Der ehemalige Haas-Teamchef Günther Steiner schoss scharf gegen den FIA-Präsidenten Mohammed bin Sulayem. Dessen Aussagen über Fernando Alonso und Aston Martin stießen dem Südtiroler bitter auf.
In der Kritik: FIA-Präsident Mohammed bin SulayemSteiner: Das ist nicht das Problem der FIA
Sulayem äußerte sich bestürzt darüber, dass es ein Weltmeister wie Alonso nicht verdiene, seine Karriere wegen einer schwierigen Saison an den Nagel hängen zu müssen. Aston Martin ist dieses Jahr nicht wirklich konkurrenzfähig. Genau an diesen Aussagen störte sich Günther Steiner. Im The Red Flags Podcast ließ er sich darüber aus.
„Niemand verdient es, dort oder irgendwo anders zu sein. Nicht nur in der Formel 1. Man muss dafür arbeiten, dort zu sein. Man muss dort sein wollen, aber man verdient es nicht einfach“, wetterte Steiner, „Was bedeutet überhaupt ‚verdienen‘? Meiner Meinung nach verdient im Sport niemand irgendetwas. Im Leben ist das etwas anderes. Zu sagen, Aston Martin müsse das in den Griff bekommen: Das ist deren Problem. Das ist nicht das Problem des Verbands.“
Scharfe Worte des ehemaligen Haas-Teamchefs. Gleichzeitig stellt er hier die Gleichberechtigung der FIA in Frage. Wenn der Verband aufgrund mangelnder Konkurrenzfähigkeit sich aktiv nur für ein Team einsetzt, gäbe es dann nicht andere Teams, die diese Hilfe mehr verdient hätten? Das fragt sich auch Steiner. Als Beispiel nannte er Neueinsteiger Cadillac. Erst seit diesem Jahr ist das Team dabei und hat mit den üblichen Problemen eines neuen Teams zu kämpfen.
„Was soll Cadillac dann sagen? ‚Oh, wir verdienen es, besser zu sein. Wir brauchen etwas Hilfe’“, sagte Steiner im Podcast. So funktioniere es in der Formel 1 nicht. Der Sport sei nicht daraus ausgelegt, bei der FIA um Hilfe zu betteln, nur weil gerade mal nicht gut laufe.
Die brauchen übrigens jede Menge Hilfe, viel mehr als Aston Martin, denn Aston Martin kann sich selbst helfen – und sie werden sich selbst helfen.
Welche Versprechen macht FIA-Präsident Sulayem Alonso damit er bleibt? | © Batchelor / XPB ImagesBevorzugt Sulayem Fernando Alonso?
Ausgangspunkt dieser Debatte sind die Aussagen, die der FIA-Präsident kürzlich über Fernando Alonso tätigte. Die Zukunft des Spaniers ist noch immer offen. Genau das scheint Sulayem zu stören.
Es gibt keine Möglichkeit, dass wir zulassen können, dass Fernando aufhört – Alonso, ein großer Champion – nur aufgrund der Umstände. So sollte man die Bühne nicht verlassen. Er muss erfolgreich sein und dann aufhören, wann immer er will, und nicht, weil er aufgrund der Performance gezwungen war aufzuhören.
Der FIA-Präsident möchte deswegen die Sache in die eigene Hand nehmen und dafür sorgen, dass Alonso der Formel 1 erhalten bleibt. Schließlich hätte man bei der FIA zugunsten von Aston Martin bereits früher im Jahr etwas getan: „Wir haben schon früher, im Mai, legal etwas für das Team hinsichtlich des Motors getan, damit es sich verbessern kann.“
Und dann habe ich zu ihm gesagt: ‚Ich werde dir nicht sagen, was wir tun werden. Bitte sag mir, was du willst, denn du bist der Fahrer. Komm zu mir und sag mir, was wir tun sollen, um diese Ergebnisse zu verbessern.‘
Danach musste ein Sprecher der FIA klarstellen, dass Sulayem damit das ADUO-System meinte. Trotzdem sorgten diese Aussagen für große Furore. Sollte die FIA aktiv eingreifen und ein Team bewusst bevorzugen, nur damit ein Fahrer eine Vertragsverlängerung unterschreibt, ist die Kritik durchaus berechtigt.
Noch immer ist nichts entschieden in Fernando Alonsos Zukunft. Der Spanier hält sich bedeckt und zögert die Entscheidung immer weiter hinaus.































