Helmut Marko war jahrelang eines der großen Gesichter von Red Bull. Nach der verpassten WM im vergangenen Jahr verließ er allerdings die Formel 1 und schaut nun von außen zu.
Vor dem Rennwochenende in Spielberg gab der Österreicher der „Kleinen Zeitung“ ein Interview und lieferte interessante Antworten.
Kann Max Verstappen die Spitze angreifen? © Rew / XPB ImagesMarko sieht Red Bull im Kampf um die Spitze
Natürlich schaut Marko vor allem auf sein Ex-Team und drückt den Bullen vor dem Rennwochenende die Daumen. Trotz der sportlich und politisch schwierigen Lage glaubt die Legende trotzdem an eine Chance in Spielberg.
„Generell muss man sagen, dass Updates in dieser Phase des Reglements sicherlich effektiver sind; man kann einen Vorteil von fünf Zehntelsekunden herausholen. Red Bull setzt zum ersten Mal ein Auto ein, das sich am Gewichtslimit befindet, daher werden sie sicherlich auch ganz vorn mitmischen. Ich hoffe, dass Max dann an der Spitze mithalten kann. Mercedes ist der Favorit, aber der Rest des Feldes ist mehr als interessant.“
Der Rennstall war mit einem Übergewicht von ca. 12 Kilogramm in die Saison gestartet und schafft es am kommenden Wochenende wohl zum ersten Mal an die Untergrenze. Das könnte die ein oder andere Zehntel bringen.
Bei Mercedes seien die Motorschäden der vergangenen Wochen für Marko ungewöhnlich, dennoch sieht er die Silberpfeile unter dem neuen Reglement klar in der Favoritenrolle.
Generell kann der Ex-Red-Bull-Verantwortliche der Saison bislang so einiges abgewinnen. Trotz des „komplizierten Motorenreglements mit der Energierückgewinnung“ würden die Rennen ihm „im Großen und Ganzen ganz gut“ gefallen.
Auch sei es für den Sport ein „Toto-Zwölfer (Sechser im Lotto, Anm. d. Red.), wenn ein Lewis Hamilton im Ferrari gewinnt.“
Marko schwärmt von Hadjar. © Bearne / XPB ImagesMarko schließt Rückkehr in die Formel 1 aus
Mit seiner aktiven Zeit in der Formel 1 hat Marko wohl endgültig abgeschlossen. Das machte der Österreicher klar.
„Nein – ich habe immer gesagt, wenn ich aufhöre, dann höre ich auch wirklich auf. Ich genieße es, wenn ich die Rennen im Fernsehen verfolge, da bekommt man alles ganz exakt mit. Es ist mir im Nachhinein erst klar geworden, wie anstrengend das ganze Reisen war. Das merkt man gar nicht, wenn man voll involviert ist.“
Dennoch schaue der Österreicher weiterhin die Rennen, nun aber eher vor dem Fernseher. Vor allem zwei Red-Bull-Youngster bekamen Lob von Marko ab. Isack Hadjar hätte in den Nachwuchsserien viel Pech gehabt, sei aber in der Formel 2 der Schnellste gewesen. Arvid Lindblad bezeichnete er mit seinen 18 Jahren als „völlig abgebrüht und reif“.
Landet der Sohn von Toto Wolff in der Formel 1? © Batchelor / XPB ImagesWird der Motorsport zu teuer?
Generell mache er sich allerdings Sorgen um die zukünftigen Talente, da alles „wahnsinnig viel Geld kostet“. In Oberitalien, im Zentrum für den Go-Kart-Sport, gäbe es zum Beispiel die Möglichkeit zu leben und mit dem Kind zu trainieren. Dort würde ein Team pro Saison aber bereits bis zu 250.000 Euro kosten.
Auch deshalb hat Helmut Marko für die Motorsport-Zukunft zwei Österreicher mit großen Namen im Visier.
„Ein Johan Berger, der Sohn von Gerhard Berger und der Jack Wolff natürlich auch. Die haben die volle Unterstützung ihrer Väter und haben Verbindungen. Für einen Normalsterblichen ist das alles nicht mehr finanzierbar. Es wird sicher immer schwerer, wenn man nicht den finanziellen Background mitbringt.“
Auch, wenn Marko nicht mehr in den Kosmos zurückkehrt, so ganz hat ihn die Formel 1 nicht losgelassen. Mal schauen, ob er mit seinen Prognosen für die Zukunft weiterhin so recht hat, wie an vielen Stellen damals.




































