Bei Audi geht eine Ära zu Ende: Beat Zehnder verlässt das Team nach 39 Jahren. Gleichzeitig gibt es ausgerechnet vor dem möglichen historischen WM-Triumph gesundheitliche Sorgen um Kimi Antonelli. Cadillac verlängert überraschend langfristig mit Sergio Pérez und deutet bereits die nächste Personalentscheidung an. Dazu attackiert Damon Hill George Russell scharf – und Fernando Alonso legt im Streit um die Qualität seiner Formel-1-Kollegen noch einmal nach. Die Themen der CHAMP1 NEWS vom Freitag.
Vor dem Großen Preis von Mexiko steht die Formel 1 nicht nur sportlich vor einem möglicherweise historischen Wochenende. Audi bestätigt einen bedeutenden Abschied, Antonellis Vorbereitung auf den WM-Showdown läuft alles andere als ideal – und bei Cadillac könnte die nächste Personalentscheidung unmittelbar bevorstehen.
Beat Zehnder verlässt Audi nach 39 Jahren
Bei Audi endet eine der außergewöhnlichsten Karrieren im Formel-1-Fahrerlager.
Beat Zehnder wird den Rennstall aus Hinwil Ende Dezember verlassen. Der Schweizer war insgesamt 39 Jahre Teil des Teams und begleitete dessen Entwicklung vom kleinen Sauber-Sportwagenprojekt bis zum heutigen Audi-Werksteam.
Zehnder begann 1988 als Mechaniker bei Sauber. Mit dem Formel-1-Einstieg 1993 blieb er dem Team treu und übernahm bereits ein Jahr später die Rolle des Teammanagers.
Insgesamt war er bei 601 Grands Prix in Folge im Einsatz und wurde zu einer der zentralen Konstanten des Rennstalls.
Zuletzt war Zehnder als Director Signature Programs and Operations tätig und kümmerte sich unter anderem um historische Fahrzeuge und besondere Motorsportprojekte.
Dass seine Verbindung zu Sauber weit über ein gewöhnliches Arbeitsverhältnis hinausging, hatte Zehnder im vergangenen Jahr auch in einem ausführlichen CHAMP1-Exklusivinterview erzählt. Damals berichtete er von den familiären Anfangsjahren, Peter Sauber selbst beim Schweißen und gemeinsamen Abendessen auf freigeräumten Werkbänken.
Zehnder blieb dem Team selbst in finanziell schwierigen Zeiten treu. Auch attraktive Angebote anderer Rennställe – darunter von Dietrich Mateschitz – konnten ihn nicht zum Wechsel bewegen.
Mit seinem Abschied verliert Audi nun eine Persönlichkeit, die nahezu die gesamte Geschichte des Rennstalls mitgestaltet hat.
©IMAGO / ZUMA Press WireAntonelli erkrankt vor möglichem WM-Triumph
Ausgerechnet vor dem möglicherweise größten Wochenende seiner Karriere gibt es Sorgen um Kimi Antonelli.
Mercedes bestätigte, dass sich der 20-Jährige von einer Viruserkrankung erholt. Am Donnerstag wurde er deshalb vorsorglich von seinen verpflichtenden Medienterminen befreit.
Mercedes gab zugleich vorsichtig Entwarnung: Antonelli soll am Freitag wieder regulär an der Strecke sein und seine Aufgaben aufnehmen.
Ein Ausfall für das Rennwochenende wird derzeit also nicht erwartet.
Der Zeitpunkt ist dennoch denkbar ungünstig.
Antonelli kann sich bereits am Sonntag zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte krönen. Ihm reichen dafür unabhängig von allen anderen Ergebnissen zwei weitere WM-Punkte beziehungsweise Platz neun. Gewinnen weder George Russell noch Lewis Hamilton, wäre Antonelli sogar bei einem eigenen Ausfall Weltmeister.
Zusätzlich erschwert die Höhenlage von Mexiko die Situation. Der Autódromo Hermanos Rodríguez liegt auf rund 2.200 Metern, was nicht nur die Technik, sondern auch die Fahrer körperlich stärker fordert.
Sollte sich Antonellis Zustand unerwartet verschlechtern, stünde Mercedes mit Frederik Vesti ein Ersatzfahrer zur Verfügung.
©IMAGO / ZUMA Press WireCadillac verlängert Pérez bis 2029
Cadillac sorgt vor Sergio Pérez‘ Heimrennen für eine Überraschung.
