Andrea Kimi Antonelli hat sich im Qualifying zum Großen Preis von Belgien die Pole Position gesichert. Während der Mercedes-Pilot die Bestzeit fuhr, wurde die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag durch mehrere Grid-Strafen für die Fahrer stark verändert.
Q1 – Aufatmen bei Ferrari und McLaren
Schon kurz vor dem Q1 stand einigen Mechanikern in der Boxengasse der Schweiß auf der Stirn. Bei McLaren klagte Oscar Piastri über technische Probleme an seinem Auto, die das Team gerade noch rechtzeitig vor dem Qualifying in den Griff bekam. Noch dramatischer lief es bei Ferrari: Nach einem heftigen Crash von Lewis Hamilton beim dritten freien Training war lange unklar, ob sein Auto überhaupt rechtzeitig fertig wird. Doch die Scuderia machte es möglich und der Brite stand rechtzeitig auf der Strecke.
Hamiltons Crash im FP3.
Weniger Glück hatte Isack Hadjar. Für ihn war das Qualifying gelaufen, bevor es überhaupt begonnen hatte. Wegen des Wechsels der kompletten Antriebseinheit kassierte er bereits am Freitag eine heftige 20-Platz-Grid-Strafe.
Hadjar ist jedoch nicht der einzige Top-Fahrer der morgen beim Großen Preis von Belgien hinten starten muss. Es erwischte auch den amtierenden Weltmeister Lando Norris: Weil an seinem Auto zum vierten Mal diese Saison eine neue Kontrollelektronik verbaut wurde – erlaubt sind nur drei, fing er sich eine 10-Platz-Grid-Strafe ein. Dass der Brite im Q1 dennoch die Bestzeit vor Max Verstappen und Isack Hadjar fuhr, zeigte dass der McLaren Potenzial gehabt hätte.
Isack Hadjar und Lando Norris müssen in der Startaufstellung viele Plätze zurück. | ©Batchelor / XPBFür Lance Stroll und Fernando Alonso gab es ebenfalls Strafen, allerdings hält sich der Schmerz bei Aston Martin in Grenzen. Das Team war bisher ohnehin abgeschlagen am Ende des Feldes.
Das Q1 an sich bot allerdings wenige Überraschungen. Ausgeschieden sind Lance Stroll, Fernando Alonso, Sergio Pérez, Valtteri Bottas, Esteban Ocon.
Q2 – Hülkenberg im Pech, Lindblad lässt aufhorchen
Im zweiten Qualifying-Abschnitt ließ Rookie Arvid Lindblad kurz aufhorchen: Nach rund der Hälfte der Zeit setzte der junge Pilot eine starke Rundenzeit direkt auf dem Niveau des vierfachen Weltmeisters Max Verstappen. Sein Teamkollege Liam Lawson konnte da nicht mithalten. Lawson hatte allerdings einen kleinen Nachteil, da er noch mit dem alten, größeren Frontflügel unterwegs war.
Arvid Lindblad mit dem neuen Frontflügel. | ©Batchelor / XPB ImagesNico Hülkenberg kämpfte einmal mehr mit den Tücken der Technik: Er meldete Verzögerungen beim Schalten, was ihn im Qualifying entscheidende Zeit kostete. Für den Emmerichen war das Qualifying somit nach dem Q2 vorbei – ihn traf mal wieder das Pech.
Auf dem Weg in die Box gab sein Bolide endgültig auf, da er Hydraulikflüssigkeit verlor. Hülkenberg musste auf der Strecke stehenbleiben. Beim Aussteigen rollte das Auto plötzlich auch noch leicht den Hang hinunter. Doch Hülkenberg reagierte schnell und schob den Wagen gemeinsam mit den Streckenposten von der Strecke. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto schaffte es unterdessen gerade noch so ins Q3.
Ausgeschieden: Oliver Bearman, Carlos Sainz, Nico Hülkenberg, Franco Colapinto, Pierre Gasly
Q3 – Antonelli rast zur Pole, Windschattenspiele bei Red Bull
Der finale Abschnitt begann mit taktischen Spielchen: Hadjar gab Verstappen Windschatten, wodurch Verstappen ganz nah an Antonelli herankam. Charles Leclerc schob sich allerdings noch dazwischen, während sich Norris überraschend vorerst die Bestzeit holte.
Für eine kurze Unterbrechung sorgte Oscar Piastri. Er leistete sich sich einen leichten Ausritt ins Kiesbett und wirbelte dabei Dreck auf, der rund sechs Minuten vor Schluss von der Strecke beseitigt werden musste.
Oscar Piastri sorgte für die einzige Unterbrechung des Qualifyings. | ©IMAGO / IPA SportMit noch rund 4:30 Minuten auf der Uhr begann nach der Unterbrechung der letze Push: Hadjar spendierte Verstappen einmal mehr einen perfekten Windschatten und zog den Niederländer damit auf die vorübergehende Pole-Postiton. Wenig später zerschmetterte Kimi Antonelli diese Zeit jedoch mit drei Zehnteln Vorsprung.
Kimi Antonelli sichert sich damit die Pole-Position deutlich vor Max Verstappen und Lando Norris (der wegen seiner Strafe noch auf P13 zurückfällt). Dahinter folgten ein abgeschlagener George Russell und die beiden Ferraris. Oscar Piastri zeigte auf P7 erneut Schwäche, während Arvid Lindblad auf P8 und Gabriel Bortoleto auf P9 glänzten. Isack Hadjar fuhr aufgrund seiner bestehenden Strafe keine gezeitete Runde im Q3, da er am Sonntag ohnehin vom Ende des Feldes starten muss.
Das Qualifying-Ergebnis (ohne Strafen)
| Position | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Andrea Kimi Antonelli | Mercedes | 1:44.361 |
| 2 | Max Verstappen | Red Bull | +0.317 |
| 3 | Lando Norris | McLaren | +0.440 |
| 4 | George Russell | Mercedes | +0.508 |
| 5 | Charles Leclerc | Ferrari | +0.534 |
| 6 | Lewis Hamilton | Ferrari | +0.532 |
| 7 | Oscar Piastri | McLaren | +0.655 |
| 8 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +0.782 (Q3) |
| 9 | Gabriel Bortoleto | Audi | +1.276 (Q3) |
| 10 | Isack Hadjar | Red Bull | No Time (Q3) |
| 11 | Liam Lawson | Racing Bulls | +0.978 (Q2) |
| 12 | Pierre Gasly | Alpine | +1.189 (Q2) |
| 13 | Franco Colapinto | Alpine | +1.250 (Q2) |
| 14 | Nico Hülkenberg | Audi | +1.529 (Q2) |
| 15 | Carlos Sainz | Williams | +1.635 (Q2) |
| 16 | Oliver Bearman | Haas | +1.637 (Q2) |
| 17 | Alexander Albon | Williams | +1.255 (Q1) |
| 18 | Esteban Ocon | Haas | 1.936 (Q1) |
| 19 | Valterri Bottas | Cadillac | +1.958 (Q1) |
| 20 | Sergio Pérez | Cadillac | +2.106 (Q1) |
| 21 | Fernando Alonso | Aston Martin | +4.137 (Q1) |
| 22 | Lance Stroll | Aston Martin | +4.312 (Q1) |
Quelle: F1
Die morgige Startaufstellung (nach den Strafen)
Aufgrund der Strafen fallen morgen einige Fahrer in ihren Position zurück. Nahezu alle Fahrer profitieren davon – bis auf Fernando Alonso. Hier eine Übersicht:




































