Leclercs Sieges-Durststrecke endete nach über eineinhalb Jahren in Silverstone. Der Monegasse ist damit endlich wieder der letzte aktuelle Ferrari-Gewinner. Der ehemalige Rennleiter Niels Wittich bremst jedoch die Euphorie.
Lange Durststrecke hat ein Ende
Zwischen Charles Leclercs letztem Sieg und seinem aktuellsten in Silverstone liegen 623 Tage. Fast zwei Jahre musste der Monegasse zusehen, wie andere Fahrer auf dem obersten Treppchen standen. Dass vor ihm sein Teamkollege Lewis Hamilton, der seine zweite Saison für die Scuderia fährt, einen Sieg für Ferrari holte, schmeckte Leclerc bestimmt nicht. Für sein Ego war der Rennsieg in Silverstone sicherlich hilfreich. Das behauptete auch Ex-Renndirektor Niels Wittich: „ Also es war mit Sicherheit notwendig, dass er mal wieder einen Sieg geholt hat, einfach nur fürs Ego und fürs persönliche Gefühl, dass er wieder das Vertrauen in sich zurückbekommt.“
Leclerc endlich wieder auf dem obersten Podiumsplatz in Silverstone, Teamkollege Hamilton wird Dritter | © Denny / XPB ImagesSchafft Leclerc es aus eigener Kraft, fragt sich Wittich
Gegen Ende des Rennens sorgte gerade das Safety Car für einige Kuriositäten. Dass das Rennen hinter Bernd Mayländer endete und so kein Neustart und möglicher Angriff auf Leclerc möglich war, spielte dem Sieg des Ferrarifahrers sicherlich in die Karten. Wittich nannte in Race Control diese Situation einen von „sehr, sehr vielen glücklichen Umständen“.
Für Wittich stellte sich die Frage: Ist Leclerc in der Lage aus eigener Kraft einen Sieg einzufahren oder braucht er „Hilfe“ durch beispielsweise Ausfälle oder ein Safety Car?
Insofern ist die Frage: kann man das replizieren, kann man das noch mal machen, so ein Thema, oder brauchst du dort wieder ein paar Ausfälle oder irgendein kurioses Finale, dass irgendwas nicht Vorhersehbares passiert?
Für den ehemaligen Rennleiter ist klar: Konstanz ist wichtig. Ist das Team und der Fahrer in der Lage diese Leistung immer wieder zu erbringen oder war Silverstone einfach nur ein glücklicher Zufall?
„Aber das ist halt eine Sache, die Konstanz muss jetzt zeigen, dass sie in der Lage sind, das auch aus eigener Kraft rauszufahren“, sagte Wittich.
Ausblick auf die nächsten Rennen
Bevor es in die Sommerpause geht, stehen noch zwei Rennen an. Zunächst geht es diese Woche nach Belgien, bevor es die Woche drauf in Ungarn weitergeht. Niels Wittich hofft, dass Ferrari das Momentum mitnehmen kann und drücke ihnen die Daumen. Nichtsdestotrotz wird sich erst am Wochenende zeigen, ob die Scuderia konstant abliefern kann. Besonders je nach Wetterlage könnte es nochmal spannend werden.
Ich drücke [Ferrari] wirklich die Daumen, dass es so weitergeht. Das Team hat es mehr als verdient, dass sie jetzt Siege einfahren. Aber man wird abwarten müssen, wie sich das jetzt weiter zeigt, ob diese Leistung Bestand hat.




































