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„Werdet erwachsen“: Günther Steiner wettert gegen McLaren-Beschwerde

McLaren behauptete öffentlich, dass sie nicht den gleichen Motor hätten wie ihr Zulieferer Mercedes. Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner rechnet hart mit dem amtierenden Konstrukteursmeister ab.

©IMAGO / Icon Sportswire / McLaren

Im letzten Jahr dominierte McLaren ganz klar die Saison, dieses Jahr sieht das ganz anders aus. In der Teamwertung stehen sie mit 179 auf Platz 3. Mercedes hat mit 333 Punkten auf Platz 1 fast doppelt so viele. McLaren-Teamchef Andrea Stella erklärte den Rückstand unter anderem damit, dass das Team nicht den selben Motor vom Werksteam Mercedes bekommen habe. Günther Steiner fand in einer Ausgabe des Red Flags Podcast sehr deutliche Worte gegen das Team aus Woking.

Frustration bei McLaren

Nach dem Rennen in Silverstone war die Frustration beim papayafarbenen Team deutlich zu spüren. Teamchef Stella erklärte, es läge unter anderem daran, dass sie nicht die neuste Spezifikation des Mercedes-Motors erhalten haben. Er betonte, man müsse dringend das Gespräch mit dem Motorenlieferanten suchen und so schnell wie möglich den neusten Motor erhalten.

Frustration bei McLaren-Teamchef Andrea Stella | © Batchelor / XPB Images

Steiner teilt aus

Im Red Flags Podcast kam die Frage auf, ob McLaren ein Werksteam werden sollte. Günther Steiner antwortete darauf mit „Auf jeden Fall! Sie sind ein Autohersteller, sie sollten auch ihren eigenen Motor bauen.“ Das würde auch McLaren auch ihre größte Ausrede nehmen, wenn mal etwas nicht funktioniere. Laut Steiner wäre das nämlich etwas, dass das Team besonders gerne mache: Jammern und die Schuld auf den Motorenhersteller schieben, anstatt sich an die eigene Nase zu fassen.

Das wäre weg, denn sie sagen immer, wenn etwas schief geht: „Oh, der Motor, jetzt bekommen wir nicht den gleichen Motor wie Mercedes.“ Sie hatten damals Probleme mit Renault. Sie hatten Probleme mit Honda. Es ist immer etwas.

Noch unter Ron Dennis beendete McLaren die damalige Zusammenarbeit mit Mercedes vor Beginn der 2015-Saison. Dennis war damals der Ansicht, dass Kundenteams niemals eine Weltmeisterschaft gewinnen könnten und entschied sich dann für eine Partnerschaft mit Honda.

Nach drei Jahren und dem berühmten „GP2“-Funkspruch von Fernando Alonso kehrte man Honda den Rücken zu und wechselte zu Renault. Zufrieden war man dort auch nicht und kam 2021 zurück in den Mercedes Kundenstamm.

Irgendwann muss man erwachsen sein. Genug Geld ist da. Zak [Brown] ist gut darin das Team und Sponsoring zu verkaufen. Nimm das Geld und anstatt es auf die Bank zu legen, bau deinen eigenen Motor damit.

Günther SteinerGünther Steiner hat eine klare Meinung zu McLaren | © IMAGO / NurPhoto

McLaren hätte keine Nachteile

Laut Steiner würde es ein deutliches Zeichen setzen, wenn McLaren ihre eigene Power Unit entwickeln würden. Schließlich hätten Red Bull und Audi den selben Schritt gewagt. „Sie wollen auf eigenen Beinen stehen und ernstgenommen werden“, erklärte der ehemalige Haas-Teamchef.

Er glaubt auch zu wissen warum Brown und Co den Schritt bisher nicht gemacht haben: „Es ist teuer. Und schwierig. Es ist nicht einfach einen Motor zu entwickeln.“

„Ich glaube die erste Hürde ist das Geld und dann die Leute – wie immer, wenn man ein Unternehmen betreibt“, führte er weiter aus.

Aber wenn du ab einem gewissen Punkt nicht mehr zufrieden mit dem bist, was du hast – und das ist McLaren nicht – gibt es nur eine Sache, die du tun kannst: Du musst es selbst machen.

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Laura Schanz
Laura Schanz ist seit Juni Teil des CHAMP1.NEWS-Teams. Ursprünglich kommt sie aus dem Bildungswesen, doch ihre Begeisterung für die Formel 1 entwickelte sich schnell von einem Hobby zu einer echten Leidenschaft. Heute verfolgt sie zwei klare Missionen: Zum einen möchte sie alle Strecken des aktuellen Formel-1-Kalenders persönlich besuchen — sechs davon konnte sie bereits abhaken. Zum anderen will sie mit dem hartnäckigen Vorurteil aufräumen, dass Frauen in der Formel 1 keinen Platz hätten. Für Laura ist die Königsklasse weit mehr als schnelle Autos, laute Motoren und der Geruch von verbranntem Gummi. Mit analytischem Blick begleitet sie Rennwochenenden, ordnet aktuelle F1-News und Entwicklungen ein und schreibt klare, verständliche Artikel rund um das Geschehen auf und neben der Strecke. Darüber hinaus ist sie als Social-Media-Host für CHAMP1 aktiv und gehört bei den Live-Sendungen an den Rennwochenenden neben Chantal und David zum On-Air-Team. Ihr Anspruch: die Formel 1 greifbarer, verständlicher und zugänglicher zu machen — für eingefleischte Fans genauso wie für alle, die gerade erst in diesen Sport eintauchen.
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