Die Gerüchteküche rund um einen möglichen Einstieg des chinesischen Autoherstellers BYD in die Formel 1 brodelt gewaltig. Vizepräsidentin Stella Li bestätigte, dass Gespräche mit Formel 1 CEO Stefano Domenicali stattfanden. Auch FIA Präsident Mohammed Ben Sulayem würde den Einstieg als mögliches zwölftes Team begrüßen. Nicht nur der Einstieg als ein zwölftes Team steht jedoch zur Debatte, sondern auch eine Übernahme eines bereits existierenden Teams. Mögliche Kandidaten dafür waren bisher Alpine und Aston Martin, doch ein anderes Team rückte kürzlich ins BYDs Fokus: Williams.
Alpine oder Aston Martin?
Erst vor wenigen Tagen verkündete Alpine einen Megadeal mit dem Luxuslabel Gucci. Ab 2027 wird die Marke Titelsponsor des Teams und löst damit den aktuellen Sponsor BWT ab. Aus BWT Alpine Formula One Team wird dann Gucci Racing Alpine Formula One Team. Damit scheint eine potentielle Übernahme für BYD zunächst vom Tisch zu sein.
Bei Aston Martin läuft die Saison gar nicht gut, was einen möglichen Verkauf für Eigentümer Lawrence Stroll natürlich schmackhafter machen würde. Bisher hat der Kanadier jedoch kein akutes Interesse am Verkauf des Rennstalls geäußert.
Was macht Williams interessant für BYD?
Im Podcast „Nailing the Apex“ war der niederländische VIAPlay Kommentator Nelson Valkenburg zu Gast. Dort spricht er über Optionen, die BYD für den Einstieg in die Formel 1 hätte. Unter anderem erwähnt er, warum Williams für die Chinesen von Interesse sein könnte.
2020 hat Dorilton Capital für 200 Millionen Dollar das englische Team Williams günstig gekauft. Seit der Übernahme hat sich der Wert des Teams auf 2 Milliarden Dollar um das zehnfache gesteigert. Bei einer angemessenen Höhe könnte Dorilton Capital an BYD verkaufen und somit ihr Investment deutlich gewinnbringend herausschlagen. Aus unternehmerischer Sicht eine gute Möglichkeit das Vermögen zu steigern. Für BYD zeigt die hohe Wertsteigerung, dass sich das Investment definitiv auszahlen würde, wenn man einen guten Job macht.
Matthew Savage, Vorsitzender von Dorilton Capital | © IMAGO / BSR AgencyMögliche Folgen für Williams
Im Interview mit f1.com betont Williams-Teamchef James Vowles, dass er eine große Zukunft seiner Fahrerpaarung mit Alex Albon und Carlos Sainz bei Williams sieht. Er behauptet außerdem, dass Williams ab 2030 in der Lage sei um Titel mitzufahren. Doch kann Vowles an seinen Zukunftsplänen festhalten, sollte die Übernahme von BYD kommen?
Sollte der chinesische Elektroautohersteller das Team übernehmen, wird der Name „Williams“ womöglich weichen müssen. Zudem ist es fraglich, ob es bei der Fahrerpaarung Albon und Sainz bleiben würde. Schließlich stünde ein chinesischer Fahrer mit Zhou Guanyu zur Verfügung. Momentan ist Zhou als Reservefahrer bei Cadillac im Einsatz. Außerdem könnte ein Kampf um mögliche Weltmeistertitel ab 2030 noch weiter in die Zukunft rücken.
Es bleibt abzusehen, ob und wann BYD in die Formel 1 einsteigen wird. Die größte finanzielle Frage wird für den Konzern sein, wie sie ihren Einstieg komplett machen möchten. Völlig auszuschließen ist der Start in die Formel 1 nach den aktuellen Entwicklungen jedoch nicht. Entweder wird BYD als zwölftes Team im Paddock begrüßt werden, oder man wird sich von einem „alten“ Team verabschieden, das danach vielleicht in neuem Glanz erstrahlen wird.




































