Ferrari erlebte beim Großen Preis von Monaco ein Wechselbad der Gefühle. Während Lewis Hamilton zum zweiten Mal in Folge hinter Kimi Antonelli auf dem Podium steht, crashte Charles Leclerc und muss eine Nullnummer im Heimrennen hinnehmen.
Die große Frage danach war: Lag es am Ende am beschädigten Asphalt? War es Leclers Fehler? Oder gab es ein ganz anderes Problem?
Charles Leclerc war nach dem Monaco-Rennen angefressen. © IMAGO / ZUMA Press WireLeclerc gibt Bremsen die Schuld
Für den Monegassen war die Antwort nach dem Rennen ganz klar. Er kommt mit seinem Bremsen zurzeit überhaupt nicht klar und erklärte seinen Unfall mit diesem Problem, das ihn seit Wochen begleitet.
Für dieses Problem hat der Monegasse auch schon eine Lösung, wie er in einer Medienrunde verdeutlichte.
„Ab dem nächsten Rennen werde ich mich an Lewis’ Einstellungen orientieren, und das wird die Probleme lösen, mit denen ich zu kämpfen habe. Vielleicht bringt Lewis’ Konfiguration andere Probleme mit sich, aber ich brauche an dieser Stelle Beständigkeit.“
Bereits zum zweiten Mal in Folge fühlt sich der Brite deutlich wohler im Auto als Leclerc und zeigt dies auch auf der Strecke. Seit einigen Wochen hat Hamilton laut „AutoRacerIT“ andere Bremsscheiben.
Eigentlich wird Ferrari von Brembo beliefert, Lewis Hamilton setzt bei den Scheiben nun allerdings auf Carbon Industries. Er verwendet nur noch die anderen Teile von Brembo. Leclerc soll nun das gleiche System testen.
Brembo stellt die Bremsen für Ferrari und andere Teams her. © IMAGO / Filippo CarlotBremsenhersteller von Ferrari schießt zurück
Brembo selbst zeigte sich sehr überrascht von den Anschuldigungen von Charles Leclerc und meldete sich noch am Sonntag mit einem offiziellen Statement.
„Das Unternehmen kennt derzeit die Ursachen für die Probleme, mit denen Charles Leclerc zu kämpfen hatte, nicht und hält es daher für verfrüht, endgültige technische Einschätzungen abzugeben, bevor die verfügbaren Daten analysiert wurden. In Fällen wie diesem ist es nämlich notwendig, die Telemetriedaten gemeinsam mit den Ingenieuren des Teams zu untersuchen, um die Ursache des Vorfalls genau zu ermitteln.“
Man verwies auf die Partnerschaft mit Ferrari, die seit über 50 Jahren bestehe, und argumentierte, dass „sich die Teams in der Weltmeisterschaft immer wieder für Lösungen von Brembo entschieden und damit deren Zuverlässigkeit, Innovationskraft und Spitzenleistung anerkannt“ hätten.
Brembo wolle die Zusammenarbeit mit Ferrari und allen anderen Formel-1-Teams fortsetzen. Das Unternehmen will sich mit diesem Statement mutmaßlich schützen. Denn Aussagen wie die von Leclerc könnten auch andere Fahrer zum Grübeln bringen.
In Barcelona könnte Leclerc nun bereits mit anderen Bremsscheiben an den Start gehen. Eines ist klar: Das Verhältnis zwischen Ferrari und Brembo bekommt derzeit zumindest kleinere Risse.




































