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Wittich und Surer bei Hamilton-Strafe uneins – Leclerc-Entscheidung sorgt für Unverständnis

Niels Wittich und Marc Surer, sind sich bei der Hamilton-Strafe in Spa uneins. Eine Leclerc-Entscheidung sorgt vor allem beim Ex-Rennleiter für Unverständnis.

© IMAGO / Beautiful Sports / IMAGO / HochZwei / XPB Images

Beim Großen Preis von Belgien sorgten die FIA-Entscheidungen mal wieder für Diskussionsstoff.

Dieses Mal standen primär die beiden Ferrari-Piloten im Fokus. Während Lewis Hamilton eine Fünf-Sekunden-Strafe hinnehmen musste, kam Charles Leclerc nach einem harten Manöver gegen Oscar Piastri ohne Strafe davon.

Niels Wittich stärkt den Stewards den Rücken. © Moy / XPB Images

Wittich kann Hamilton-Strafe nachvollziehen

Viele Fans und Experten zeigten ihr Unverständnis dafür, dass der Hamilton-Unfall mit Russell nicht als Rennunfall gewertet wurde. Ex-Rennleiter Niels Wittich, machte in Race Control, der Champ1-Analyse zum Rennwochenende allerdings klar, dass er die Steward-Sicht verstehen könne.

Hamilton sei zwar „auf der letzten Rille gefahren“ und musste daher gegenlenken, doch für den Deutschen sei das nicht unbedingt ein Grund, um keine Strafe zu verhängen.

„Sie sind mit Sicherheit zu dem Schluss gekommen, dass das Gegenlenken [von Hamilton] dazu geführt hat, dass der Lewis ein wenig nach links gekommen ist. Und das ist natürlich, wenn zwei Fahrzeuge so dicht beieinander fahren, das ist das Quäntchen, das dann vielleicht den Kontakt ausgemacht hat. Dementsprechend hat man ihm die größere Schuld zugesprochen.“

Eine 10-Sekunden-Strafe sei der Brite wohl umgangen, weil es sich um die erste Runde gehandelt habe. Am Ende würde er die Strafe der Stewards „nicht mal kritisch sehen“, da sie laut seiner Meinung sehr milde sei.

Marc Surer kann die Hamilton-Strafe nicht nachvollziehen. © IMAGO / Beautiful Sports

Surer bezeichnet Begründung als „Blödsinn“

Im Gegensatz zu Wittich konnte Kommentatorenlegende Marc Surer die Begründung für die Strafe nicht nachvollziehen und hatte eine völlig andere Meinung zum Unfall, der George Russell aus dem Rennen nahm.

„Für mich ist eins ganz klar: Der Lewis hat erst gegengelenkt, nachdem sie sich berührt haben. Deswegen ist es totaler Blödsinn, das als Argument zu nehmen.“

Für den Schweizer sei der Zwischenfall ein normaler Rennunfall gewesen, der passieren könne. Für ihn hätte also die Strafe gegen den Briten nicht sein müssen.

@champ1_de

Große Hamilton-Diskussionen! Beim Großen Preis von Belgien erlebte vor allem Lewis Hamilton einen turbulenten Rennsonntag. Vor allem eine Strafe sorgte für Diskussionen. Hatte er diese wirklich verdient? #f1 #f12026 #formel1 #formula1 #f1tiktok #f1content #f1contentcreators #spagp #lewishamilton #georgerussell #ferrari #ferrarif1 #scuderiaferrari #fia #motorsport #racing #champ1

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Auch George Russell meinte nach der Kollision, dass die Strafe gegen seinen Ex-Teamkollegen zu hart gewesen sei. Am Ende war die Strafe allerdings nicht der einzige Grund für das verpasste Podium des Briten.

Charles Leclerc bekam keine Strafe für seine Berührung mit Oscar Piastri. © IMAGO / HochZwei

Hatte Leclerc Glück? Meeting wohl in dieser Woche

Teilweise einig waren sich beide Experten beim Zwischenfall von Charles Leclerc und Oscar Piastri. Der Monegasse hatte dem Australier auf der Geraden kaum Platz gelassen und beide Boliden berührten sich, woraufhin Piastri sogar Teile verlor.

„Ich muss aus reiner Rennleitersicht sagen: Wenn man bei der Geschwindigkeit auf einer Geraden so dicht beieinanderfährt und ein Kontakt entsteht, dann möchte man das ganz klar nicht sehen. Das kann rasant schiefgehen, wenn die sich Rad an Rad berühren, dann hebt ein Fahrer ab, und was danach passiert, mag man sich gar nicht ausmalen. Insofern kann ich es offen gesagt nicht verstehen, warum es dort noch nicht mal eine Verwarnung für riskantes Fahren gegeben hat.“

Marc Surer entgegnete zwar, dass Leclerc wohl gerade genug Platz gelassen habe, um den Regeln zu folgen, trotzdem nannte er die Aktion des Monegassen „grenzwertig“. Hier sei er allerdings froh gewesen, dass es keine Strafe gegeben habe, da nichts passiert sei.

Piastri beschwerte sich zwar am Funk über einen möglichen Leistungsabfall aufgrund der Berührung, doch dieser war in den Daten kaum bis gar nicht spürbar. Wittich vermutete, dass es taktischer Natur gewesen sein könnte.

Laut planetf1 soll es am kommenden Wochenende sogar ein Meeting der Fahrer mit der FIA geben, um über beide Zeitkämpfe und die daraus folgenden Konsequenzen zu diskutieren.

Am Ende zeigen auch die beiden Race-Control-Experten, dass es in der Formel 1 nicht immer Schwarz und Weiß gibt. Auch in der Zukunft wird über die vielen Grauzonen und Entscheidungen diskutiert. Das gehört wie der Rennsonntag einfach zur Königsklasse des Motorsports.

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David Heermann
David Heermann verbindet sportliche Leidenschaft mit journalistischem Anspruch. Bereits während seines Medienwissenschaftsstudiums stand für ihn fest, dass er seinen beruflichen Weg im Sportjournalismus gehen möchte. Die Formel 1 begleitet ihn seit seiner Kindheit – heute interessiert ihn jedoch weit mehr als das reine Renngeschehen. Strategische Entwicklungen, teaminterne Dynamiken und die Geschichten abseits der Strecke prägen seinen Blick auf die Königsklasse. Seit 2026 ist er Teil von CHAMP1. Für CHAMP1.NEWS verfasst er regelmäßig News-Artikel, Hintergrundberichte und Analysen. Darüber hinaus präsentiert er Formate auf den Social-Media-Kanälen der Plattform und ordnet in den Sendungen Qualifyings, Sprints und Rennen ein – mit Fokus auf die entscheidenden Szenen, strategischen Wendepunkte und sportlichen Entwicklungen. Sein Anspruch: komplexe Themen klar einordnen, Hintergründe verständlich aufbereiten und die wichtigsten Ereignisse aus der Welt der Formel 1 präzise und professionell vermitteln.
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