So titelte die BILD an diesem Freitag online | Quelle: © BILD.deDie BILD gehört zu den größten und erfolgreichsten, aber auch zu den umstrittensten Boulevardzeitungen Deutschlands. Entweder man „liebt“ sie oder man „hasst“ sie. Im Falle von Ralf Schumacher dürfte wohl eher letztes der Fall sein.
Was war passiert?
Hinter der sog. „Paywall“ veröffentlichte die zur Axel Springer SE gehörende BILD-Zeitung an diesem Freitag einen Artikel, der unter dem Titel „Die geheime Gage für Ralf Schumachers Liebes-Doku“ erschien. Darin berichtete Unterhaltungschefin Tanja May und Redakteur John Puthenpurackal über die angebliche Gage, die Schumacher und sein – mittlerweile – Ehemann Étienne Bousquet-Cassagne für den Dreh der eigenen Hochzeit, die vor wenigen Tagen stattfand, sowie für die dokumentierten Vorbereitungen dazu, die unter dem Titel von „Ralf & Étienne: Wir sagen Ja“ für Sky Deutschland produziert wurde, bekommen haben sollen.
Demnach habe der ehemalige Formel 1-Pilot 100.000 Euro erhalten. Die BILD beruft sich dabei auf eigene Informationen. Die Produktion wurde – so heißt es weiter im Artikel – „vergleichsweise schlank gehalten“ und der Deal „soll kurzfristig zustande gekommen sein“, auch weil die Produktionsfirma „das Paar nur über einen begrenzten Zeitraum“ begleitet habe und meist „lediglich ein Kamerateam im Einsatz“ gewesen sein soll.
Im selbigen Artikel lässt die BILD dabei auch einen vermeintlichen Insider zu Wort kommen. Der „Insider“ soll gegenüber der BILD gesagt haben:
„Es ging hier vor allem um Publicity.“
Und so will sich die BILD die „vergleichsweise niedrige Gage“ erklären und führt zur weiteren Begründung an, dass Ralf Schumacher als Formel 1-Experte ohnehin regelmäßig bei Sky im Einsatz sei und deshalb „weniger das Geld entscheidend gewesen“ sei, als – so heißt es weiter – „die Möglichkeit, seine Liebe zu Étienne öffentlich zu zeigen“.
Und weil die BILD die Summe von 100.000 Euro „vergleichsweise“ zu niedrig hält, führt sie direkt noch einen direkten Vergleich mit den Kaulitz-Brüdern an. Diese sollen für ihre Netflix-Serie „Kaulitz & Kaulitz“ rund 1,5 Millionen Euro erhalten haben. Auch hier bezieht man sich wieder auf eigene Informationen. Auch Musiker Bushido und seine Frau Anna-Maria Ferchichi finden – wie auch die Ochsenknechts – ihre Erwähnung im Bericht. Auch hier nennt die BILD Zahlen, die die beteiligten Personen angeblich erhalten haben sollen.
So soll RTL+ Bushido und seiner Frau „angeblich“ über eine Million Euro gezahlt haben, den Ochsenknechts sollen (von Sky) rund 300.000 Euro bezahlt worden sein.
Schumacher mit Rundumschlag gegen BILD
In gleich zwei Statements auf Instagram reagierte der ehemalige Formel 1-Fahrer und heutige Sky-Experte in aller Deutlichkeit.
Mit gehörig Wut im Bauch, verfasste Schumacher gleich zwei knallharte Statements | Quelle: Instagram/@ralfschumacher_rscIm ersten Statement hielt sich Schumacher noch vergleichsweise zurück, blieb aber in seinen Aussagen nicht weniger deutlich, als im späteren ausführlichen Statement. Für Ralf Schumacher solle sich „die BILD und Sie Frau Horn schämen“.
Und weiter schrieb er:
„Unseren speziellen Tag mit Behauptungen und Lügen zu diskreditieren ist selbst für Ihr Unternehmen neu. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer tollen Mitarbeiterin Tanja May (Anm. d. R.: Unterhaltungschefin der BILD), die alles schreibt, was ihr einfällt.“
Doch damit nicht genug. Am Freitagnachmittag legte der Bruder des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher, dann noch einmal ordentlich nach.
„Ich kann dieses Medium mittlerweile nicht mehr ernst nehmen“
So schreibt Schumacher, dass die BILD in den vergangenen Tagen wiederholt Informationen als exklusive Tatsachen dargestellt habe, die – wie er betont – nachweislich „nicht den tatsächlichen Abläufen entsprachen“.
Auch sollen Schumacher Aussagen zugeschrieben worden sein, die er der BILD zu keinem Zeitpunkt gegeben haben will. Auf einen entsprechenden „Hinweis“ und einen erklärten „Widerspruch“, sowie um die Bitte einer „Gegendarstellung“, habe die Boulevardzeitung offenbar nicht reagiert.
Die BILD-Zeitung selbst schrieb in ihrem Bericht, dass sich das Management Ralf Schumachers „überrascht“ gezeigt habe und lediglich erklärt habe, die genannte Summe (Anm. d. R.: 100.000 Euro) habe „mit den tatsächlichen vertraglichen Vereinbarungen nichts gemein“, wollte aber keine konkreten Angaben machen, wie viel Schumacher und sein Ehepartner von Sky Deutschland erhalten haben.
Schumacher selbst platzte in seinem ausführlichen, zweiten Statement regelrecht der Kragen.
So schrieb der (noch) 50-jährige dann auf seinem Instagram-Kanal:
„Nun folgt die nächste angeblich exklusive Geschichte mit vermeintlichen Vertragsdetails und Vergütungsvereinbarungen, die mit den tatsächlichen Gegebenheiten nichts zu tun haben. Wer wiederholt Behauptungen veröffentlicht und diese gleichzeitig als exklusive Insiderinformationen verkauft, muss sich die Frage gefallen lassen, wie ernst es ihm mit journalistischer Sorgfalt tatsächlich ist.“
Appell an die Verantwortlichen von BILD und Axel Springer
Am Ende seines langen Statements richtete Schumacher dann noch einen Appell an die Verantwortlichen, „die Entwicklungen der vergangenen Wochen kritisch zu hinterfragen“.
Die BILD hat seinen Artikel, den Ralf Schumacher stark kritisiert, bislang nicht überarbeitet. Auch befindet sich die Online-Version des Berichts weiter hinter der Bezahlschranke.
Geäußert oder das Thema aufgegriffen, haben aktuell weder die BILD selbst, noch die verantwortliche Redakteurin Tanja May, die zugleich die Unterhaltungschef des Mediums ist.
BILD-Unterhaltungschefin Tanja May hat gut lachen | Quelle: Instagram/@may_tanjaMay selbst, postete auch nach Erscheinen des ausführlichen Schumacher-Statements derweil lieber ein Bild von sich im Fußball-Trikot und lächelte dabei freundlich in die Kamera.
Eine Instagram-Story, die sich Schumacher also besser nicht anschauen sollte.































