Beim Bahrain Grand Prix in Malaysia fiel George Russell wenige Runden vor Schluss aus. Ein technisches Problem am Motor sorgte für das frühzeitige Aus des Mercedes-Piloten. Der ehemalige Formel 1-Fahrer Marc Surer schätzte in Race Control, der Champ1-Expertenanalyse, die WM-Chancen des Briten ein.
Motorenproblem sorgt für bitteres Aus für Russell | © x.com/F1Der eigentliche Plan von Mercedes
Über kurz oder lang war bei den Silberpfeilen klar, dass auch George Russell eine Motorenstrafe kassieren wird. Teamkollege Antonelli hat diese Strafe bereits hinter sich. Er bekam in Monza neue Motorenteile und startete das Rennen von hinten. Bei Russell wollte man damit warten, bis Mercedes das ADUO-Upgrade für den Motor fertiggestellt hat. „Ich warte darauf, meine Strafe mit dem ADUO-Upgrade zu absolvieren. Würde ich sie stattdessen [ohne das Upgrade] antreten, müsste ich sie noch einmal absitzen – für mich ergibt das also überhaupt keinen Sinn“, sagte der Brite in einer Medienrunde noch vor dem Bahrain Grand Prix.
Diesen Plan muss man nun vermutlich über den Haufen werfen. Wenige Runden vor Rennende musste Russell seinen Mercedes aufgrund eines unvorhergesehenen Motorenproblems abstellen. Ein bitterer Rückschlag für den 28-Jährigen und das gesamte Mercedes-Team. Nach dem Rennen sprach Bradley Lord, stellvertretender Teamchef von Mercedes, mit den Medien. „Er meldete sich hinter dem Safety-Car über Funk und sagte, die Antriebseinheit klinge langsam seltsam“, teilte Lord mit. Außerdem ergänzte er: „Wir sahen, dass die Sensoren nicht mehr richtig funktionierten. Es war klar, dass wir das Auto anhalten mussten und ein technischer Defekt vorlag.“
Wir müssen noch verstehen, was das für seinen Motorenpool bedeutet, denn er verfügt ebenfalls nicht über einen großen Vorrat an Antriebseinheiten mit geringer Laufleistung – das könnte also heißen, dass wir unseren ursprünglichen Plan anpassen müssen.
Der stellvertretende Mercedes-Teamchef, Bradley Lord | © Moy / XPB ImagesKassiert Russell nun doppelt?
Laut dem Reglement der 2026er-Saison, dürfen die Fahrer nur viermal Teile des Verbrennungsmotors (ICE) austauschen, bevor eine Strafe verhängt wird. Ab dem fünften Austausch gibt es eine Strafversetzung von zehn Startplätzen. Sollte Russell nun neue Teile für den Verbrennungsmotor brauchen, bevor das ADUO-Upgrade fertig ist, müsste er zweimal diese Strafen absitzen.
„Möglicherweise muss er das, ja“, gab Lord zu, „Genau das müssen wir jetzt erarbeiten.“
Aber ja, womöglich kommt da ein Doppelschlag zum Tragen – gerade für ihn, nach diesem niederschmetternden Rückschlag [am Sonntag]. Es war ja wirklich hart mitanzusehen, wie er auf diese Weise ausscheiden musste. […] Eine wirklich unglückliche Folge dieses Problems.
Das war bereits das dritte Aus für Russell dieses Saison | © Charniaux / XPB ImagesSurer schätzt Russells WM-Chancen ein
Für die Chancen auf den Weltmeistertitel war dieser Ausfall ein herber Rückschlag. Das findet auch der ehemalige Formel 1-Pilot Marc Surer. Er ist sich sicher: Das war’s mit Russels Kampf um die WM.
Selbst wenn Antonelli jetzt nicht mehr fahren könnte, weil er sich verletzt oder irgendwie einfach aus irgendeinem Grund nicht mehr fahren könnte, dann müsste Russell praktisch alle Rennen gewinnen. Also ja, um noch den Titel zu holen, was ja auch nicht so ohne Weiteres möglich ist. Also so gesehen muss man sagen, das war’s.
„Zur schlechten Leistung, die er teilweise gebracht hat dieses Jahr, kommt jetzt auch noch Pech dazu. Also schlimmer geht es nicht“, fasst der Schweizer die Saison von Russell zusammen. „Von dem her muss man sagen, er kann eigentlich diese Saison einfach nur abhaken.“ Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass in dem Briten ein Topfahrer steckt. Dies bewies er bei seinem letzten Sieg in Baku. „Das Highlight war sicherlich Baku, wo er zeigen konnte, dass er allen um die Ohren fahren kann. Und das hat er sehr souverän gemacht“, lobte Surer.































