Auch der Große Preis von Spa sorgte wieder für die ein oder andere Erkenntnis in der Formel 1. Vor allem Glück und Pech spielten in Belgien eine große Rolle.
Ein Fahrer nahm allerdings sein Glück selbst in die Hand und ließ damit allen anderen Top-Stars keine Chance.
Kimi Antonelli zeigte es in Spa mal wieder allen. © XPB ImagesAntonelli nimmt sein Glück in die eigene Hand
Eigentlich hätte Antonelli einer von den Stars sein müssen, die sich über das Ferrari-Glück durch das VSC aufregen. Doch der Italiener überholte Leclerc einfach auf der Strecke und zeigte damit, dass ihn gerade nichts so schnell aus der Bahn wirft.
Egal welche Hürden ihm derzeit in den Weg gelegt werden, der Italiener bleibt nervenstark und lässt sich überhaupt nicht unterkriegen. Seine Pace ist überragend, doch auch seine mentale Stärke ist beeindruckend.
Nicht nur aufgrund seines Punktevorsprungs ist er der klare Favorit auf den WM-Titel. Antonelli liefert weiterhin Top-Ergebnisse ab, solange sein Auto hält. Das wird auch sein Team weiter motivieren, ihm das beste Material zur Verfügung zu stellen. Man kann sich kaum vorstellen, dass dieser Mann in Ungarn besiegt werden kann.
Verstappen kann mit dem Posium zufrieden sein. © IMAGO / Marco CanonieroVerstappen im Pech und im Glück
Max Verstappen haderte nach dem Rennen mit dem VSC. Er konnte erst keinen wirklichen Undercut setzen, dann profitierte vor allem Charles Leclerc. Trotzdem war der Niederländer am Ende mit P3 zufrieden – und das musste er auch.
Denn im Endeffekt hatte Verstappen auch das Glück auf seiner Seite. Die Hamilton-Strafe, seine Boxenstopp-Panne, der Russell-Ausfall und die Grid-Position von Lando Norris brachten den Niederländer in die Position, locker aufs Podium fahren zu können. Und auch sein Teamkollege, der von ganz hinten starten musste, wirkte bockstark.
Genauso das wusste der Red-Bull-Star am Ende auch. Deshalb hatte er am Ende nicht nur Pech, sondern auch Glück. Denn überragend wirkte der Red Bull auch in Spa nicht wirklich. Ob sich das in Ungarn ändern wird?
Gabriel Bortoleto ist in Top-Form. © IMAGO / IPA SportAudi in der Formel 1 im Aufwind – zumindest halbwegs
Fernab der Top-Teams sieht man in der Formel 1 seit Wochen ein ähnliches Bild. Aston Martin kann nicht mal mit Cadillac mithalten, die nicht mit dem Rest mithalten können. Haas und Williams können die Punkte derzeit auch nicht angreifen.
Davor hat Audi mittlerweile zumindest nur noch mit einem Auto, dem von Nico Hülkenberg, Probleme, während Gabriel Bortoleto langsam zum Punktesammler wird. Audi wirkt deutlich stärker als Haas und Williams, das muss man nur auch endlich in der Konstrukteursweltmeisterschaft untermauern.
Dort können von den Mittelfeldteams derzeit Alpine und die Racing Bulls am meisten strahlen. Beide Teams haben immer mal wieder kleinere Probleme, liefern aber trotzdem gut und konstant ab. An diesen beiden Teams wird erst mal kein Weg vorbeiführen, wenn es um die letzten Punkte geht.
Für den Zwischenfall zwischen Leclerc und Piastri gab es keine Strafe. © Patching / XPB ImagesElektromotor und FIA-Entscheidungen bleiben die größten Aufreger der Formel 1
Auf einer langen und schnellen Strecke wie Spa wurde allen noch einmal klar, welche Probleme das neue Reglement mit sich bringt. Die Energierückgewinnung und das Spiel mit der Batterie wurden zu einem Ärgernis für viele Fahrer.
Auch die FIA sorgte mal wieder für die ein oder andere kritische Reaktion. Denn immer wieder werden Szenen, wie die zwischen Russell und Hamilton unterschiedlich bewertet. Während ein Großteil für einen Reunfall plädierte, entschieden sich die Stewards für eine 5-Sekunden-Strafe.
Beim harten Manöver von Leclerc gegen Piastri ließ man überraschenderweise Gnade vor Recht ergehen. Schon seit Jahren wirkt es so, als hätte die FIA in diesen Fragen keine klare Linie. Am Ende war das Spa-Rennen trotzdem mal wieder ein Spektakel. Wenn auch etwas langsamer als in den Jahren zuvor.




































