Cadillac ist in dieser Saison zum ersten Mal mit einem eigenen Formel-1-Team am Start und hat die typischen Probleme eines Neulings. Weder mit dem Ferrari-Motor, noch mit dem eigenen Chassis konnte man bisher dafür sorgen, dass man in die Punkte fährt.
Zusammen mit Aston Martin bildet man den Tabellenkeller der Konstrukteurswertung. Sergio Pérez konnte zumindest hier und da ein Ergebnis einfahren, das zumindest beachtlich war, doch sein Teamkollege Valtteri Bottas fährt der Musik zurzeit völlig hinterher.
Cadillac gehört mit Aston Martin zu den schlechtesten Teams der Formel 1. © IMAGO / ZUMA Press WireSurer sieht Auto als Hauptproblem
Laut Sky Italia soll intern bereits über die Zukunft des Finnen diskutiert werden. Gerüchten zufolge soll der Monaco Grand Prix sogar seine letzte Chance sein, um zu zeigen, was er draufhat.
Marc Surer machte in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende, klar, dass er diese Diskussionen nicht verstehen kann.
„Die haben doch andere Probleme. Die müssen doch erst das Auto jetzt zum Laufen bringen und nicht den Fahrer auswechseln. Also ich glaube, das macht jetzt nicht wirklich den großen Unterschied, ob einer ein wenig schneller fährt – weil das Auto muss nach vorne kommen.“
Er selbst sei zwar auch nicht der größte Bottas-Fan, doch einen Austausch von Bottas würde er „unmöglich“ finden.
Colton Herta darf noch nicht in der Formel 1 fahren. © IMAGO / PsnewZBottas-Ersatz ohne Superlizenz?
Erster Kandidat für den Bottas-Sitz soll übrigens der US-Amerikaner Colton Herta sein, der bereits als Ersatzfahrer beim Team fungiert. Doch da gäbe es laut Surer ein weiteres Problem.
Herta habe bisher noch keine Lizenz. Auch Ex-Rennleiter Niels Wittich stimmte zu und gab an, dem Amerikaner „fehlen noch Punkte“. Denn für eine Lizenz muss man eine gewisse Anzahl an Rennen in Serien wie der Formel 2 oder zum Beispiel im Indycar-Bereich gesammelt haben, um in der Formel 1 fest im Cockpit sitzen zu dürfen.
Ein kurzfristiger Wechsel ist nahezu ausgeschlossen. Bottas hat also wohl noch ein paar Rennen Zeit, um wieder in seine alte Mercedes-Form zu kommen, die ihm 10 Siege einbrachte.
Graeme Lowdon erteilt den Bottas-Gerüchten eine Absage. © IMAGO / DeFodi ImagesCadillac-Teamchef stärkt Bottas den Rücken
Teamchef Graeme Lowdon machte gegenüber Planet F1 klar, dass die Gerüchte „faktisch völlig falsch“ seien. Denn beim Fahrerduo von Cadillac würde es nicht nur um Rennergebnisse gehen.
„Wenn wir uns die Arbeit ansehen, die beide Fahrer leisten – sowohl Valtteri als auch Checo –, dann tun sie weit mehr, als Fahrer in manchen anderen Teams machen müssen, denn wir bauen das Team auf, während wir gleichzeitig Rennen fahren, und das ist eine sehr ungewöhnliche Aufgabe.“
Lowdon sei mit dem Weg bisher zufrieden und hoffe natürlich, dass man in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr Pace auf die Strecke bringen würde. Doch Bottas stehe auf keinen Fall auf der Kippe.
Vielleicht kann diese klare Ansage dafür sorgen, dass Bottas an den kommenden Rennwochenenden mit mehr Selbstvertrauen auf der Strecke agieren kann. Sein Cockpit scheint ihm wohl erstmal sicher, doch auch er selbst will wohl nicht weiter zu den schlechtesten Fahrern der Saison gehören.




































