es wolle jetzt nicht mehr funktionieren, habe ich leider keinen Videobeweis.

Horror-Rückweg

Der Rückweg zum Hotel war definitiv ein Erlebnis. Da alle gleichzeitig gehen wollten und unser letzter Shuttle angeblich um 18:30 Uhr abfuhr, war das Gedränge groß. Der Weg von Bus zur Strecke dauerte am Morgen vielleicht maximal 10 Minuten, zurück standen wir über eine Stunde an, um überhaupt die Strecke verlassen zu können. Insgesamt kostete uns der Rückweg knapp vier Stunden.

Der halbwegs frühe Vogel

Nicht wirklich ausgeschlafen ging es am Sonntag wieder zur Strecke. Es war bereits morgens schon unfassbar heiß. Um die Stimmung der Leute in der Carlos-Zone anzuheben, animierten Mitarbeiter die Leute zum Tanzen – das funktionierte nur so semi-gut.

© Emily Halsall
© Emily Halsall

Fahrer-Parade: Carlos Sainz kommt vorbei

Als es Zeit für die Fahrerparade war und die Fahrer um die Ecke fuhren, wurde es in den Zonen neben uns immer lauter. CS55-Flaggen wurden geschwenkt, es wurde laut gejubelt. Carlos Sainz stieg vom Truck und stattete seiner Fantribüne einen Besuch ab. Er feuerte Shirts in einer T-Shirt-Kanone in die Menge und machte Fotos vor der Absperrung mit seiner Tribüne.

Sainz, der gerade ein Foto mit seinen Fans im Hintergrund aufnimmt | © Emily Halsall

Später fuhr auch Fernando Alonso in einem separaten Auto vorbei. Er verließ den Truck schon eher und düste dann alleine über die Strecke. Dabei sah er deutlich glücklicher aus als sonst in seinem üblichen Dienstwagen.

Dann hieß es: It’s light out and away we go!

Die Stimmung war im wahrsten Sinne des Wortes aufgeheizt, jeder konnte es kaum abwarten, dass das Rennen anfing. Die Tribüne war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Großer Jubel für Alonso während der Einführungsrunde | © Laura Schanz

Während der Einführungsrunde wurde Lokalmatador Alonso wahnsinnig bejubelt. Diese Euphorie ließ jedoch zügig nach. Nach dem frühen Aus des Spaniers verließen viele Alonso Fans bereits ihre Plätze.

Die Mehrheit ließ sich von der Hitze jedoch nicht abhalten und so konnten wir erleben, wie Lewis Hamilton Geschichte schrieb.

Lewis Hamiltons erster Sieg mit Ferrari!

Nachdem Teamkollege Leclerc zum zweiten Mal in Folge in der Bande landete, machte Lewis Hamilton das scheinbare Unmögliche möglich. Er gewann mit großem Abstand den Großen Preis von Barcelona-Katalonien!

Hamilton, Norris und Hadjar bei der Inlap | © Laura Schanz

Mein Fazit

Das Rennwochenende in Barcelona hat unglaublich Spaß gemacht. Das Wetter war atemberaubend, das Rennen war spannend und die Atmosphäre war einfach toll. Insgesamt würde ich das Wochenende in meine persönliche Top 5 einordnen und mit 4,5 von 5 Sternen bewerten. Ich würde einem Formel 1 Fan einen Besuch dieser Strecke definitiv empfehlen und würde sie sogar noch ein zweites Mal besuchen.

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Laura Schanz
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