Lando Norris wäre beim Bahrain Grand Prix in Malaysia beinahe das passiert, wofür er eine Woche zuvor Franco Colapinto scharf kritisierte. Doch anstatt in seinen Teamkollegen reinzukrachen, wich Norris aus und holperte dadurch ins Kiesbett. Nach dem Rennen erklärte der amtierende Weltmeister wie der Vorfall überhaupt passieren konnte – der Ex-Formel-1-Fahrer Marc Surer kann darüber nur den Kopf schütteln.
Beinahe hätte es zwischen Norris und Piastri gekracht | © Sky Sport F1Kiesbett oder Teamkollege?
Während der letzten Runden des Bahrain GP passierten auf einmal zwei Dinge gleichzeitig. Im einen Moment sah man, wie George Russell seinen Mercedes abstellen musste, im nächsten holperte Lando Norris durchs Kies.
Bei der Wiederholung wurde zumindest vorerst klar, warum Norris einen Ausflug ins Kiesbett machte. Die Lücke zwischen ihm und den Fahrern vor ihm war relativ groß, sodass er im Zickzack seine Reifen aufwärmen konnte. Er beschleunigte dann, um die Lücke zu schließen. Dabei schien ihm nicht bewusst zu sein, wie langsam man vor ihm vor, denn er schoss mit einer zu hohen Geschwindigkeit heran. In einer Blitzentscheidung musste er entscheiden, ob er in seinen Teamkollegen Oscar Piastri vor sich fährt oder ins Kies ausweicht. Norris entschied sich fürs Kies und verlor einige Positionen als er es zurück auf die Strecke schaffte.
Surer kritisiert Situation scharf
Für den ehemaligen Formel 1-Fahrer Marc Surer ist dieser Vorfall nicht entschuldbar. In Race Control, der Champ1 Expertenanalyse, kritisiert Surer den McLaren-Fahrer dafür. „Zum Glück ist er nicht stecken geblieben, aber es war eine peinliche Geschichte. Das darf einfach nicht vorkommen“, urteilte der Schweizer. Er glaubt, Norris hat in der Situation einfach nicht aufgepasst und den Abstand zu Piastri überschätzt.
Die Rennleitung sah sich den Vorfall ebenfalls an. Letztendlich kam Norris glimpflich davon. Er erhielt bloß eine Verwarnung, seine erste diese Saison. Nach dem Rennen erklärte er gegenüber F1TV seine Sicht des Beinahe-Unfalls.
Norris erklärt sich
Der 26-Jährige erklärte, wie es überhaupt dazu kommen konnte. „Ich konnte aus meinem Blickwinkel nicht erkennen, wie stark die anderen wegen George auf der Innenseite abgebremst hatten. Als ich also kurz zu George und dann wieder zurück geschaut hatte, konnte ich sie sehen“, gab er zu. Grund für die schlechte Sicht, sei die tiefstehende Sonne gewesen, die ihn blendete.
Auch gegenüber der Rennleitung begründete er schlechte Sichtverhältnisse. Im offiziellen Dokument jener heißt es:
Folglich verschätzte sich Norris bei der Annäherungsgeschwindigkeit und kam zu schnell auf die vorausfahrenden Autos zu. Als er dies bemerkte, bremste er stark ab und lenkte bewusst nach links – zunächst über die Randsteine und dann in das Kiesbett –, um eine Kollision mit den vorausfahrenden Fahrzeugen zu vermeiden.
Da er dabei theoretisch Piastri unter dem Safety Car überholte – was nicht erlaubt ist – überlegten die Stewards, ob dies überhaupt als Überholmanöver gewertet werden kann. Ultimativ entschieden sie sich dagegen, da Norris auswich um einer Kollision aus dem Weg zu gehen.
Norris nimmt den Vorfall vollends auf seine Kappe:
Es ist aber schwer, wenn man direkt dahinter fährt, zu erkennen, ob sie 100, 200 oder 10 fahren – und sie fuhren eben 10, also hat es mich völlig kalt erwischt.
Letztendlich ist es wohl meine Schuld. Ich hatte da einfach Pech.































