George Russell unterstreicht die Favoritenrolle von Mercedes in Baku und zeigt einen der stärksten Freitage seiner Saison. Sein Teamkollege nimmt eine Hypothek aus dem 1. Freien Training auch in den zweiten Abschnitt mit.
Zwei weitere große Podiumskandidaten kristallisieren sich heraus, während ein Team mal wieder enttäuscht sein müsste.
Antonelli musste das 1. Freie Training frühzeitig beenden. © Batchelor / XPB ImagesFP1: Antonelli mit Problemen – Mercedes trotzdem favorisiert?
In einem 1. Freien Training, das von kleineren Problemen bei mehreren Teams geprägt wurde, setzte George Russell die erste Duftmarke.
Auf dem weichen Reifensatz landete er vier Zehntel vor Max Verstappen, der auf dem gleichen Rad unterwegs war. Mit der Mischung aus gutem Chassis und einem tollen Motor wird der Sieg in Baku wohl über einen der Mercedes-Fahrer gehen.
Charles Leclerc und Lewis Hamilton hatten auch knapp vier Zehntel Rückstand und landeten auf den Plätzen 3 und 4, benutzten aber die Medium-Reifen.
Bei Norris und Piastri wurde im ersten Trainingsabschnitt viel kontrolliert, beide konnten kaum Runden sammeln. Die Angst vor möglichen Schäden an beiden Boliden war zu groß.
Kimi Antonelli musste mit einem Problem schon früh die Segel streichen, während Nico Hülkenberg das Training kurz vor Ende mit einem Getriebeschaden abbrechen musste. Auch Arvid Lindblad konnte sich nach einem späten Ausflug nicht optimal vorbereiten.
| Position | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | George Russell | Mercedes | 1:45.387 |
| 2 | Max Verstappen | Red Bull | +0.400s |
| 3 | Charles Leclerc | Ferrari | +0.404s |
| 4 | Lewis Hamilton | Ferrari | +0.437s |
| 5 | Kimi Antonelli | Mercedes | +0.878s |
| 6 | Oscar Piastri | McLaren | +1.011s |
| 7 | Liam Lawson | Racing Bulls | +1.053s |
| 8 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +1.214s |
| 9 | Esteban Ocon | Haas | +1.237s |
| 10 | Gabriel Bortoleto | Audi | +1.301s |
| 11 | Nico Hülkenberg | Audi | +1.484s |
| 12 | Carlos Sainz | Williams | +1.506s |
| 13 | Alexander Albon | Williams | +1.552s |
| 14 | Lando Norris | McLaren | +1.594s |
| 15 | Oliver Bearman | Haas | +1.607s |
| 16 | Pierre Gasly | Alpine | +1.656s |
| 17 | Sergio Perez | Cadillac | +1.866s |
| 18 | Franco Colapinto | Alpine | +2.136s |
| 19 | Fernando Alonso | Aston Martin | +2.448s |
| 20 | Isack Hadjar | Red Bulls | +2.486s |
| 21 | Lance Stroll | Aston Martin | +3.160s |
| 22 | Valtteri Bottas | Cadillac | +3.928s |
Lindblad sorgte mit einem Crash für einen kurzen Schreckmoment. © IMAGO / Every Second MediaFP2: Russell dominiert weiter – Lindblad und Bearman im Pech
Auch im 2. Freien Training dominierte Russell weiter und setzte eine starke Runde. Über eine halbe Sekunde dahinter befand sich Kimi Antonelli, der allerdings mit einem alten Motor fuhr, nachdem man aufgrund des Problems im 1. Training auf Nummer sicher gehen sollte.
Mit knapp sieben Zehnteln Rückstand zeigte Max Verstappen, dass er zumindest zu diesem Zeitpunkt zu den klaren Podiumskandidaten zählt. Die beiden Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Lewis Hamilton hatten mehr als eine Sekunde Rückstand.
Trotz eines eher durchwachsenen Trainings sollte man auch ein Auge auf Lando Norris haben. Der Brite brach eine überragende Runde ab, um seinen Wagen in der Box für den Long-Run-Test aufzuladen. Er könnte im Laufe des Wochenendes noch eine Rolle spielen.
Richtig aussagekräftig waren die Long-Runs am Ende nicht, auch, weil Lindblad 40 Minuten vor dem Ende eine Rote Flagge durch einen Unfall (wie in Madrid) auslöste. Damit blieb am Ende nicht mehr allzu viel Zeit, weil auch immer wieder Gelb-Phasen, wie bei einem Motorproblem von Oliver Bearman 30 Minuten vor Schluss, dazwischenkamen.
Rekordsieger Sergio Perez zeigte mit P13, wie sehr er Baku liebt, während Aston Martin an diesem Wochenende mal wieder das klare Schlusslicht sein könnte.
| Position | Fahrer | Team | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | George Russell | Mercedes | 1:43.347 |
| 2 | Kimi Antonelli | Mercedes | +0.552 |
| 3 | Max Verstappen | Red Bull | +0.827 |
| 4 | Charles Leclerc | Ferrari | +1.126 |
| 5 | Lewis Hamilton | Ferrari | +1.318 |
| 6 | Lando Norris | McLaren | +1.484 |
| 7 | Pierre Gasly | Alpine | +1.496 |
| 8 | Oscar Piastri | McLaren | +1.510 |
| 9 | Isack Hadjar | Racing Bulls | +1.521 |
| 10 | Esteban Ocon | Haas | +1.943 |
| 11 | Franco Colapinto | Alpine | +2.132 |
| 12 | Liam Lawson | Racing Bulls | +2.334 |
| 13 | Sergio Perez | Cadillac | +2.413 |
| 14 | Gabriel Bortoleto | Audi | +2.447 |
| 15 | Nico Hülkenberg | Audi | +2.507 |
| 16 | Alexander Albon | Williams | +2.776 |
| 17 | Carlos Sainz | Williams | +2.874 |
| 18 | Arvid Lindblad | Racing Bulls | +3.044 |
| 19 | Valtteri Bottas | Cadillac | +3.390 |
| 20 | Oliver Bearman | Haas | — |
| 21 | Lance Stroll | Aston Martin | +4.056 |
| 22 | Fernando Alonso | Aston Martin | +4.542 |
Fazit: Mercedes Favorit – Ferrari enttäuschend
Das Zusammenspiel zwischen Batterie und Verbrenner macht die Mercedes-Piloten zu den klaren Favoriten in Baku. Vor allem George Russell zeigte sich sehr befreit und könnte sogar für seinen Teamkollegen, der keinen optimalen Freitag erlebte, zur Gefahr werden.
Max Verstappen und Lando Norris könnten allerdings lauern und werden auf Fehler der Mercedes-Stars warten. Ferrari hat vor allem aufgrund des Tempos auf der Geraden größere Nachteile und wird wohl das nächste enttäuschende Wochenende erleben, wenn sich die Eindrücke am Freitag bestätigen sollten.
Die Pole wird anders als auf anderen Stadtkursen, aber nicht so wichtig sein. Nur ca. ein Viertel der Pole-Sitter durften am Ende auch triumphieren. Baku hatte in den vergangenen Jahren so einiges zu bieten – hoffentlich auch in diesem Jahr.































