Mit 41 Jahren steuert Lewis Hamilton vor dem Großen Preis von Mexiko auf eine historische Marke zu: Es ist sein 399. Start in der Königsklasse. Doch wer dachte, der Brite würde im Spätherbst seiner Karriere leiser werden, täuscht sich gewaltig.
Nach dem katastrophalen Debütjahr bei Ferrari 2025, in dem er erstmals in seiner Karriere eine ganze Saison ohne Podestplatz verbrachte, belehrte er die Kritiker 2026 eines Besseren. Nach dem Podium in China folgte der erste Sieg mit Ferrari in Barcelona.
Hamilton feierte seinen ersten Grand-Prix-Sieg mit Ferrari in Barcelona. © Patching / XPB ImagesNiemand wie Hamilton in der F1-Geschichte
Beim Medien-Tag in Mexiko wurde Hamilton nun auf das geplante F1-Rennen in Ruanda in den 2030er Jahren angesprochen und gefragt, ob er dann mit Mitte 40 noch im Cockpit sitzen könnte. Die Antwort des Rekordchampions fiel gewohnt kampflustig aus.
Ich meine, erstens gab es hier in den letzten 70 Jahren noch nie jemanden wie mich, daher habe ich das Gefühl, dass ich anders gestrickt bin. Natürlich gibt es Herausforderungen, die mit dem Alter einhergehen und die ich nicht vorhersehen kann, aber auf diesem Weg, auf dieser Reise, gab es vermehrt Vorbehalte, dass die Reaktionszeit nachlässt. Habt ihr meine Reaktion im letzten Rennen gesehen? Meine Reaktion ist schneller als die einiger der Jüngsten hier. Es gibt also viele Mittel, die man nutzen kann, um sich selbst und seinen Geist weiterhin fit zu halten.
Die Saison 2026 läuft für Hamilton deutlich besser. © Moy / XPB ImagesDer Spagat zwischen Speed und dem richtigen Moment
Hamilton selbst hatte in der Vergangenheit betont, nicht zurücktreten zu wollen, ehe die Formel 1 wieder auf den afrikanischen Kontinent zurückkehrt. Sollte das Rennen in Ruanda Anfang der 2030er Jahre Realität werden, wäre Hamilton über 45 Jahre alt.
Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, so lange im Zirkus zu bleiben, wiegelt der Ferrari-Pilot nicht komplett ab.
Ich denke, solange man bereit ist, alles zu opfern – und das bin ich im Moment –, kann ich nicht sagen, ob ich in vier Jahren noch das tun möchte, was ich tue, aber ich liebe das, was ich tue, immer noch. Ich bin immer noch voll dabei und werde es auf absehbare Zeit auch bleiben. Ob ich mit 44 noch mit einem 20-Jährigen mithalten kann, wer weiß das schon? Aber mit 41 kann ich mit einem 20-Jährigen mithalten, also wird die Zeit zeigen, ob ich in den 2030er Jahren noch dabei bin; wir werden sehen.
Trotz seines Ehrgeizes weiß der Ex-Weltmeister aber auch genau, wann es Zeit ist, den Helm an den Nagel zu hängen. 2025 hat ihm gezeigt, wie schnell Zweifel gesät werden und wie süß die Rache auf der Strecke schmeckt.
Ich möchte mich niemals zu lange aufhalten, wenn ich die nötige Leistung nicht mehr erbringen kann. Ich möchte nicht herumlaufen oder herumfahren, wenn meine Leistungsfähigkeit deutlich nachlässt – wenn meine Reaktionsfähigkeit nachlässt, mein Fahrstil nachlässt und mein Tempo nachlässt, was letztes Jahr jeder gesehen hat. Aber ich habe allen das Gegenteil bewiesen, und ich werde weiterhin versuchen, das zu tun.
Aktuell liegt Hamilton auf Rang 3 der Fahrerwertung. Und wie er in Mexiko deutlich macht, denkt der 41-Jährige noch lange nicht an den Ruhestand, solange der Speed stimmt.