Der amerikanische Rennstall hat den Vertrag mit dem Mexikaner bis mindestens Ende 2029 verlängert.
Damit setzt Cadillac trotz einer sportlich schwierigen Debütsaison langfristig auf die Erfahrung des 36-Jährigen.
Das Team hebt vor allem Pérez‘ technische Rückmeldungen, seine Führungsqualitäten und seine Erfahrung bei der Fahrzeugentwicklung hervor.
Passend dazu steht Pérez in Mexiko vor seinem 300. Grand-Prix-Start.
Spannend bleibt dagegen die Zukunft von Valtteri Bottas. Eine Vertragsverlängerung für den Finnen wurde bislang nicht bekanntgegeben, während Colton Herta weiter als möglicher Kandidat für 2027 gehandelt wird.
Für zusätzliche Spekulationen sorgt Cadillac selbst.
Kurz nach der Pérez-Verlängerung veröffentlichte das Team auf X die Nachricht:
„Was wäre, wenn wir dir sagen, dass wir noch eine Überraschung parat haben?“
Ob sich dahinter tatsächlich eine Fahrerentscheidung verbirgt, ist allerdings noch offen.
©IMAGO / Sports Press PhotoDamon Hill warnt vor langfristigen Folgen für Russell
Deutlich wird derweil Damon Hill in seiner Einschätzung zu George Russell.
Der Weltmeister von 1996 glaubt, dass die klare Niederlage gegen Kimi Antonelli langfristige Auswirkungen auf Russells Selbstvertrauen haben könnte.
Hill spricht sogar von einem „richtigen Schock“.
Besonders problematisch sei aus seiner Sicht, dass Antonelli Russell nicht nur aufgrund glücklicher Umstände geschlagen habe, sondern auch an vergleichbaren Wochenenden regelmäßig stärker gewesen sei.
Russell selbst widerspricht dieser düsteren Einschätzung.
„Diese Saison wird meine Karriere nicht definieren, sie wird mich nicht brechen, sondern stärker machen.“
Der Mercedes-Pilot glaubt weiterhin an eine lange Karriere und kann sich nach eigener Aussage vorstellen, noch zwölf bis fünfzehn Jahre in der Formel 1 zu fahren.
Auch CHAMP1-Experte Marc Surer hatte am Montag bei RACE CONTROL betont, dass Russells Schwierigkeiten möglicherweise auch mit der aktuellen Charakteristik des Mercedes zusammenhängen und sich das Kräfteverhältnis 2027 wieder verschieben könnte.
©IMAGO / Action PlusAlonso legt gegen Konkurrenz nach
Fernando Alonso bleibt bei seiner Kritik am aktuellen Fahrerfeld.
Nach dem USA-Grand-Prix hatte der Aston-Martin-Pilot erklärt, einem erheblichen Teil der Fahrer im hinteren Feld fehle aus seiner Sicht die nötige Qualität.
In Mexiko wurde er erneut darauf angesprochen – und nahm nichts zurück.
„Ich fühle immer noch das Gleiche.“
Zwar wollte Alonso sich nicht mehr auf die zuvor genannte Zahl von ungefähr einem Drittel des Feldes festlegen. Dafür machte er deutlich, dass die Betroffenen seiner Meinung nach selbst genau wüssten, wer gemeint sei.
„Ich denke, wir alle wissen, wer gemeint ist und wer sich von diesen Aussagen angegriffen gefühlt hat.“
Widerspruch bekommt Alonso unter anderem von Alex Albon, Pierre Gasly und Charles Leclerc.
Alle drei vertreten die Auffassung, dass das heutige Formel-1-Feld insgesamt sehr stark besetzt sei und deutlich weniger Fahrer nur aufgrund finanzieller Möglichkeiten ein Cockpit erhielten als früher.
Alonso selbst bleibt dennoch bei seiner Kritik an unnötigen Fehlern und riskanten Manövern im hinteren Feld.
Alle Hintergründe zu Beat Zehnders Abschied nach 39 Jahren, Kimi Antonellis Viruserkrankung vor dem möglichen WM-Triumph, Pérez‘ überraschender Cadillac-Verlängerung, Damon Hills deutlicher Russell-Kritik und Fernando Alonsos neuer Attacke gegen Teile des Fahrerfelds gibt es in der vollständigen Ausgabe der CHAMP1 NEWS im Video.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.































