Max Verstappen schimpfte das ganze Wochenende über seinen Red Bull in Ungarn. Am Ende stand er trotzdem auf dem Podium. Doch nicht nur über sein Auto ließ der Niederländer sich aus, auch das Schwesternteam der Racing Bulls musste dran glauben. Ex-Rennleiter Niels Wittich reagierte auf Verstappens Gemecker.
Idioten bei Racing Bulls
Beim Überrunden beschwerte sich Verstappen lautstark über Funk, dass ihn Liam Lawson und Arvid Lindblad nicht schnell genug vorbeiließen. Er beleidigte beide als Idioten und forderte dafür sogar eine Strafe.
Der ehemalige Rennleiter Niels Wittich bewertete diesen emotionalen Ausbruch von dem Niederländer schon beinahe als etwas übertrieben. Denn muss man sofort Platz machen wenn da ein Red Bull bzw. ein Max Verstappen ankommt, wenn man beim Schwesternteam fährt?
Müssen die Racing Bulls ihr Rennen für Red Bull opfern? | © Charniaux / XPB Images„Zum einen ist das Auto [was Verstappen ärgert], [und] wenn es natürlich vom Schwesterteam sozusagen ist, dass die Fahrer ihm da vermeintlich etwas im Weg standen, dann ist das natürlich nichts, was die Laune steigert“, führte Wittich zunächst aus, „Aber auf der anderen Seite muss man sagen, die zwei Jungs, die sind auch ihr Rennen gefahren. Die Racing Bulls standen gut da im Rennen, die haben sich ja auch gut etabliert.“
Die brauchen ja nicht zur Seite fahren und stehen bleiben, nur weil da jetzt ein Red Bull vorbeigefahren kommt. Das steht ja auch nirgends geschrieben.
„Das kann man von mir aus teamintern, kann man das regeln, dass man sich so verhält in so einem Fall. Aber aus rein sportlicher Sicht passt es nicht alles zusammen. Deswegen war er verärgert. Aber dass man dann natürlich so ein bisschen drüber gehen muss“, bewertete Wittich.
Mehr als Platz 2 wäre für Verstappen sowieso nicht drin gewesen
Niels Wittich ist sich sicher: Platz 2 war schon eine Über-Performance des Red Bulls. Ein Sieg wäre ziemlich sicher nicht möglich gewesen. Selbst wenn Lawson und Lindblad eher rübergezogen wären, um Verstappen vorbeizulassen, hätte das letztendlich laut Wittich nichts genutzt.
Ich weiß nicht, was sonst noch hätte passieren können, wenn sie da eine Sekunde eher rübergefahren wären. Gewonnen hätte das Rennen auch nicht, dafür war der Abstand auch am Ende zu groß.
Max Verstappen war selbst sehr überrascht, dass er es überhaupt so weit geschafft hatte. „Ich habe nicht mit dem Podium gerechnet“, sagte er nach dem Rennen.
Außerdem betonte der ehemalige Rennleiter, dass der Niederländer durch seinen Boxenstopp profitierte und auch sein Reifenmanagement gut war. Für ihn ist die Kritik an den beiden Racing Bulls Fahrern mehr als ungerechtfertigt.
„Und er hatte durch den einen Boxenstopp profitiert, das war ja das große Meisterstück schon. Und auch, dass er mit den Reifen so gut zurechtgekommen ist, das muss man honorieren“, meinte Wittich. Außerdem lobte er das gute Rennen von Lawson und Lindblad: „Von daher ist das, glaube ich, eine ungerechtfertigte Kritik an den beiden anderen Fahrern, die meines Erachtens beide ein gutes Rennen abgeliefert haben. Und das muss man eigentlich auch mal akzeptieren.“
Verstappens Stimmung ist aktuell eher gefrustet | © Moy / XPB ImagesDer ehemalige Rennleiter betonte, dass man mit dem zweiten Platz einfach zufrieden sein sollte. Denn mehr sei aus dem Red Bull aktuell nicht rauszuholen. Seinen Frust müsste Verstappen jedenfalls nicht an Liam Lawson und Arvid Lindblad rauslassen.
Zweiter Platz ist mehr als Schadenbegrenzung. Mehr kann das Auto offensichtlich nicht zurzeit.
































