Kimi Antonelli erlebte in Silverstone einen Rennsonntag zum Vergessen. Mit Problemen am Auto rutschte der Italiener bis auf Platz 10 zurück und bekam wegen Tracklimits noch eine Strafe aufgebrummt, die ihn aus den Punkten spülte.
Die Tracklimits hatte sich der Italiener eingehandelt, weil sein Auto durch die Probleme immer wieder von der Strecke rutschte.
Kimi Antonelli fiel in Silverstone aus den Punkten. © Charniaux / XPB ImagesWittich hält Strafe für angemessen
Auch in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, wurde über die Strafe diskutiert. Kommentatorenlegende Marc Surer, der selbst beim Rennen zu Gast war, stellte Ex-Rennleiter Niels Wittich die Frage, ob die Strafe gegen Antonelli verhältnismäßig gewesen sei.
Er selbst bezeichnete sie als „irgendwie lächerlich“, da Antonelli durch seine Probleme keinen Vorteil durch das Verlassen der Strecke gehabt habe. Wittich zeigte Verständnis für die Ansicht von Surer, stellte sich allerdings hinter die Rennleitung, weil „mildernde Umstände“ für einen Präzedenzfall hätten sorgen können.
„Man muss auch den zweiten Schritt quasi sich vor Augen führen. Wenn man jetzt sagen würde: ‚Na okay, wir drücken da mal ein Auge zu‘, und jetzt holt er einen Punkt, dann sagen die anderen Teams: ‚Naja, nächstes Mal, wenn ich von der Strecke komme, hatte ich auch mal kurz ein Bremsproblem.‘“
Es müsse „keine Vorteilsnahme da sein, um trotzdem eine Strafe zu bekommen.“ Eine Fünf-Sekunden-Strafe sei für Wittich generell nur „ein Klaps auf den Hintern“, wenn man bedenke, dass es früher immer eine Durchfahrtsstrafe gegeben habe.
Antonelli konnte sein Auto schwer auf der Strecke halten. © Dunbar / XPB ImagesHätte Antonelli sein Auto abstellen sollen?
Generell zeigte sich Wittich kritisch gegenüber Mercedes und Antonelli, der das Rennen trotz seines kaputten Boliden fortsetzte.
„Da hätte man von oben eingreifen müssen, meines Erachtens, und sagen müssen: ‚Du, pass auf, das lassen wir lieber, weil da hat keiner was gewonnen, dass er jetzt irgendwas bringt.‘“
Denn die Gefahr eines Unfalls und einer schweren Verletzung des Italieners stand zumindest im Raum. Der Deutsche hätte es besser gefunden, wenn Mercedes dieses Risiko nicht eingegangen wäre.
Am Ende ist glücklicherweise nichts passiert, doch der Italiener musste trotzdem mal wieder ohne Punkte nach Hause. Auch eine Diskussion über die Fünf-Sekunden-Strafe bringt nichts, der WM-Führende muss seine Punkte nun in den nächsten Rennen holen, um auch als Erster in die Sommerpause zu gehen.




































