Im Beyond the Grid Podcast erzählte Haas-Fahrer Oliver Bearman über seinen Traum einmal ein Ferrari Werksfahrer zu sein. Trotzdem warnte er davor, seine besten Jahre nicht nur mit hoffen und träumen verschwenden zu wollen.
Zeit bei Haas
2025 startete Bearman seine Formel 1 Karriere beim amerikanischen Team Haas. An der Seite von Esteban Ocon absolviert er gerade sein zweites Jahr. In seinem Rookiejahr war ein vierter Platz in Mexiko seine beste Platzierung. Auch in diesem Jahr fing der junge Brite nicht schlecht an. Gerade in den ersten beiden Rennen konnte er Punkte holen. Insgesamt bringt er aktuell 18 Punkte auf das Tableau. Aktuell ist es bei Haas schwierig, aber in der Fahrerwertung liegt er vor Teamkollege Ocon.
Bearman absolviert sein zweites Jahr in der Formel 1 | © Haas F1 TeamBearman ist großer Hamilton-Fan
Bearman eröffnete, dass er ein großer Fan von Lewis Hamilton ist. Ihn in den roten Anzügen von Ferrari zu sehen ist selbst für Bearman etwas besonderes. Als er über Hamiltons Sieg in Barcelona sprach, geriet er richtig ins Schwärmen.
Als F1-Fan und auch als Lewis-Fan ist es ziemlich cool, ihn auf dem Niveau zu sehen, auf dem er ist, und ihn auf der obersten Stufe in Barcelona zu sehen, war ein ganz besonderer Moment für die britische Formel 1 im Allgemeinen. Es waren drei Briten auf dem Podium, mit dem besten britischen Fahrer, dem besten Fahrer, den wir je gesehen haben, auf P1. Das ist etwas ganz Besonderes.
Die gute Performance von Hamilton stellt seiner Ferrari-Timeline natürlich ein Beinchen. Allerdings betonte Bearman, dass er noch jung ist und noch hoffentlich viele Jahre in der Formel 1 vor sich hat. Gerade bei Haas fühlt er, dass er dort viel lernen könne und es nicht falsch sei, die nahe Zukunft dort zu verbringen.
„Ich bin erst 21. Ich bin nicht in großer Eile und für mich ist es keine schlechte Sache, auf absehbare Zeit bei Haas zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass es in diesem Team viel zu lernen gibt. Es gibt noch viel zu erreichen“, erklärte Bearman. „Ich möchte wirklich zu den Höhenflügen zurückkehren, die wir in Mexiko und bei anderen Rennen erlebt haben. Ich habe das Gefühl, dass dieses Team auf einem guten Weg ist und ich bin wirklich glücklich, mit ihnen auf dieser Reise zu sein.“
Insgesamt blickte der 21-Jährige äußerst reflektiert auf seine Zeit bei Haas. „Es ist gerade hart, und es ist wirklich eine Herausforderung. Eine, die den Charakter stärkt, würde ich sagen“, meinte er. „Ich möchte nicht als das Team definiert werden, das ein wirklich gutes erstes Jahr mit mir hatte, aber dann Mühe hatte an der Leistung anzuknüpfen. Hoffentlich können wir also mehr Leistung bringen und wieder ein paar Punkte holen“, erklärte Bearman zuversichtlich.
Bearman: „Ferrari ist mein Traumteam“
In 2022 wurde Bearman Teil der Ferrari Driver Academy. Zwei Jahre später durfte der damals 18-Jährige für Carlos Sainz während des Grand Prix in Saudi Arabien einspringen. Der Spanier fiel aufgrund einer Blinddarmoperation aus. Bearman beeindruckte mit einer Zieleinfahrt auf Platz 7.
Er ist noch immer Teil der Ferrarifamilie, doch der Traum von einem permanenten Sitz muss wohl noch etwas warten.
2024 fuhr Bearman für Sainz in Jeddah | © IMAGO / Michael PottsAuf die Frage, ob es für ihn in Frage käme, Ferrari den Rücken zu kehren, hatte der Brite eine deutliche Antwort: „Natürlich bin ich dem, was Ferrari mir geboten hat, sehr verbunden und sie haben mich von Anfang an unterstützt, seit ich in die Formel 3 eingestiegen bin, und nur dank ihnen sitze ich hier.“ Außerdem fügte er hinzu: „Ich habe Ferrari viel zu verdanken.“
Für mich ist Ferrari das Traumteam, nicht nur, weil ich Teil von Ferrari bin, sondern einfach, weil es wahrscheinlich die ikonischste Marke der Welt ist. Mein Ziel bleibt also, eines Tages Ferrari-Fahrer zu werden.
Er kann nicht ewig auf Ferrari warten
Nichtsdestotrotz möchte Bearman realistisch bleiben. Ihm ist bewusst, dass er nicht auf ein potentielles Angebot von Ferrari warten kann, welches am Ende vielleicht gar nicht kommt: „Natürlich möchte ich nicht drei, vier oder fünf Jahre lang herumsitzen und darauf warten, dass ein Platz frei wird – denn es gibt keine Garantien, und man könnte dabei seine besten Jahre verschwenden.“
Völlig festgefahren auf Ferrari ist Bearman also nicht, denn sein Ziel ist klar: Weltmeister werden. Er betonte ganz klar, dass wenn es mit Ferrari nicht möglich wird, aber dafür mit einem anderen Team, dann sei es eben so.
Mein oberstes Ziel ist vielleicht ein wenig egoistisch – und das ist auch in Ordnung, denn genau deshalb bin ich hier: Ich möchte um Weltmeisterschaften kämpfen. Wenn sich mir diese Chance irgendwo bietet, werde ich sie ergreifen.
„Sollte das bedeuten, dass es nicht mit Ferrari klappt, weil sie mir diese Perspektive nicht bieten können, dann ist das eben so. Das liegt nicht in meiner Hand. Natürlich will ich um Siege und Titel kämpfen, und bei welchem Team ich das für möglich halte – mit dem gehe ich diesen Schritt sehr gerne“, sagte Bearman abschließend.
































